Saale-Orla-Kreis Finanzspritze für Notaufnahme in Schleizer Krankenhaus

Eine Finanzspritze der Krankenkassen in Höhe von 400.000 Euro soll in den Erhalt der Notaufnahme im Krankenhaus in Schleiz fließen. Das sagte der Geschäftsführer der Krankenhaus Schleiz GmbH, Ralf Delker, MDR THÜRINGEN.

Delker nannte den Zuschuss ein klares Signal des Gesetzgebers für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Nach seinen Angaben decken die Hilfsgelder allerdings nur die Hälfte der Verluste aus dem letzten Jahr. Das Krankenhaus in Schleiz müsse nach wie vor saniert werden. Der Sanierungsplan dafür sei bereits fertig.

Ein Wegweiser mit der Aufschrift Radiologie etc zeigt auf ein helles Gebäude mit vielen Fenstern
Dem Schleizer Krankenhaus geht es finanzell nicht gut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), begrüßte den Zuschuss für das angeschlagene Krankenhaus in Schleiz. Dennoch reichten die 400.000 Euro nicht aus, um die finanziellen Probleme zu lösen, sagte Fügmann. Der CDU-Politiker forderte die Verantwortlichen auf, alles dafür zu tun, die medizinische Grund- und Regelversorgung in Schleiz und Umland zu erhalten.

Thüringen

Demonstration gegen die Schließung des Schleizer Krankenhauses 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Sa 06.06.2020 19:00Uhr 01:58 min

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Geburtsstation seit Februar geschlossen

Das Krankenhaus in Schleiz ist eine Tochtergesellschaft des Krankenhauses Greiz. Beide Häuser waren in den vergangenen Jahren in finanzielle Schieflage geraten. Träger der Krankenhäuser ist der Landkreis Greiz. Die Greizer Landrätin Martin Schweinsburg (CDU) hatte im April mitgeteilt, dass das Krankenhaus mit dem Schwerpunkt Altersmedizin erhalten bleiben solle.

Wegen Ärztemangels wurde bereits im Februar in der Klinik die einzige Geburtsstation im Saale-Orla-Kreis geschlossen. Dort fanden rund 300 Geburten jährlich statt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 23. Juli 2020 | 12:00 Uhr

2 Kommentare

Taus RanderS vor 1 Wochen

Der kommunale Träger im westlichen Nachbarkreis zeigt doch seit 2 Jahrzehnten, wie man es erfolgreich macht. Also kann es wohl nicht an der Trägerstruktur liegen, sondern an den Beteiligten. Wahrscheinlich sind 2 Krankenhäuser einfach zu viel für den SOK. Man hätte Schleiz den Thüringenkliniken lassen sollen, damit diese das Haus stabilisieren und dafür das (finanziell und mitarbeitertechnisch) ebenfalls nicht mehr funktionierende Pößneck (bei kurz entfernter Alternative) schließen dürfen. Aber dafür braucht man offene und ehrliche Landräte, die den rührigen Demonstranten erklären, dass sie den Schleizer Erhalt mit den falschen Argumenten fordern.

Gerd Mueller vor 1 Wochen

Ähnlichkeiten mit anderen kommunalen Trägern. Damm übernahm schweizer Ameos Konzern und alles wurde für Ärzte, Schwestern und Personal noch schlimmer. Wochenlange Streiks brachten keinen Tarifvertrag sondern böses erwachen. Jetzt wurde bekannt das nichtärztliches Personal in Beschäftigungsgesellschaft ausgegliedert wird. Schlimmer geht immer! Der Konzern will und muss wohl Rendite machen.

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