Wolfgang Tiefensee auf einem Parteitag der SPD Thüringen
Tiefensee auf einem Parteitag im Mai. Bildrechte: MDR/Tino Magiera

Gera Wolfgang Tiefensee führt Thüringer SPD in den Landtagswahlkampf

Seit fast fünf Jahren ist die Thüringer SPD Teil der rot-rot-grünen Landesregierung. Wenn es nach den Sozialdemokraten geht, soll dieses Bündnis mit Linken und Grünen auch nach der Landtagswahl Ende Oktober fortgesetzt werden. Dafür bringt sich die SPD in Stellung: in Gera hat die Partei ihre Landesliste für den Landtagswahl am 27. Oktober beschlossen. Was nicht ganz ohne Kampfkandidaturen über die Bühne ging.

von Wolfgang Hentschel

Wolfgang Tiefensee auf einem Parteitag der SPD Thüringen
Tiefensee auf einem Parteitag im Mai. Bildrechte: MDR/Tino Magiera

Landesparteichef Wolfgang Tiefensee wurde wie erwartet zum Spitzenkandidaten gewählt. Der gebürtige Geraer erhielt 84 Prozent der knapp 190 Delegierten-Stimmen. Ein Ergebnis, mit dem er sehr zufrieden sei, meinte der 64-jährige. Auf den weiteren Listenplätzen wurden unter anderem Finanzministerin Heike Taubert, Innenminister Georg Maier und Landtagsfraktionschef Matthias Hey gewählt. Letzter fuhr mit 88,2 Prozent der Stimmen ein noch besseres Ergebnis als sein Spitzenkandidat ein.

Auch mehrere Kampfkandidaturen gab es. Listenplatz zehn etwa holte sich die Meininger SPD-Chefin Janine Merz gegen die Landtagsabgeordnete Eleonore Mühlbauer. Platz elf behauptete der ver.di-Gewerkschafter Denny Möller gegen den Landtagsabgeordnten Frank Warnecke, der versuchte, von Platz 17 weiter nach vorne zu rücken.

"Ärmel hochkrempeln, runter vom Sofa!"

Die Kampfkandidaturen hatten ihren Grund: Wegen zuletzt wenig berauschender Umfragewerte versprechen nur die vorderen Listenplätze ein Mandat im Thüringer Landtag. Tiefensee schwor in seiner Rede seine Partei auf den Landtagswahlkampf ein: "Ärmel hochkrempeln, runter vom Sofa! Es ist alles möglich am 27. Oktober, nur dann, wenn wir es uns zutrauen. Ich bitte Euch um Kraft, Engagement, um Lust auf Wahlkampf. Wir sind verliebt in den Sieg." Laut Tiefensee wurde bei der Aufstellung der Liste auf verschiedene Kriterien geachtet. Unter anderem wechseln sich Frauen und Männer auf den Plätzen ab. Außerdem wurden das Alter der Kandidaten und die Regionen Thüringens berücksichtigt.

Matthias Hey
Matthias Hey Bildrechte: MDR/Holger John

Tiefensee forderte die Genossen zudem auf, sich im Wahlkampf argumentativ gegen die AfD zu stemmen. Menschen mit Sorgen müsse man zuhören. Wer aber für eine Ausgrenzung sei, bereite den Weg für Spaltung und Gewalt, so Tiefensee. "Sorgen und Ängste, das was mich umtreibt, ist noch lange kein Grund, das Kreuz bei der AfD zu machen. Da gehört das nicht hin. Protest und Sorgen kann man anders zum Ausdruck bringen als eine populistische Partei zu wählen.

Auch Fraktionschef Hey gab das Motto "jede Stimme zählt" aus: "Natürlicht es furchtbar, 20 Prozent AfD im Schnitt. Heißt aber auch im Umkehrschluss: 80 Prozent in diesem Land sind nicht mit der AfD einverstanden. Und auch in diesem Lager werben wir um jede Stimme. Wir dürfen dieses Land nicht den Revanchisten überlassen."

Aufruf zu Einigkeit und Geschlossenheit

Laut Hey war es in den letzten Monaten nicht leicht, ein Sozialdemokrat zu sein. Die Ereignisse an der Bundes-Parteispitze mit Rücktritt von SPD-Chefin Nahles seien ein Sturm von vorn gewesen. Torsten Schäfer-Gümbel, einer der drei kommissarischen SPD-Bundesvorsitzenden, appellierte in Gera an die Genossen, wieder Einigkeit zu demonstrieren. Und das, wofür die SPD stehe - nämlich Solidarität, - auch selbst vorzuleben: "Manches, was ich in den letzten Wochen an Reaktionen in den sozialen Medien wie Facebook oder Twitter gesehen habe, das hat mit respektvoller und anstandsvoller Auseinandersetzung überhaupt nichts mehr zu tun gehabt." Nur wenn die SPD wieder selbst geschlossen auftrete, könne sie Wahlen gewinnen, so Schäfer Gümbel.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Juni 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2019, 20:03 Uhr

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27 Kommentare

17.06.2019 13:28 Stefan 27

ja diese sehen immer wieder wie sie ihre Macht behalten können, einer Deckt den anderen, in Leipzig hat der Tiefensee schon scheiße gebaut, sollte man nicht vergessen, wehe ein Arbeitsnehmer baut scheiße da dann Gute Nacht !

17.06.2019 10:40 martin 26

@25 aus: Wenn das Ihre Sicht der Welt ist: Bitte sehr. Ich erlaube mir eine andere Wahrnehmung.

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