Schutzkonzepte nicht ausreichend Coronavirus: Land setzt schärfere Regeln in Greiz und Sonneberg durch

Das Land Thüringen tritt in den Corona-Hotspots Sonneberg und Greiz auf die Bremse. Laut Thüringer Gesundheitsministerium dürfen in den beiden Landkreisen Gaststätten nur im Außenbereich öffnen.

Besucher der Innenstadt von Greiz gehen durch eine Einkaufsstraße im Zentrum der Altstadt.
Innenstadt von Greiz Bildrechte: dpa

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat Kritik an den neuen Schutzkonzepten der Landkreise Sonneberg und Greiz geäußert. Im Falle von Greiz werde das Land schärfere Maßnahmen ergreifen als vom Kreis vorgeschlagen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. "Die Öffnung der gastronomischen Betriebe im Landkreis ist für die kommenden zwei Wochen zunächst nur auf die Außenbereiche zu beschränken", sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). Konkret bedeutet dies, dass Gaststätten im Innenbereich bis einschließlich 28. Mai keine Besucher empfangen dürfen.

Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) bezeichnete die Vorgabe des Landes in einer Mitteilung als "unsinnig und unverhältnismäßig". Sie werde die Anweisung aber befolgen. Schweinsburg wehrte sich zuletzt vehement gegen schärfere Regeln als im restlichen Land, da der Schwerpunkt der Infektionen in den Pflegeheimen liege. Der Kreis Greiz wollte gegen die Infektionsherde vor allem vorgehen, indem er das Besuchsverbot in Pflegeheimen und Kliniken fortsetzt. Die Thüringer Verordnung sieht dort begrenzte Lockerungen vor.

Das Greizer Schutzkonzept sieht nach eigenen Angaben auch die Schließung der Musikschule und der Kreisvolkshochschule mit ihren Außenstellen bis zum 31 Mai vor. Zudem sollten alle Kontaktpersonen von positiv Getesteten ebenfalls auf das Virus getestet werden. Dies sei aufgrund der fehlenden rechtlichen Grundlage bislang aber gescheitert.

Auch Sonneberg muss nachbessern

Auch im Falle von Sonneberg bemängelte das Ministerium, dass bislang keine Regel dazu aufgestellt worden sei, Gaststätten nur im Außenbereich zu öffnen. Deshalb sei der Kreis verbindlich dazu aufgefordert worden. Sonneberg änderte noch am Donnerstagabend seine Verordnung entsprechend und ergänzte, dass Gaststätten im Innenbereich auch weiterhin bis einschließlich 28. Mai 2020 geschlossen bleiben müssen.

"Wir werden nun genau beobachten, wie sich das Infektionsgeschehen in den beiden Landkreisen weiterentwickelt und Anfang kommender Woche die Lage neu bewerten", sagte Gesundheitsministerin Werner.

Zu den weiteren Maßnahmen, die Sonneberg bekannt gab, zählt etwa wie in Greiz ein Besuchsverbot für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Zudem sehen die neuen Kreis-Maßnahmen in Sonneberg vor, dass in öffentlich zugänglichen Bereichen mit Publikumsverkehr in Gebäuden und geschlossenen Räumen eine Maske zu tragen ist, die Mund und Nase bedeckt.

"Angesichts unserer angespannten Corona-Lage ist es unsere Aufgabe, mit Augenmaß zielgerichtet Stellschrauben zum Schutz unserer Bevölkerung anzuziehen", sagte Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). Gleichzeitige wolle man Lockerungen der jüngsten Landesverordnung weitestgehend im Kreis ermöglichen.

Sonneberg und Greiz Corona-Brennpunkt

In beiden Landkreisen lag die Infektionsrate zuletzt über der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Damit galten sie in Thüringen, aber auch bundesweit als Brennpunkte beim Infektionsgeschehen. Die Zahl 50 haben Bund und Länder als Obergrenze festgelegt - wird sie überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden. Nach Eingreifen des Landes gelten in beiden Kreisen nun strengere Regeln als im Rest Thüringens.

Hinweis der Redaktion: Ursprünglich teilte der Kreis Greiz mit, dass auch die Museen bis zum 31. Mai geschlossen bleiben. Dies ist nicht der Fall. Wir haben die entsprechende Passage korrigiert.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Mai 2020 | 20:00 Uhr

25 Kommentare

Grosser Klaus vor 1 Wochen

Jeden Tag kommt die Lage im Landkreis Greiz, klar ist auch das es auch neue Fälle geben wird.
Mich interessiert, der Hintergrund der Infektionen im Landkreis Greiz, natürlich ohne Namen zu nennen, also die Neuinfizierten, die Infektionswege bzw. die Infektionsketten.
Das wäre doch mal für den MDR eine journalistische Herausforderung und man könnte für sich etwas aus dieser Meldung mitnehmen.

Grosser Klaus vor 1 Wochen

Es muss endlich auf das Versagen der Greizer Landrätin Frau Martina Schweinsburg und dem Versagen ihres Gesundheitsamtes geschaut werden, immerhin gibt es Landkreis Greiz die höchsten Infiziertenzahlen, die meisten Verstorbenen und täglich die meisten Neuinfizierten.

Ernst678 vor 1 Wochen

Wer lesen kann und das Gelesene auch versteht ist unzweifelhaft im Vorteil, also noch mal von vorn.....
Was den Zusammenhang zwischen FFF, Klima (und nehmen wir ruhig noch Asyl dazu) zu Corona betrifft: zur Zeit haben wir andere Sorgen als das Klima, auch die Klimafreaks werden mit freundlichem weiteren Anhäufen von Steuern und Abgaben durch rot-grün den Billionen-Schuldenberg abtragen müssen und natürlich gibt es neue Erkenntnisse in Sachen Corona, denn das was uns Merkel, Spahn und Drosten verkünden ist ja nicht der Weisheit letzter Schluß. Übrigens, einer meiner Bekannten, Kleinstunternehmer, ist inzwischen durch Corona pleite und arbeitslos, der glaubt nicht mehr das Kritiker nur Ängste schüren, für ihn ist das schon Realität. Und auch bei mir haben sich inzwischen fast 10Tausend Euro wegen der Coronamaßnahmen in Luft aufgelöst. Und wer wirklich seit Eurorettung und Grennzöffnung die Spaltung der Gesellschaft weiterhin vertieft dürfte eigentlich auch ihnen nicht entgangen sein.

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