Hohe Infektionszahlen Coronavirus: Thüringer Landesregierung erhöht Druck auf Kreis Greiz

Der Landkreis Greiz zählt deutschlandweit zu den Corona-Brennpunkten. Bisher weigerte sich die dortige Landrätin, von weiteren Lockerungen abzusehen. Jetzt fordert das Land ein schnelles Konzept.

Fast menschenleer sind die Straߟen und Plätze der Ostthüringer Stadt am Sonntagvormittag.
Die Kreisstadt Greiz Bildrechte: dpa

Die Thüringer Landesregierung verlangt vom Landkreis Greiz bis zum Mittwoch einen Plan zur Eindämmung der Infektionsgefahr durch das Coronavirus. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte am Dienstag: "Wir erfahren aus der Presse, welche Maßnahmen Frau Schweinsburg umsetzen will". Bis Mittwoch solle die Landrätin ein Konzept vorstellen, wie mit dem Landkreis und den Hotspots umzugehen sei.

Die Zahl der Neuinfektionen lag im Kreis Greiz zuletzt bei deutlich über 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Bund und Länder haben eine Quote von 50 als Obergrenze festgelegt. Wird diese überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erarbeitet werden.

Greiz will landesweite Lockerungen übernehmen

Trotz hoher Infektionsraten will der Kreis Greiz keine größeren Abstriche bei den landesweiten Corona-Lockerungen machen, die ab Mittwoch in Kraft treten. Die neue Verordnung sieht unter anderem die Öffnung der Gastronomie und von touristischen Einrichtungen ab dem 15. Mai vor.

Martina Schweinsburg
Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg Bildrechte: dpa

Landrätin Martina Schweinsburg hatte zuletzt mehrfach betont, dass die Infektionsketten in ihrem Kreis genau nachvollziehbar seien. Die Infektionsschwerpunkte lägen demnach in den Pflegeheimen. Deswegen werde lediglich das Besuchsverbot in den Pflegeheimen und Krankenhäusern fortgesetzt. Ansonsten werde sie sich "eisern an die Verordnung des Landes halten".

Am Mittwoch wollte Schweinsburg ursprünglich ein Statement zum weiteren Vorgehen in Greiz geben. Das Landratsamt sagte die anberaumte Pressekonferenz jedoch ab. Zunächst solle es weitere Beratungen mit der "Task Force" des Thüringer Gesundheitsministeriums und weiteren Landesbehörden geben.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Mai 2020 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 27 Wochen

@Martin: Die Greizer haben somit eine neue Species durch Mutation hervorgebracht. Respekt. Man sollte diese Innovation weiter investigativ beobachten. Hier kann man noch viel lernen. Im Ernst mir fehlen weiter klare Vorgaben, was bei welcher Infektionsrate zu tun ist. Das fängt schon bei der WHO an. Hauptsache, dass die ICD-Codes auf Stand sind. Regeln für Pandemien kriegen die nicht auf die Reihe. Kann denen Mal jemand der nicht Trump heißt Feuer unterm Hintern machen. Von denen ist gar nichts mehr zu hören. Sind die zu 100% in Kurzarbeit? Müssen den jetzt Laien die Regeln aufstellen?

CrizzleMyNizzle vor 27 Wochen

"...Daraufhin brüllte die Menge „Widerstand, Widerstand“. Es gäbe natürlich auch andere Alternativen, sagte Pirinçci dann. „Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ Wegen dieser Aussage wurde jetzt die Dresdner Staatsanwaltschaft aktiv, nachdem eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt wurde."
*Tagesspiegel
Was ich damit sagen will, wer sich mit solchen Leuten umgibt (und diese halten ja auch viele Reden), zuhört und klatscht... der muss sich nun mal gefallen lassen in die rechte Ecke gestellt zu werden. Egal ob Oma Erna und Opa Gerd, Onkel Thomas und Nichte Sarah-Jane sonst eigenltich normale Menschen sind. Hier sind sie im warsten Sinne Mitläufer.

CrizzleMyNizzle vor 27 Wochen

"bei Pegida und Co usw mehrfach dahingehend funktioniert hat das die für den Moment ruhig gestellt wurden. Nur um bei der nächsten Gelegenheit noch zahlreicher auf die Straße zu gehen."
Damit macht man es sich etwas zu einfach, mMn kann es nicht angehen dass man so alles hinnehmen muss.

Wenn auf "meiner" Demo (passiert immer wieder Pegida) Leute mit Reichskriegsflagge mitlaufen (auch bei Corona-Spaziergängen) und es niemand schafft (die Organisatoren zumindest aber doch auf jeden Fall echte Demokraten unter den Demonstranten?) die Fahnenschwenker dazu zu bringen diese Fahnen unten zu lassen, muss man sich nicht sonderlich wundern. Das ist ja auch nur ein Aspekt, hört man sich die Reden an... da fehlt meist nur das: Sound auf mono, ab und an ein Knacken rein, alles schwarz/weiß mit schlechter Bildqualität und man denkt man hört Reden aus den 20/30ern.
Es gibt nach dem Mord von W. Lübcke Interviews (WDR) mit "Mitläufern" der Pegida Demo DD, gibt ein interessanten Blick in die Denke.

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