Zoologie Spinnenrätsel von Gera gelöst

Ein Mann aus Gera hatte in seinem Garten eine Spinne gefunden, die ziemlich exotisch aussah. Er hat uns die Bilder geschickt und fast 200 User hatten auf unserer Facebookseite gerätselt, was er da für ein Exemplar in der Dose hatte. Inzwischen steht fest: Es ist eine Tapezierspinne.

Eine fette Spinne
Mit diesem Bild der Spinne hat sich ein Leser an uns gewandt. Bildrechte: Tobias Müller

Nicht jeder mag Spinnen. Und das Exemplar, das Tobias Müller da in Gera gefunden hatte, sah schon ziemlich gefährlich und exotisch aus. Kein Wunder - sie ist ein Vertreter der "Vogelspinnenartigen". Doch da sich weder Tobias Müller noch wir uns sicher waren, was genau er da fotografiert hat, haben wir unsere Nutzer um Hinweise gebeten.

Fast 200 Kommentare zum Spinnen-Post

Seit wir am Mittwoch auf unserer Facebook-Seite den Spinnen-Content veröffentlicht hatten, kamen sehr viele Vorschläge, um welche Art es sich handeln könnte. Sie reichten von der Hauswinkelspinne bis zur Schwarze Witwe.

Rätsel inzwischen gelöst

Wir haben aber auch noch drei Thüringer Spinnenexperten gefragt und sie sind sich alle einig: Es handelt sich um eine Tapezierspinne. Atypus Affinis - so lautet ihr lateinische Name. Vor einigen Jahren war sie hier noch recht selten, sagt Bernhard Bock vom Phyletischen Museum im Jena: "In den letzten Jahren kann man sie aber immer häufiger finden", so der Experte.

Die Gemeine Tapezierspinne gehört zu den Vogelspinnenartigen. Aber das ist kein Grund zur Panik: Die gattungstypischen Kieferklauen sind harmloser, als sie aussehen. Für den Menschen ist die Tapezierspinne völlig ungefährlich. Und ein Zusammentreffen gibt es ohnehin eher selten. Die Spinne lebt nämlich unter der Erde.

Bau wird regelrecht "tapeziert"

Da baut sie Röhren anstelle der weitaus bekannteren Spinnennetze, mit denen andere Arten auf Beutefang gehen. Die Röhren können bis zu 30 Zentimeter lang werden und ein solcher Bau will natürlich hergerichtet werden: Also tapeziert die Spinne ihr Heim regelrecht - daher der Name. Die Tunnelwände bekleidet sie mit Spinnenseiden. Am Eingang zur Röhre dient diese natürlich der Beutebeschaffung. Die Tapezierspinne lebt meistens in Wäldern, am liebsten mit reichlich Totholz am Boden, so Bernhard Bock. 2013 hat die Tapezierspinne den Titel "Europas Spinne des Jahres" geholt.

"Unserer" Spinne geht es übrigens gut. Ihr Finder hat sie inzwischen wieder freigelassen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Tierisch tierisch | 13. Juni 2020 | 02:55 Uhr

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