Gedenken Neugestalteter KZ-Häftlingsfriedhof wird eingeweiht

In Berga/Elster (Landkreis Greiz) ist am Donnerstag ein neu gestalteter Friedhof feierlich eingeweiht worden. Er würdigt Kriegsgefangene, die als Zwangsarbeiter im Außenlager des KZ Buchenwald in Berga arbeiten mussten. In den letzten Kriegsmonaten kamen dort mehrere hundert Häftlinge ums Leben.

Bodo Ramelow (l, Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, Jeremy Issacharoff (2.v.l.), Botschafter des Staates Israel, stehen während einer Kranzniederlegung auf dem KZ-Häftlingsfriedhof "Am Baderberg".
Die Namen der Opfer sind hier auf 75 Granitsäulen verewigt. Bildrechte: dpa

In Berga (Landkreis Greiz) ist am Donnerstag der neugestaltete Friedhof für Häftlinge des Außenlagers "Schwalbe V" des Konzentrationslagers Buchenwald eingeweiht worden. Die Einweihungszeremonie durch den Rabbiner der Jüdischen Landesgemeinde Erfurt, Alexander Nachama, verfolgten unter anderem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), Israels Botschafter Jeremy Issacharoff und Bergas Bürgermeister Hans-Peter Beyer (parteilos).

Mehrere hundert Häftlinge sind hier gestorben

Von November 1944 bis April 1945 waren 315 Gefangene des Außenlagers ums Leben gekommen und auf dem Baderberg verscharrt worden. Am Ende des Zweiten Weltkrieges sollte bei Berga Treibstoff unter Tage in Bunkern und Stollen hergestellt werden, um vor Luftangriffen geschützt zu sein. Für den Stollenbau wurden vor allem Kriegsgefangene und Häftlinge aus dem KZ Buchenwald eingesetzt, darunter viele Juden aus Ungarn.

Die Deutsche Kriegsgräberfürsorge finanziert die Anlage

Die Gedenkstätte wurde in den letzten zwei Jahren saniert und umgestaltet. Die Kosten von fast einer halben Million Euro werden nach Angaben des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge vom Bund getragen.

In Thüringen sind nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 571 solcher Begräbnisstätten offiziell registriert, mehr als 100.000 Tote sind dort beigesetzt. Das Spektrum reicht von den Aschegräbern und der Mahnmalanlage am Glockenturm in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bis hin zu Soldatengräbern auf Friedhöfen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

martin vor 5 Wochen

@theodor: Ihrem ersten Absatz kann ich insofern völlig zustimmen, da ich die Gedenkstätte bisher noch nicht einmal bewusst wahrgenommen habe. Ich lebe zwar nicht in der Nähe - aber als Außenlager von Buchenwald ...

Zu den Sicherheitsmaßnahmen: Das dürfte vermutlich der Sicherheit des israelischen Botschafters und der Veranstaltung insgesamt geschuldet sein. Eine Störung der Veranstaltung oder gar schlimmeres dürfte in einschlägigen Kreisen durchaus eine hohe Symbolkraft haben und damit einen gewissen Reiz ausüben. Ich finde es richtig, dass Thüringen versucht nicht dadurch in die Schlagzeilen zu kommen.

Das ist in meinen Augen so ähnlich wie mit Corona: Solange alles gut geht, fragt man sich: "Musste das jetzt wirklich so sein?". Wenn's schief geht heißt: "Hätten die Verantwortlichen doch nur ....".

Theodor Dienert vor 5 Wochen

Den Opfern wird durch die Neugestaltung des Friedhofes eine große Ehre entgegengebracht, wenn man weiß wie stiefmütterlich diese Gedenkstätte bisher behandelt wurde.
Ich verstehe lediglich nicht warum dafür die Kleinstadt Berga/ Elster heute hermetisch abgeriegelt würde, hunderte Polizisten an den Zufahrtsstraßen Autos und Passanten kontrollierten und das Leben fast zum Erliegen gekommen war.
Nach den Kosten dafür möchte ich gar nicht fragen, aber es sind ja eh‘ nur Steuergelder....

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