Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes (links) und sein Stellvertreter Frank Fritze
Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes (links) und sein Stellvertreter Frank Fritze. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

Kritik an Schulamt Lehrer beklagen "Unterrichtsnotstand" in Ostthüringen

Weil Schulen mit Lehrern unterbesetzt sind, schlägt das Ostthüringer Schulamt vor, die Zahl der sogenannten Lehrerwochenstunden zu reduzieren - also die Zeit, in der die Pädagogen beispielsweise AGs anbieten. Der Thüringer Lehrerverband sieht darin einen Skandal und beklagt einen "Unterrichtsnotstand".

Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes (links) und sein Stellvertreter Frank Fritze
Rolf Busch, Landesvorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes (links) und sein Stellvertreter Frank Fritze. Bildrechte: MDR/Alexander Reißland

In Thüringen ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Lehrer möglicherweise kein Geld mehr für schulische Tätigkeiten außerhalb des Unterrichts bekommen sollten. Anlass ist ein Schreiben des Ostthüringer Schulamts, das der Thüringer Lehrerverband (tlv) am Montag in Erfurt als Skandal bezeichnete. In dem Brief an alle Ostthüringer Schulen hatte das Schulamt am Freitag angeregt, über eine Reduzierung der für diesen Bereich vorgesehenen Lehrerwochenstunden nachzudenken.

Statt AG nach dem Unterricht: Lehrer könnten in anderen Schulen aushelfen

Der Lehrerverband beklagte daraufhin einen "Unterrichtsnotstand" in Ostthüringer Schulen. Sollten entsprechende Stunden gekürzt werden, erhielten Lehrer kein Geld mehr, um zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften, Chöre, Sportförderunterricht oder PC-Betreuungen zu leiten. Der Vorteil aus Sicht des Schulamts: Die betroffenen Lehrer könnten in der frei gewordenen Zeit an anderen, unterbesetzten Schulen unterrichten.

Der Leiter des Schulamts Ostthüringen, Berthold Rader, wies auf Anfrage darauf hin, dass es entsprechende Verordnungen nicht gebe. "Das Schreiben war lediglich ein Hinweispapier", betonte er. Es habe sich dabei explizit nicht um eine Anweisung gehandelt. Diese Entscheidung sei noch nicht gefällt.

Externe Lehrer könnten an Schulen zum Einsatz kommen

Ein Wegfall der Stunden würde nicht automatisch bedeuten, dass es künftig keine AGs mehr an den Schulen gebe, erläuterte der stellvertretende tlv-Landesvorsitzende Frank Fritze. Es sei beispielsweise möglich, die Leitung eines Chors an einen externen Lehrer aus der Musikschule zu übertragen. "Aber das gilt eben nicht für andere Bereiche, wie die PC-Betreuung oder die Aufgaben des Klassenlehrers", so Fritze.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. August 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2019, 20:44 Uhr

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22 Kommentare

14.08.2019 12:19 Julia 22

Leider ist das Schulamt Gera bei der Lösung dieses Problems nicht sehr kooperativ. So wird ein in Frankreich ausgebildeter Französischlehrer (Muttersprachler) mit Unterrichtserfahrung in Deutschland, der sogar bereit ist, nach Thüringen zu ziehen um zu unterrichten und dessen Einstellung von der in Französisch unterbesetzten Schule nachdrücklich gewünscht wurde, ohne nachvollziehbare Begründung blockiert. So geschehen, mit meinem Mann Valéry im vergangenen Herbst. Stattdessen werden bereits verbeamtete Lehrer verpflichtet, ein Maximum an Stunden wahrzunehmen und sogar noch Überland zu fahren, um hier und da Personal-Löcher zu stopfen, damit bloß kein Geld ausgegeben werden muss. Ein Schlag ins Gesicht für alle motivierten Akteure in diesem Bildungssystem

13.08.2019 21:00 martin 21

Unabhängig von der Frage, ob die eher niveauarmen Kommentare alles Wessis sind oder ob die Bildung zu DDR Zeiten doch nicht so toll war: Seit wann wäre die Regierung daran Schuld, wenn die Kinder immer dümmer würden? Nur mal angenommen, dass das überhaupt stimmt ....

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