Wohnungsmarkt Stadt Gera verkauft Anteile an Wohnungsgesellschaft Elstertal

Die Stadt Gera verkauft einen Teil ihrer Geschäftsanteile an der Wohnungsgesellschaft GWB Elstertal an das Land Thüringen. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit in namentlicher Abstimmung beschlossen.

Der Verkauf soll mindestens zehn Millionen Euro für die Stadtkasse einbringen. Gleichzeitig bemüht sich das Land bei der britischen Immobiliengesellschaft Benson Elliot auch um die Mehrheitsanteile an der Geraer Wohnungsgesellschaft. Ziel ist es, das das Land über die Thüringer Industriebeteiligungsgesellschaft Eigentümer der Geraer Wohnungsgesellschaft wird. Auf diese Weise sollen Mieter in Gera vor Spekulationsgeschäften geschützt werden. Die geplante Übernahme wird von der Landtagsopposition, dem Bund der Steuerzahler sowie dem Thüringer Rechnungshof kritisiert.

Zuspruch bekam das Projekt dagegen von der Grünen-Fraktion im Landtag. Der wohnungspolitische Sprecher Roberto Kobelt sagte, dass er es für richtig halte, dass das Land Anteile der Geraer Wohnungsbaugesellschaft Elstertal übernehmen will. Es handele sich um eine Sondersituation, da die Stadt Gera derzeit nicht handeln könne.

Abstimmung im Stadtrat Gera
Der Stadtrat von Gera hat dem Verkauf eines Teil ihrer Geschäftsanteile an der Wohnungsgesellschaft GWB Elstertal zugestimmt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gera gilt seit Jahren als finanziell angeschlagen. "Unser Ziel bleibt es auch hier, dass die Anteile so schnell wie möglich wieder in kommunale Hände übergehen", erklärte Kobelt. Der Freistaat plant, gut 5.000 Wohnungen in Gera zurückzukaufen. Dafür soll Geld aus dem Wohnungsbauvermögen des Landes genutzt werden. Von der CDU-Fraktion kam Kritik. "Eine wohnungswirtschaftliche Notlage scheint mir in Gera nicht vorzuliegen", sagte Jörg Geibert, parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag. Er bezeichnete das Vorhaben als "sehr preiswertes offenkundiges Wahlgeschenk im Vorfeld der Landtagswahlen". Wohnungsmarktpolitisch könne er keinerlei Sinn in dem Projekt erkennen.

Mit dem geplanten Kauf der Geraer Wohnungsgesellschaft wird sich bald auch der Landtag befassen. Die CDU-Fraktion hat dazu am Freitag eine Aktuelle Stunde beantragt. Finanzexperte Maik Kowalleck sagte, im Haushalts- und Finanzausschuss hätten die Vertreter von Rot-Rot-Grün zuvor einen Antrag abgelehnt, über das Thema zu beraten. Die sonst stets beschworene Transparenz gelte für den Immobilien-Deal offenbar nicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Juni 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2019, 15:20 Uhr

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3 Kommentare

30.06.2019 08:21 Willy November 3

Verkauft ohne Kaufvertrag. Ohne Kaufpreis. Wie schräg ist das denn?

29.06.2019 13:15 Walter 2

@1. Ja die Linken haben, meine Meinung. Gera kaputt gemacht.

Gera kommt gleich nach Bielefeld, die Stadt die es nicht gibt.

Andere Industriestädte, wie Chemnitz, haben es auch geschafft.

Ich wohne 15 Kilometer von Gera entfernt, bin damit durchaus aussagekräftig.

Wer eine Skulptur im Park entfernt um die Flüchtlinge nicht zu beleidigen, muss mit den Folgen rechnen.

Unabhängig davon scheint der durchgesickerte Kaufpreis bei guter Verwaltung, das scheint das Problem zu sein, absolut in Ordnung.

Für den Preis würde ich auch einige Wohnungen kaufen!

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