In der Nacht zum Freitag (12.07.2019) ist der Fanfarenzug nach Greiz zurückgekehrt. Er war zuvor bei der WM in Calgary in Kanada.
Der Fanfanrenzug ist in der Nacht zum Freitag nach Greiz zurückgekehrt. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Rückkehr aus Kanada Greizer Fanfarenzug nach WM-Erfolgen euphorisch zu Hause begrüßt

Ganz alltäglich ist das nicht: Dutzende Menschen stehen mitten in der Nacht zu Freitag in Greiz auf der Straße und warten auf einen Bus. Sie wollen ihren Fanfarenzug begrüßen, wollen den Spielleuten ganz persönlich gratulieren - denn die gehören jetzt zu den besten Fanfarenzügen der Welt.

In der Nacht zum Freitag (12.07.2019) ist der Fanfarenzug nach Greiz zurückgekehrt. Er war zuvor bei der WM in Calgary in Kanada.
Der Fanfanrenzug ist in der Nacht zum Freitag nach Greiz zurückgekehrt. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Was die Greizer drauf haben, das ist längst kein Geheimnis mehr. Sie sind mit ihrem unterhaltsamen Repertoire und ihrem Auftreten über die Stadt und das Vogtland hinaus bekannt, begeisterten vor zehn Jahren schon beim Thüringentag in Greiz und sind gern gesehen zu großen und kleinen Events in der Region. Deshalb starteten sie nicht ohne Selbstbewusstsein bei der Weltmeisterschaft der Spielmannszüge in Kanada.

Fanfarenzug vom guten Abschneiden bei der WM in Kanada selbst überrascht

Aber was sie dort erreichten, das überraschte sie selbst wohl am meisten. Egal ob Drum-Battle, Marsch- oder Show-Programm - die Jury belohnte sie mit Bronze-, Silber- und Gold-Prädikaten. Überglücklich resümierte Michael Lippert, der Chef des Greizer Fanfarenzuges noch in Calgary: "Wir haben alle unsere Ziele erreicht, sogar übertroffen. Wir sind unter den Top Ten der Welt. Was will man mehr?" Lippert hatte schon lange davon geträumt, mit seinen Leuten einmal dabei zu sein bei so einer Weltmeisterschaft der WAMSB, der World Association of Marching Show Bands.

Wie der Traum für den Fanfarenzug aus Greiz Wirklichkeit wurde

Aber bekanntlich platzen Träume ja oft wie Seifenblasen. So schien es auch diesmal zu sein, als Lippert hochrechnete, was es kosten würde, zur WM nach Kanada zu reisen: An die 100.000 Euro! Was der Fanfarenzug aus eigenen Kräften nie hätte stemmen können, das klappte am Ende aber doch. Über Monate hinweg brachten Spender und Sponsoren die Summe auf. Doch wie könnte man all den Unterstützern ein bisschen danken? Und wie dem Fanfarenzug noch einmal viel Glück wünschen? Jan Popp vom Verein "Greiz Erleben" grübelte nicht lange darüber nach. Er organisierte eine kleine Verabschiedungszeremonie zu ungewöhnlicher Stunde, in der Nacht zum 1. Juli, als der Fanfarenzug auf seine Reise ging - über mehr als 7.600 Kilometer, von Greiz nach Calgary.

Kleine Truppe unter großen Ensembles

In der Nacht zum Freitag (12.07.2019) ist der Fanfarenzug nach Greiz zurückgekehrt. Er war zuvor bei der WM in Calgary in Kanada. Bei der Ankunft in Thüringen floss auch die eine oder andere Träne.
Der Drum Major des Greizer Fanfarenzuges, Robin Vogel, und viele andere sind in dieser Nacht sichtlich gerührt. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Doch was erwartet sie in Calgary? In der Abschiedsnacht ist nur so viel klar: Es würde Wettbewerbe in vier Disziplinen geben. Der Wettkampfort ist ein Stadion, das 20.000 Zuschauern Platz bietet. Und zur Konkurrenz gehören 17 Ensembles aus aller Welt. Und die sind zum Teil weitaus größer als die Greizer Truppe… Michael Lippert hatte zur WM etwas mehr als 30 Spielleute an seiner Seite. Und sie schafften es bis ins Show-Finale. Bei diesem abschließenden Wettkampf wurde ein kanadisches Gastgeber-Ensemble als Sieger gekürt. Darüber berichtete der Greizer René Kramer in die Heimat: "Der erste Platz ging an die Calgary Stampede Show Band, die mit ihren 167 Aktiven eine fulminante Show lieferten." Die für Greiz und sämtliche Fans in ganz Thüringen aber noch wichtigere Information lautete: "Zur großen Überraschung aller wurde unser Stabführer Robin Vogel zum zweitbesten Stabführer (Drum Major) der Welt 2019 gekürt."

Freudentränen, Appetit und neue Pläne in Greiz

Robin Vogel wischt sich eine kleine Freudenträne aus den Augen: Mit so einem Empfang in seiner Heimatstadt hatte er nach den zwölf Reisetagen nicht gerechnet. Es ist wieder mitten in der Nacht. Und doch sind wieder viele Greizer gekommen, um ihren Fanfarenzug die Aufwartung zu machen. Was macht es da schon, dass es ausgerechnet in dieser Stunde ein bisschen regnet? Wieder hat Jan Popp die Fäden für die Begrüßungsfeier in den Händen gehabt: Er sorgte für Willkommens-Plakate am Kreisverkehr. Und er hat auch einen kleinen Imbiss organisiert. Denn eine Botschaft war schon während der WM über den großen Teich nach Greiz durchgedrungen: Mit der amerikanischen Küche sind einige nicht so zufrieden gewesen: zu fett, zu süß, zu ungewohnt. So einige hätten Appetit auf eine richtige Bockwurst und auf ein Greizer Bier, wusste Jan Popp. Und Michael Lippert, der Vereinschef, bestätigt das in dieser Nacht. Und sagt dann noch eines: Wenn die WM-Erlebnisse so richtig gesackt sind, dann müsse man mal beraten - über neue Pläne und neue Ziele.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 12. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2019, 16:02 Uhr

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