An einer Hauswand ist ein Schriftzug angebracht. Er lautet: GWB Elstertal - Wohnen in Gera. Es handelt sich um das Logo der kommunalen Wohnungsgesellschaft der Stadt Gera.
Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Mit Landeshilfen Gera will Wohnungsgesellschaft GWB Elstertal zurückkaufen

Im Zuge der Stadtwerke-Insolvenz wollte Gera im Jahr 2014 Anteile der Wohnungsgesellschaft übernehmen. Das Land verweigerte jedoch einen Kredit über 30 Millionen Euro, die Anteile gingen an einen Investor. Jetzt will Gera sie zurück. Geschätzter Preis: 70 Millionen Euro.

An einer Hauswand ist ein Schriftzug angebracht. Er lautet: GWB Elstertal - Wohnen in Gera. Es handelt sich um das Logo der kommunalen Wohnungsgesellschaft der Stadt Gera.
Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Die Stadt Gera will mit einem Investitionsprogramm über 100 Millionen Euro die kommunale Wohnungsgesellschaft GWB Elstertal zurückkaufen. Profitieren von den Investitionen sollen auch Schulen und Straßen, kündigte Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos) am Mittwoch an.

Im Zuge der Stadtwerke-Insolvenz war die kommunale Wohnungsgesellschaft 2016 zu knapp 75 Prozent an ein Unternehmen in London verkauft worden. Über den Preis wurde damals Stillschweigen vereinbart. Gemeinsam mit dem Land Thüringen will die Stadt Gera die Anteile jetzt zurückkaufen. Wie genau das aussehen soll und was es kosten wird - dazu schweigen sowohl Oberbürgermeister Julian Vonarb als auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

70 Millionen Euro stehen im Raum

Beide verweisen auf Abkommen mit dem derzeitigen Mehrheitseigner Benson Elliott. Im Raum steht ein Preis von 70 Millionen Euro - also mehr als doppelt so viel wie bei der Stadtwerke-Insolvenz, als Gera einen Kredit über 30 Millionen Euro aufnehmen wollte, um die Anteile zu übernehmen. Das Landesverwaltungsamt untersagte dies jedoch unter Verweis auf die ohnehin schon desolate Haushaltslage der Stadt.

Mit dem Rückkauf wollen Stadt und Land verhindern, dass die Wohnungsgesellschaft in Einzelteilen weiterverkauft wird und die Mietpreise "ins Unermessliche steigen", sagte Vonarb. Außerdem will die Stadt aktiv an der Standortentwicklung mitwirken.

Vonarb rechnet dabei verstärkt mit Zuzügen aus Städten wie Jena oder Leipzig, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist. Ob der Rückkauf klappt, sei aber noch völlig offen, sagte Vonarb. Er hoffe, dass die Verhandlungen bis zur Jahresmitte abgeschlossen seien.

Dabei werde die Stadt keinen Kaufpreis unterzeichnen, der nicht wirtschaftlich nachvollziehbar sei. Ramelow sagte, dass das Land die Werthaltigkeit der rund 5.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten genau prüfen werde, bevor Geld fließe.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 20. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 06:57 Uhr

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10 Kommentare

23.03.2019 10:00 Willy November 10

Die Jahre unter professioneller Führung haben dem Wohnungsunternehmen und ohne politische Gängelei gut getan. Siehe Wertsteigerung. Und das soll jetzt rückgängig gemacht werden? So ein Irrsinn.

22.03.2019 09:23 Ichich 9

@7, @8, sicherlich lacht sich der Investor schief und scheckig. Noch einmal: Für 70 Mio. werden NUR die Wohnungen der GWB Elstertal "geschützt", ca. 5.800. Die >800 WE, die 11/2018 verkauft wurden, sind nicht darin enthalten. ;-) @8, Sie scheinen die "tollen Sanierungsleistungen" in DDR zu vergessen. Überdies: An der "Ökonomie", d.h. Zinsbelastung, Unterdeckung, Leerstand, Sanierungserfordernis wird sich nichts ändern, gleich ob der Eigentümer X,Y oder Z heißt.
Weitere Frage: Wenn der OB Zuzug und "steigende Mieten" prognostiziert, warum plant dann die GWB den ABRISS von Wohnblöcken in Bieblach-Ost ? Es würde weniger Geld verbrannt, wenn eine städt. Gesellschaft die abzureißenden Häuser und vorhielte = weniger "Investition", Wohnungsreserve gegen Mietsteigerungen.

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