Greiz Brücken-Abbruch für Hochwasser-Schutz

Beim Hochwasser 2013 wurde die Elster-Brücke im Greizer Ortsteil Dölau dem Gewerbegebiet zum Verhängnis. In den 1990er-Jahren zu schmal und mit einem Mittelpfeiler gebaut, sorgte sie für eine gehörige Überschwemmung. Jetzt wird sie abgerissen – als Teil einer großen Hochwasser-Schutzmaßnahme.

Im Greizer Ortsteil Dölau hat der Abriss der alten Elster-Brücke begonnen. Der Brückenabriss war notwendig geworden, nachdem beim Hochwasser 2013 die Weiße Elster genau an dieser Stelle über die Deichwände gelaufen war. Damals wurde auch das Gewerbegebiet überschwemmt. Die alte Brücke erwies sich als Nadelöhr: sie engte den Flusslauf künstlich ein und war mit einem Mittelpfeiler gebaut worden. Dadurch staute sich Treibgut vor der Brücke und begünstigte so die Überschwemmungen.

Neuer Rückzugsraum für die weiße Elster

Aus den Erfahrungen von 2013 haben die Greizer gelernt. Das bestehende Hochwasserschutzkonzept wurde für den Bereich Greiz-Dölau überarbeitet. Der Neubau der Brücke an der Liebigstraße ist dabei nur eine von vielen Aufgaben, die die Thüringer Landgesellschaft seit 2017 umsetzt. Auf einem zwei Kilometer langen Abschnitt werden Deiche saniert und verbreitert, auf einer Fläche von zwölf Hektar wird ein Rückzugsraum für die Weiße Elster geschaffen.

Diskussionen wegen der Kosten

Bagger an der Elsterbrücke in Greiz
Bildrechte: Andreas Dreissel/MDR

210 Tonnen schwer, etwa 50 Meter lang und acht Meter breit: Die neue Brücke wurde bereits 2019 unter den Augen vieler Schaulustiger über die Weiße Elster geschoben. Diskussionen gab es im Vorfeld vor allem wegen der Kosten. Neubau und Abriss der Brücke kosten etwa 2,3 Millionen Euro und damit ein Viertel der Gesamtkosten. Doch das Konzept funktioniert nur wenn das Brücken-Nadelöhr verschwindet.

Wenn Ende des Jahres alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Thüringer Landgesellschaft etwa zehn Millionen Euro in Greiz verbaut haben. Die Kosten tragen EU und Freistaat Thüringen gemeinsam. Der gesamte Abschnitt der Weißen Elster soll dann wieder ein unverbautes, natürliches Erscheinungsbild haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. September 2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

part vor 4 Wochen

Manche Brücken scheinen ewig zu halten, besonders je älter sie sind und den Flußlauf nicht behindern, bis ein Kampfflugzeug kommt und ein Weltkulturerbe vernichtet. Die gute alte, sich selbst tragende Bogenbrücke scheint dabei beim Architekturstudium nicht mehr zu genügen, preiswert und für maximal zwei Legislaturperioden darf es sein samt Nachbesserungen. Ich denke früher dachte man weiter, auch in Beziehung auf Extremunwetter, die zu allen Zeiten menschlicher Entwicklung vor kamen und heute in den Medien weltweit natürlich schneller Verbreitung finden dank Sensationsgier. Was passiert, wenn Brücken dagen in private Verantwortung gelangen zeigt das Unglück in Genua. Zum Glück finanziert heute der Steuerzahler alle Brücken in Deutschland, im Mittelalter erfand so mancher Adlige oder Schulze eine Brückenmaut zur Refinanzierung und zum Wohlergehen.

mdflhs vor 4 Wochen

Sehr geehrte Damen und Herren, warum wird denn für eine Brücke so viel Geld ausgegeben, aber für Spielplätze in Greiz und Umgebung gibt es kein Geld? Hier in Greiz sind beispielsweise viel zu wenig Spielplätze und dazu sind diese nicht einmal mehr richtig nutzbar, da die Kinder sich fast überall verletzen durch Splitter, Glas etc. Und dazu was sollen die Kinder auf Spielplätzen spielen wenn nichts vom alter 1-14 vorhanden ist? Vielleicht sollte erstmal etwas für die Kids aufgebaut werden so wie für die ganzen Jugendlichen über die man sich immer aufregt, weil diese immer alles randalieren da nix vorhanden ist wo diese ihre Kreativität auslassen könnten. Und bei geschätzt 5000 Kindern sind 6 Spielplätze nun wirklich zu wenig...
Ist echt traurig, aber leider wahr...

Schönen Abend noch.

Mfg Eichhorn/Natho

Lyn vor 4 Wochen

Es hilft ja nichts.

Was muss das muss.

Diesmal bitte richtig.

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