Corona-Pandemie Corona-Infektionen: Landkreis Greiz deutschlandweit mit stärkster Zunahme

In den meisten Thüringer Regionen gibt es kaum noch Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Ganz anders sieht es im Landkreis Greiz aus: Der nimmt laut Robert-Koch-Institut deutschlandweit eine traurige Spitzenposition ein.

Proben für Corona-Tests werden im Diagnosticum-Labor in Plauen für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Das Land Thüringen will die Zahl der Corona-Tests nicht nur im Landkreis Greiz deutlich ausweiten. Bildrechte: dpa

Im Landkreis Greiz steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus deutschlandweit am stärksten. In den vergangenen sieben Tagen kamen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) knapp 60 Neuinfektionen dazu. Laut RKI-Präsident Lothar Wiehler gibt es in Deutschland derzeit nur zwei Landkreise, in denen die Rate bei mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt. Neben den Landkreis Greiz ist das der Kreis Traunstein in Südbayern mit 55 Neuinfektionen. Alle anderen Kreise und kreisfreien Städte liegen deutlich darunter.

Knapp 480 Menschen infiziert

Das Coronavirus wurde laut dem täglichen Bulletin der Landesregierung inzwischen bei 476 Menschen im Kreis nachgewiesen. 31 mit Covid-19-Infizierte sind in den vergangenen Wochen gestorben. Die meisten Infektionen wurden in der Stadt Greiz, in Zeulenroda-Triebes, Mohlsdorf-Teichwolframsdorf und Langenwetzendorf festgestellt. Ursache für die vielen Fälle sollen zwei große Familienfeiern sein.

Am Wochenende waren 855 Tests in Alten- und Pflegeheimen im Landkreis Greiz durchgeführt worden. Bis Montagnachmittag wurden auf diesem Wege 19 Infektionen nachgewiesen, davon acht bei Heimbewohnern in Zeulenroda-Triebes. Am Mittwoch sollen die Ergebnisse vollständig vorliegen, wie das Landratsamt MDR THÜRINGEN mitteilte.

Coronavirus-Fälle in Thüringen Karte anzeigen

Karte anzeigen

mehr

Mehr zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Mai 2020 | 14:00 Uhr

42 Kommentare

Grosser Klaus vor 13 Wochen

Da muss ich ihnen widersprechen, Jena ist in der Veröffentlichung der Zahlen intransparent.
Andere Thüringer Städte und Kreise veröffentlichen transparent die Zahlen der Neuinfizierten und Genesenen, insbesondere wie sich die Neuinfizierten infiziert haben. In Jena haben sich mit Sicherheit viele infiziert als der ÖPNV über Nacht auf 20 Prozent heruntergefahren wurde.

raba29 vor 13 Wochen

Und wieder waren Feiern Ausgangspunkt von sog. Hotspots. Man könnte auch hier vermuten, dass mangelnde Hygiene bei Getränkeausgabe die Ursache sein könnte. Gläser werden schnell wiederbefüllt, nur kurz durch lauwarmes Wasser gezogen, einmal mit kaltem Wasser gespült, ein idealer Boden für Viren. Genauso ist es in Gangelt ( Karneval), Tirschenreuth (Starkbierfest), Ischkel (Kneipen), Esslingen (Posaunenfest) und Mailand ( Fußball Bergamo-Valenzia) passiert.

Emil Albert vor 13 Wochen

Sind die Zahlen vielleicht nur so hoch, weil die durch diese Tests viele symptomlose Fälle gefunden haben? Dann gäbe es dort vielleicht kein Problem, im Gegenteil.
Die tatsächliche Zahl der bisher Infizierten ist in Deutschland wahrscheinlich 10 mal so hoch wie die Zahl der nachgewiesenen Infektionen.
Das Problem ist dann eher, dass die neue Beschränkung auf 50 neue Fälle pro 100000 Einwohner dazu führt, dass solche anlasslosen Tests nicht gemacht werden.

Mehr aus der Region Gera - Zwickau - Plauen

Mehr aus Thüringen

Eine Hand hält eine Checkkarte zum Einkaufen. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK