Stillgelegter Knast Zukunft von einstigem Gefängnis in Gera noch ungewiss

Ein gutes halbes Jahr nach der Schließung des Gefängnisses in Gera ist die künftige Nutzung der Gebäude völlig ungewiss. Ein Verkauf der nicht mehr benötigen Immobilie sei beabsichtigt, teilte das Thüringer Liegenschaftsmanagement auf Anfrage mit. Wie viel Geld der frühere Knast einbringen soll, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Thüringens Justizministerium hatte die frühere Haftanstalt im Dezember vergangenen Jahres an die Behörde übergeben. Wann das ehemalige Gefängnis verkauft werden soll, steht auch noch nicht fest.

Ideen für Nachnutzung der früheren JVA Gera gefragt

Wenn es so weit ist, wird das Angebot über Printmedien, Immobilienportale im Internet und die Internetseite des Landesbetriebs verbreitet. Interessenten werden dann laut dem Liegenschaftsmanagement auch gebeten, eine Konzeption zur Nachnutzung des Objekts vorzulegen.

Außenaufnahme des Gefängnis-Gebäudes der JVA Gera mit dem Haupttor aus dem Jahr 2013
Die einstige Haftanstalt in Gera steht seit einem guten halben Jahr leer. Bildrechte: MDR/Bodo Schackow

Thüringens kleinste Haftanstalt war im Oktober vergangenen Jahres geschlossen worden. Sie war 1946 auf dem Gelände einer früheren Brauerei eingerichtet worden. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Gefangenen beständig zurückgegangen, die letzten 30 Gefangenen zogen dann in die Haftanstalten Hohenleuben und Suhl-Goldlauter um.

Ursprünglich sollte die Einrichtung erst geschlossen werden, wenn die gemeinsam mit dem Land Sachsen betrieben Justizvollzugsanstalt in Zwickau fertig ist. Das Ministerium begründet das vorzeitige Aus für das Gefängnis Gera mit wirtschaftlichen Erwägungen. Die Fertigstellung des Zwickauer Gefängnisses wird jedoch nicht vor 2020 erwartet. Nach aktuellen Planungen soll der Neubau rund 171 Millionen Euro kosten und 820 Männern Platz bieten, die zu Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt worden sind. Der Bau der neue Anstalten soll voraussichtlich im August beginnen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten für Ostthüringen | 16. Mai 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 09:36 Uhr

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4 Kommentare

16.05.2018 16:58 Nö-Doch! 4

Man könnte es auch wieder als Untersuchungshaftgefängnis einrichten, dann würden die U-Gef. in Hohenleuben nicht mehr zu sechst untergebracht werden, sondern nur einzeln, zu zweit oder maximal zu dritt. Wenn man logisch denken kann dann sollte man sich fragen, wie die Mittätertrennung in der JVA Hohenleuben wirksam funktionieren soll, unter diesen Bedingungen...aber wenn man das könnte, dann wäre man auch aus dem Staatsvertrag längst ausgestiegen...

16.05.2018 15:56 Lyn 3

@1 prima Idee .
Und dann sollte man denen sagen, dass es sich um ein besonderes Eventhotel handelt.
Es gibt tatsächlich Leute, die machen Urlaub im ehemaligen Knast, etwas ganz Besonderes.
Von einer Abschiebeeinrichtung abgesehen- ein besonderes Hotel ist sicher eine Idee.

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