Zeulenroda mit Talsperre
Talsperre Zeulenroda - oder schmückender "Zeulenrodaer Meer" Bildrechte: IMAGO

Im zweiten Anlauf Ferienhaussiedlung an Talsperre Zeulenroda geplant

MANOAH - dieser Name leite sich her von einem hebräischen Wort, sagt der Design- und Marketing-Profi Kay Krause. Es stehe für "Gabe" oder "Geschenk", aber auch für "Ort der Ruhe". Und genau so soll siesie für Erholungssuchende am Zeulenroder Meer sein - Ferienhaussiedlung MANOAH.

von Marian Riedel

Zeulenroda mit Talsperre
Talsperre Zeulenroda - oder schmückender "Zeulenrodaer Meer" Bildrechte: IMAGO

Kay Krause von der Agentur KOCMOS aus Leipzig und der Architekt Dieter Müller aus Bad Berka haben klare Vorstellungen, wie es sein wird, wenn man MANOAH-Gast ist. Ab Spätsommer 2020 sollen die Urlauber am Talsperren-Stausee in den Holzbau-Häusern Ferien machen können. Und es sei kein Problem, dass dann die warme Jahreszeit langsam zu Ende gehen wird.

Bohrgeräusche am "Ort der Ruhe"

Denn die Häuser am See werden aus dem Boden unter ihnen mit Erdwärme versorgt - also durchaus nicht nur Sommerhäuser sein. Zur Zeit wird gerade in die Tiefe gebohrt. Nicht zum ersten Mal.

Bohranlage auf Wiese
Bohren für die Erdwärme Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Denn es hat schon Erkundungen nach Wasser gegeben, sagt Marco Lange. Der Direktor des Bio-See-Hotels Zeulenroda ist einer der beiden Geschäftsführer für die neue Ferienhaussiedlung. Und er hat eingeladen in ein Zelt, das genau an der Stelle steht, wo im kommenden Jahr der Gästeempfang, aber auch die technischen Anlagen für Wasserversorgung, Heizung und Kühlung installiert sein sollen.
Gleich neben dem Zelt liegt das Areal, auf dem mit Pflöcken die Standorte für die 21 Häuser abgesteckt sind. Die Idee, hier Urlauber wohnen zu lassen, ist nicht neu. Sie entstand schon 2017. Damals wurden gleich zwei Wettbewerbe mit Unterstützung der Landesentwicklungsgesellschaft veranstaltet. Und die Unternehmerfamilie Bauerfeind stand in den Startlöchern für einen Baubeginn. Dann aber kam das Projekt ins Stocken.

Neustart mit weniger Fördermitteln

Marco Lange redet nicht drumherum: Ja, die Umsetzung der Idee lag eine Zeit lang auf Eis. "2017 gab es in Thüringen andere Förderrichtlinien", erklärt Lange. Damals sah es so aus, als würde der Freistaat viel mehr Geld zur Unterstützung geben, als es dann möglich war. Vor einem halben Jahr aber habe Familie Bauerfeind das Ganze noch einmal beraten und dann entschieden: Wir machen es doch, auch wenn Thüringen jetzt nicht mehr soviel zuzahlt. Was das MANOAH-Projekt koste, wird Marco Lange gefragt. Fünf Millionen Euro, antwortet er. Und erzählt, dass die Investoren längst Geld ausgegeben haben. Um neue Bäume zu pflanzen - als ökologischen Ausgleich für das Ferienhaus-Projekt. Deshalb können nun unterhalb der Baufläche ein paar Bäume fallen - die Gäste des MANOAH bekommen so einen Seeblick.

Keine Konkurrenz zum Hotel

Bisher hatten die Urlauber im Bio-See-Hotel das Privileg des Seeblicks. Das Hotel war in den 1990er Jahren von Hans B. Bauerfeind vor dem Abriss bewahrt worden. Er entschied sich damals, das ehemalige FDGB-Ferienheim zu kaufen und zu einem Tagungsort zu entwickeln. Denn der weitsichtige Unternehmer wagte eine Tourismus-Idee, die damals noch vielen verwegen vorkamen: Der Stausee war streng geschützte Trinkwasserschutzzone. Erst 2012 wurde er zur touristischen Nutzung freigegeben. Und seitdem ist das Tagungshotel auch zum Urlauber-Ziel geworden. Eines für gehobene Ansprüche. Deshalb gibt es im Hotel Wellnessangebote und am Hotelstrand die Seestern-Panoramabühne für Konzerte und Shows. Marco Lange ist sich sicher: "Der Ferienhausgast kommt aus einer anderen Gruppe von Urlaubern. Der will in kurzen Hosen rumlaufen, die Natur durchstreifen, selber kochen und im See baden".

Stauseeufer mit Wiese
Der geplante Standort neben dem Strandbad Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Start online schon jetzt

Was der Spaß im MANOAH kosten wird, das sollen Interessenten über die Webseite abfragen können. Drei Typen von Häusern wird es geben: Kleine für den Alleinreisenden oder Paare, mittlere für Familien und größere für Gruppen mit acht Personen. Wie MANOAH aussehen soll - davon gibt es einen ersten Eindruck seit heute online. In der Realität müssen die "Orte der Ruhe" erst noch aus dem Boden gestampft werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. Juni 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 10:11 Uhr

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2 Kommentare

26.06.2019 21:44 Stephan 2

Ich höre in Gedanken schon die Nachbar*innen meckern, die sich gegen neue Anwohner*innen wehren und gegen alles sind. Hauptsache, sie haben eine (bestandsgeschützte) Genehmigung.....

Viel Spaß für die Verwaltungsgerichte in den nächsten Jahren!!

25.06.2019 10:05 Bingo 1

Find ich super,hoffentlich bezahlbar, von zukünftigen Gast.

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