Pflegeheime im Fokus Massentest im Landkreis Greiz: 47 neue Corona-Infektionen festgestellt

Im Landkreis Greiz steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Verhältnis zur Einwohnerzahl deutschlandweit am stärksten. Nun wurden 855 Bewohner und Beschäftigte von Pflege- und Seniorenheimen auf das Virus getestet.

Bei den Corona-Massentests im Landkreis Greiz sind insgesamt 47 weitere Infektionen festgestellt worden. Insgesamt wurden am Wochenende 855 Bewohner und Beschäftigte von sechs Pflege- und Seniorenheimen auf das Virus getestet, sagte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) am Donnerstag. Die Zahl der positiven Befunde entspricht einer Quote von 5,5 Prozent.

Schweinsburg sagte erneut, es werde keine Quarantäne für den gesamten Landkreis geben. Ein solcher Schritt sei höchstens etwa für ein Heim vorgesehen, wenn dort verstärkt Infektionen festgestellt würden.

Die bisherigen Infektionswege seien genau verfolgt worden. Demnach habe eine Infektionskette im Landkreis Greiz oft bei einer großen Familienfeier begonnen oder bei Personen, die aus Risikogebieten zurückgekehrt waren. Oft seien die Covid-19-Symptome jedoch erst relativ spät aufgetreten.

Hilfe bei Bundeswehr und Rotem Kreuz beantragt

Die Coronaviren seien "unsichtbarer Gegner", die es erstzunehmen gelte, sagte Schweinsburg. "Wir halten uns eisern an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Wir testen, testen, testen." In den betroffenen Heimen soll nun jede Woche bei jedem negativ getesteten Mitarbeiter und Bewohner ein weiterer Abstrich genommen werden.

Bundeswehr und Deutsches Rotes Kreuz sollen das Gesundheitsamt Greiz bei den Tests unterstützen. Es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Infizierten in den kommenden Tagen weiter steigen werde - weil mehr getestet wird als zuvor.

Als Ausgangspunkt der Infektionskette in Greiz sind nach Angaben der Landrätin zwei Familienfeiern bekannt. Bei einem der Treffen Ende Februar, Anfang März war nach ihren Angaben auch ein Rückkehrer aus dem Skiurlaub in Ischgl, Österreich dabei. Bei den Teilnehmern der Familienfeiern handelte es sich um "sozial engagierte" Menschen - darunter Unternehmer und ein Arzt. Symptome habe keiner, auch Wochen danach. Am 13. März wurde dann aber der erste positive Covid-19-Fall in Greiz erfasst.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. Mai 2020 | 19:00 Uhr

19 Kommentare

Labiles Genie vor 8 Wochen

Keine Angst: Die Bundeswehr eilt zu Hilfe. Alle Viren werden standrechtlich erschossen.

Im Ernst: Mit der Makenpflicht nehmen es die Ostthüringer leider nicht allzu genau.

pkeszler vor 8 Wochen

"Vielleicht könnte Frau Schweinsburg nach nun 26(!) Jahren auf dem Landratsthron sich endlich in die Rente begeben?"
Wenn das mit den 26 Jahren stimmt, dann ist es längst an der Zeit, dass Frau Schweinsburg jetzt zurück tritt. Wir können keine Berufspolitiker gebrauchen und selbst, wenn es die Landrätin ist.

Sunshine vor 8 Wochen

Es gibt auch in anderen Kreisen Flüchtlingsunterkünfte... mit geringeren Infektionenzahlen... .

Vielleicht könnte Frau Schweinsburg nach nun 26(!) Jahren auf dem Landratsthron sich endlich in die Rente begeben?

Der gemeine Bürger wird es ihr danken.

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