Erhöhte Infektionszahlen Coronavirus: Ministerium prüft Schutzkonzepte aus Greiz und Sonneberg

Die Corona-Brennpunkte Greiz und Sonneberg haben beim Land Schutzkonzepte zur Eindämmung des Virus vorgelegt. Das Thüringer Gesundheitsministerium prüft nun, ob die Pläne ausreichen.

Heike Werner während Pressekonferenz.
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner forderte zuletzt bis zum Mittwoch Schutzkonzepte der Landkreise. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Kreis Sonneberg hat Vorschläge zu höheren Schutzvorkehrungen in Gaststätten, Sport sowie Pflegeheimen und Kliniken vorgelegt. Auch aus Greiz sei am Mittwochnachmittag ein Konzept eingegangen, das nun geprüft werde, hieß es aus dem Thüringer Gesundheitsministerium.

Das Land dringt in den besonders vom Coronavirus betroffenen Kreisen auf eine Beibehaltung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Den beiden Landkreisen werde empfohlen, die Einschränkungen bei Kindergärten und Schulen, aber auch in der Gastronomie langsamer zu lockern als im Rest des Landes, erklärte am Mittwoch eine Sprecherin.

Das Land behält sich bisher vor, selbst einzugreifen, sollten die von den beiden Landratsämtern erarbeiteten Schutzkonzepte nicht ausreichen. "Unser Ziel ist es aber, einen gemeinsamen Weg mit den Landkreisen zu finden", betonte die Sprecherin. Am Donnerstag werde die entsprechende Arbeitsgruppe des Ministeriums erneut beraten und die vorliegenden Vorschläge bewerten.

Landratsamt Greiz: Maßnahmenkatalog gegenwärtig in Arbeit

Das Landratsamt Greiz erklärte am Mittwoch, man erarbeite derzeit einen Maßnahmenkatalog, um die örtlichen Infektionsschwerpunkte einzudämmen. An vorausgehenden Beratungen habe auch der Chef des Thüringer Verwaltungsamtes, Frank Roßner, teilgenommen. Dieser sehe wie die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg im Abweichen von der neuen Thüringer Verordnung kein geeignetes Mittel zur Eindämmung von Schwerpunkten.

Schweinsburg hatte bereits angekündigt, lediglich das Besuchsverbot in Pflegeheimen und Kliniken aufrechtzuerhalten. Die neue Verordnung gilt seit Mittwoch und sieht umfassende Lockerungen der bisher gültigen Einschränkungen im Freistaat vor.

Sonneberg und Greiz über bundesweiter Infektions-Obergrenze

In den Landkreisen Greiz und Sonneberg lag die Infektionsrate zuletzt deutlich über der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Zahl 50 haben Bund und Länder als Obergrenze festgelegt - wird sie überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden. Beide Kreise zählen aktuell zu den deutschlandweiten Corona-Brennpunkten.

In beiden Regionen gingen am Mittwoch auch die Massentests weiter. Im Kreis Greiz werden seit Dienstag erneut rund 800 Beschäftigte und Bewohner in Pflegeheimen und einer Klinik auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 untersucht, auf dem Gesundheitscampus in Sonneberg 600 Mitarbeiter von Krankenhaus, Arztpraxen, Seniorenheimen und eines Dialysezentrums.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Mai 2020 | 17:30 Uhr

8 Kommentare

Lucas vor 22 Wochen

...Gesundheitsministerin - das ich nicht lache. Die wichtigsten Institutionen, wie z. B. Reha-Sport-Zentren (die alle optimal vorbereitet und ausgerüstet sind - wo die Hygiene jeden Tag erscheint...) sind bis heute ohne exakte Erkenntnis, wie es weiter gehen soll - alle geschlossen! Hauptsache Fußball... Ich habe den Reha-Sport ärztlich verordnet bekommen - warum wohl? Nix geht... Naja, meine Gesundheit interessiert ja nicht. Wenn ich Fazit ziehe, bin ich standmäßig wieder da angekommen, bevor mir der Reha-Sport verordnet wurde. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Wenn ein Arzt etwas verordnet - dann doch wohl mit Recht. Oder ist es kein Arzt?... Deren Beruf wird mißachtet.

Erichs Rache vor 22 Wochen

"Die Frage ist jetzt, warum gibt es zwei Monate nach diesen Feiern immer noch so viele Neuinfizierte und so wenig Genesene? "

Weil sich das Corona-Virus den Anweisungen des ZK der Einheitsparteien Deutschlands hartnäckig widersetzt?

mattotaupa vor 22 Wochen

"Die Frage ist jetzt, warum gibt es zwei Monate nach diesen Feiern immer noch so viele Neuinfizierte und so wenig Genesene?" weil viele infektionen ohne krankheitszeichen bleiben und somit unbemerkt weitergegeben werden. so bleiben ganze infektionsketten "unter dem radar". dies könnte man nur mit täglichen tests für alle aufdecken und das ist leider logistisch nicht möglich. ab und an kommt halt weitab der ursprünglichen infektionsquellen mal einer mit krankheitszeichen zum vorschein, während der unerkannte teil andere infiziert und am besten noch im rudel um den block zieht und gegen die (auch seinetwegen) verhängten und nun größtenteils aufgehobenen maßnahmen protestiert. für genesene hingegen besteht keine meldepflicht und da sich die deutschen wegen allen meldungen und datenschutz ins hemd machen, wird es diese meldepflicht auch so schnell nicht geben. es weiß somit einfach niemand wieviele genesene es gibt, die zahlen an dieser stelle sind allesamt schätzungen.

Mehr aus der Region Gera - Zwickau - Plauen

Mehr aus Thüringen

Auf einer Straße stehen Polzeiautos und andere Rettungsfahrzeuge. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein E-Auto wird aufgeladen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK