Mitglieder des Fanfarenzugs Greiz
Der Fanfarenzug Greiz meistert viele Auftritte in der Region. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Sie wollen nach Kanada Fanfarenzug Greiz hofft auf die WM

Der "Fanfarenzug Greiz" hat einen großen Traum. Er will im Juli nach Kanada fliegen, um in Calgary um den Weltmeistertitel zu kämpfen. Doch es gibt ein großes Aber: die hohen Reisekosten.

von Kathrin Große

Mitglieder des Fanfarenzugs Greiz
Der Fanfarenzug Greiz meistert viele Auftritte in der Region. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Weltmeistertitel können nicht nur im Sport errungen werden, sondern auch auf musikalischer Ebene. Der "Fanfarenzug Greiz" hat sich für die Weltmeisterschaft der Fanfarenzüge qualifiziert. Bereits zum vierten Mal. Und jetzt wollen die Hobbymusiker es wissen. Stabführer Robin Vogel: "Für uns war das bisher ein Riesending, uns überhaupt zu qualifizieren. Wir haben intensiv trainiert, so dass wir nun an einem Punkt sind, an dem wir es dieses Mal mit der WM-Teilnahme versuchen wollen".

Mitglied des Fanfarenzugs Greiz
Stabführer Robin Vogel trainiert regelmäßig mit der gesamten Mannschaft in den Vereinsräumen, in Hallen und auf Fußballplätzen, um fit für die WM-Teilnahme zu werden. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Für die Greizer ist es ein ganz großer Traum, eine Vision, in Kanada dabei sein zu können. Doch dafür braucht der Fanfarenzug Greiz 90.000 Euro. Soviel kosten Flug, Instrumententransport, Unterkunft und Frühstück für die 30 Vereinsmitglieder. "Es ist für uns als kleiner Verein sehr schwierig, so eine Summe zu stemmen. Deshalb brauchen wir jede Hilfe, die wir bekommen können, um unseren Traum zu verwirklichen", so Vogel. Entsprechend wurden Fördermittel beantragt und Sponsoren angefragt. Der Verein meistert viele Auftritte und engagiert sich bei Projekten, um Spenden zu sammeln und Sponsoren zu gewinnen.

Weltweiter Botschafter

Auch die Stadt unterstützt, wo sie kann, betont der Greizer Bürgermeister Alexander Schulze: "Ich bin als Bürgermeister begeistert, wenn Greiz in aller Welt bekannt wird. Wir haben einen Aufruf gestartet im Amtsblatt und um Spenden gebeten. Auch im Stadtrat wird es eine Initiative geben. Ich wünsche mir sehr, dass die Fahrt stattfinden kann, weil Calgary das Mekka für Fanfarenzüge ist. Das ist die Chance, die Qualifikation ist da, es muss funktionieren."

Bürgermeister Alexander Schulze der Stadt Greiz
Auch Bürgermeister Alexander Schulze drückt die Daumen. Der Fanfarenzug Greiz kann durch seinen Auftritt in Kanada die Stadt in aller Welt bekanntmachen. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Instrumente auf Dachboden

Dass es den Fanfarenzug überhaupt gibt, ist dem Zufallsfund eines Lehrers zu verdanken. Dieser hatte 1964 auf dem Dachboden der Greizer Goetheschule Trommeln und Fanfaren entdeckt und kurzum den Fanfarenzug gegründet. Fast von Anfang an war Bernd Jahn dabei, der mit neun Jahren eingetreten ist. "Es war damals ein reiner Schulfanfarenzug, der zu Appellen gespielt hat und zu allen Schulanlässen. Damals kam der Russischlehrer, der Begründer des Fanfarenzuges, und meinte, wer noch keine AG hat, der soll sich beim Fanfarenzug melden. Mein Schulfreund war total begeistert und nahm mich mit. Seitdem sind wir dabei."

Mitglieder des Fanfarenzugs Greiz
Bernd Jahn ist mit 59 Jahren der Vereinsälteste, er ist seit 50 Jahren dabei. Miriam Steudel ist mit zwölf Jahren die Jüngste und auch schon seit acht Jahren dabei. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Mittlerweile hält er dem Verein seit 50 Jahren die Treue und ist der Älteste von allen. Gerne erzählt er auch davon, dass der Fanfarenzug Greiz bereits zu DDR-Zeiten musikalische Meilensteine setzte und für damalige Verhältnisse viel herumgekommen ist. "Mein erster großer Auftritt waren die Weltfestspiele 1973 in Berlin. Wir haben an allen Kinder- und Jugendspartakiaden teilgenommen." Nach der Wende wurden die Greizer mehrfach Thüringenmeister und schafften sogar gemeinsam mit anderen Fanfarenzügen den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Doch nun will der Fanfarenzug Greiz am ganz großen Weltmeisterschafts-Rad mitdrehen.

Training auch auf Fußballplätzen

Für Calgary wird hart trainiert, betont Robin Vogel. Denn die Mannschaft muss einige Kategorien meistern. "Eine Kategorie ist zum Beispiel Marsch, wo man als Zug einen Parcours meistern und alles im Gleichschritt laufen muss. Eine andere Kategorie heißt 'Show'. Da muss man Bilder laufen auf der Größe eines Fußballplatzes, mal einen Kreis, eine Linie und ähnliches bilden und alles muss synchron sein. Auch eine Straßenparade wird es geben, bei der man durch Calgary marschiert und die Jury bewertet alles", erklärt Vogel.

Mitglieder des Fanfarenzugs Greiz
Der Fanfarenzug Greiz auf dem Weg zu einem Auftritt. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Entscheidungsfrist bis Jahresende

Bis zum Jahresende muss der Verein den Großteil der Reisekosten zusammen haben, denn dann fällt die Entscheidung, ob die Reise gebucht werden kann oder nicht. Derweil greift das Reisefieber immer mehr um sich und die Mitglieder des Fanfarenzuges hoffen umso stärker, dass sie in Calgary um den Weltmeister-Titel kämpfen können. So meint zum Beispiel die 20-jährige Anna Theurich, die seit zwölf Jahren im Verein dabei ist und Fanfare spielt: "Es wird bestimmt ein super Erlebnis, wir lernen neue Leute kennen, man sieht andere Vereine, man kann Erinnerungen teilen, also das ganze Erlebnis. Egal, wie die WM-Teilnahme ausgeht, es wird eine Riesenerfahrung und da möchte ich gerne dabei sein."

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 29. September 2018 | 07:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2018, 11:49 Uhr

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