Kommunalpolitik Stadtrat in Gera stimmt erneut für sechs neue Straßenbahnen

Der Geraer Stadtrat hat erneut einen Beschluss zur Anschaffung von sechs Straßenbahnen für die Geraer Verkehrsbetriebe gefasst. In der Sitzung am Donnerstag stimmten 23 von 39 Stadträten für den Antrag der Fraktionen von AfD, CDU, Bürgerschaft und Für Gera.

Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) hatte den ursprünglichen Beschluss des Stadtrates zum Kauf von sechs Bahnen wegen Unwirtschaftlichkeit beanstandet. Das Thüringer Landesverwaltungsamt gab ihm Recht. Für den 7. Oktober ist im Landesverwaltungsamt ein Schlichtungsgespräch mit allen Fraktionen des Stadtrates geplant.

Straßenbahnen
Straßenbahnen in Gera. Bildrechte: MDR/Franziska Heymann

Geschäftsführer der Geraer Verkehrsbetriebe: Posten wird neu ausgeschrieben

Der Stadtrat in Gera hat zudem beschlossen, den Posten des Geschäftsführers der Geraer Verkehrsbetriebe ein Jahr vor Ablauf des Vertrages neu auszuschreiben. Der gemeinsame Antrag der Fraktionen von AfD, CDU, Für Gera und Bürgerschaft erhielt am Donnerstag 21 von 39 abgegebenen Stimmen.

Die Gegner des Antrags warfen den Befürwortern vor, "dem Geschäftsführer öffentlich den Stuhl vor die Tür zu stellen". Auch die Fraktion der Linken hatte den Antrag scharf kritisiert. Der Antrag ein Jahr vor Ablauf des aktuellen Geschäftsführervertrages zeuge, von "politisch ganz schlechtem Stil", sagte der Linken-Fraktionsvorsitzende Andreas Schubert.

Geschäftsführer der Geraer Verkehrsbetriebe ist aktuell Thorsten Rühle. Sein Vertrag läuft noch bis September 2021. Er hatte in der Vergangenheit die Ansicht vertreten, dass die Anschaffung zwölf neuer Straßenbahnen langfristig billiger wäre.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 25. September 2020 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

Lothar Thomas vor 4 Wochen

Warum hängt man sich in GERA nicht mit der Beschaffung neuer Bahnen an JENA oder ERFURT dran, dann wäre doch auch noch einmal ein Einsparpotenzial gegeben.
Warum muss man in Thüringen nur immer so Kleinkariert denken und nicht über die Stadtgrenzen hinausschauen, was sonst noch in der Welt los ist.

Über KURZ oder LANG wird es auch in GERA nicht ohne neue Straßenbahnen abgehen.

Die alten Tatra's haben ihre besten Jahre hinter sich, die ständigen REKONSTRUKTIONEN, das sind ja schon keine Reparaturen mehr, sind doch am Ende erheblich teurer, als bei neuen Bahnen mit 2 Jahren Garantie.

Jetzt rächt sich die ehemalige verfehlte Entscheidung, die für JENA gedachten Straßenbahnen abzuziehen.

Tatra-Bahnen gibt es nicht mehr, will man die Ersatzteile in Kuba anfertigen lassen, dort hat man Kompetenz im Aufmöbeln von Oldtimern.

HERRGOTT lasse es regnen, aber bitte lasse es HIRN sein.

Wacht auf in GERA.


emlo vor 5 Wochen

Jetzt wird also von der sogenannten "bürgerlichen Mehrheit", ich nenne sie übrigens trotz CDU-Beteiligung eher "unchristliche Allianz", dem Geschäftsführer der GVB öffentlich das Vertrauen entzogen. Das lässt tief blicken und erahnen, wo die Reise für den öffentlichen Nahverkehr in Gera hin gehen wird. In meinen Augen hat Herr Rühle seinen Job bisher fachlich kompetent sehr gut gemacht. Da er aber der fachlich inkompetenten Mehrheit im Stadtrat widerspricht, wird er nun "abgesägt". Toller Stil der Stadtratsmehrheit!

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