"Thügida"-Anführer im Visier Polizei-Großeinsatz gegen Rechtsextremisten in Greiz

In Thüringen und Sachsen hat es am Dienstagmorgen mehrere Razzien gegeben. Ermittler durchsuchten verschiedene Gebäude und Wohnungen in Greiz, Zeulenroda und Wünschendorf sowie zwei Gebäude in Sachsen, teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes mit. Im Visier der Ermittler stehen drei Männer, darunter der Rechtsextremist David Köckert. Er und ein weiterer Mann wurden festgenommen. Sie sollen im Laufe des Tages einem Haftrichter beim Amtsgericht Gera vorgeführt werden. Ziel der Durchsuchungen waren laut LKA unter anderem Waffen und andere waffenrechtlich verbotene Gegenstände. Bei der Razzia seien zahlreiche Datenträger, Schlagringe, Pyrotechnik und andere Unterlagen sichergestellt worden.

Räuberische Erpressung und Verstöße gegen das Waffengesetz

David Köckert (NPD Thüringen) spricht bei Demonstration
David Köckert hält eine Rede auf einer Demonstration. (Archiv) Bildrechte: imago/xcitepress

Laut LKA wird unter anderem wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Einem der Tatverdächtigen werde außerdem eine weitere besonders schwere räuberische Erpressung eines Pizzaboten Anfang Oktober in Gera-Lusan vorgeworfen. Gegen beide Beschuldigte liegen dem LKA zufolge Haftbefehle vor.

Außerdem sollen für die Mitarbeiter mehrerer Tattoo-Studios im thüringisch-sächsischen Vogtland seit geraumer Zeit erheblich zu niedrige Sozialversicherungsbeiträge gezahlt worden sein. Neben der Polizei waren auch Mitarbeiter des Zolls an der Razzia beteiligt. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN soll ein Großteil der Ermittlungen auf Informationen des Thüringer Verfassungsschutzes basieren. Insgesamt wurden vier Geschäfte und drei Wohnungen durchsucht.

Rede vom "Rassenkrieg" in Köthen

David Köckert ist ein bekannter Rechtsextremist, sein Name taucht immer wieder in Verfassungschutzberichten auf. Er ist der Vorsitzende der neonazistischen Organisation "Thügida" mit Sitz in Greiz. Ein Auftritt bei einer Demonstration im September in Köthen in Sachsen-Anhalt brachte ihm bundesweite Aufmerksamkeit. Dort bedrohte er in einer Rede öffentlich Journalisten, beleidigte die Polizei und sprach von einem "Rassenkrieg", der "gegen das deutsche Volk" geführt werde. Die Thüringer Landtagsabgeordnete der Linken, Katharina König-Preuss, zeigte Köckert daraufhin an. Auch die Polizei in Sachsen-Anhalt hatte im Nachgang der Demonstration angekündigt, die Redebeiträge auf ihre strafrechtliche Relevanz prüfen zu wollen.

Zweiter Großeinsatz im Ilm-Kreis

Am Dienstagmorgen hatte es außerdem einen weiteren Goßeinsatz der Polizei im Ilm-Kreis in Altenfeld gegeben. Der Ort war mehrere Stunden komplett abgeriegelt. Die Polizeiaktion dort hatte nach ersten Angaben einer Polizeisprecherin nichts mit den anderen Razzien in Thüringen zu tun.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Ein stark beschädigtes Fahrzeug neben einer Straße 1 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Oktober 2018 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2018, 08:15 Uhr

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68 Kommentare

01.11.2018 20:14 INFO 68

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01.11.2018 19:32 Klaus 67

@ { 01.11.2018 18:41 Ekkehard Kohfeld }
Das liegt wohl daran, dass Sie Herrn Köckert nicht zu dem rechten Spektrum zugehörend einordnen. Von daher kann ich Ihnen da nicht behilflich sein.

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