Corona Ostthüringer Firmen entwickeln mobile Hygieneschleuse

Der Corona-Krise Herr werden mit einer Innovation: Drei Thüringer Firmen haben zusammen eine mobile Hygieneschleuse entwickelt, die bei großen Veranstaltungen zum Einsatz kommen soll. "Cleanstage" heißt das Konzept und könnte noch diesen Sommer in die Fertigung gehen.

EIn Container mit offener Tür
Die mobile Hygieneschleuse "Cleanstage" steckt in einem kleinen Standardcontainer. Bildrechte: MDR/Florian Girwert

Drei Ostthüringer Unternehmen haben zusammen eine neuartige mobile Hygieneschleuse entwickelt und einen ersten Prototypen vorgestellt. Nach einer Idee der Firma "Boxmeisters" aus Harth-Pöllnitz arbeitet die Firma zusammen mit dem Sondermaschinenbauer "mkf" aus Lederhose und "hygienemarkt24" aus Gera. In einem kleinen Standard-Container mit dem Namen "Cleanstage" stecken ein Drehkreuz, eine Händedesinfektionsanlage, ein Fieberthermometer und jede Menge Technik und Knowhow.

Ein Mitarbeiter vor einem Gerät
Nick Storm ist Mechatroniker und hat die Steuerungstechnik für die Hygieneschleuse ausgearbeitet. Bildrechte: MDR/Florian Girwert

"Wir arbeiten daran, dass gerade für Sportveranstaltungen, Fußball, wenn die Stadien sich wieder füllen, die Cleanstages davor zu stellen", sagt Boxmeisters-Chef Frank Eitner. "Wir können sicherstellen, dass keine Leute mit Fieber da reinkommen. Wir können sicher sein, dass die Leute alle saubere Hände haben, indem sie sich alle desinfizieren müssen." Wer Fieber hat oder die Händedesinfektion nicht korrekt benutzt, bei dem blockiert das Drehkreuz den Durchgang.

3 Männer begutachten ein Drehkreuz 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 16.07.2020 19:00Uhr 01:58 min

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50 Container pro Monat wären möglich

Etwa 30.000 Euro dürfte ein solches System kosten, das dank der Containerform leicht zu transportieren ist. Der Firmenverbund hofft, die Fußball-Bundesliga zu begeistern - aber auch Kulturveranstaltungen oder Konzerte sind denkbar. Der Prototyp ist fast fertig, schon in wenigen Wochen könnte die Produktion beginnen.

"Wir wären in der Lage, 50 Einheiten im Monat zu fertigen, wenn der Bedarf da ist." Know-how mit den Containern gibt es bei Boxmeisters schon seit etwa zwei Jahren. 2018 hat Frank Eitner die Idee erstmals umgesetzt, gebrauchte Seecontainer umzubauen - seither sind 25 individuelle Stücke entstanden. Mobile Bars oder Bühnen und Aussichtstürme gehören dazu. Mit Cleanstage hofft man auf höhere Stückzahlen, das Produkt könnte standardisiert gefertigt werden.

Ein Mitarbeiter in einer Halle
Frank Eitner ist Gründer und Chef der Firma BXMS GmbH aus Harth-Pöllnitz. Bildrechte: MDR/Florian Girwert

Hygieneschleuse bei Fußballspielen?

Die Firma Hygienemarkt24 aus Gera steuert das Wissen rund um die Desinfektion und die entsprechende Technik bei, mkf die Steuerungstechnik und die dazu passende Software. Leicht integrierbar wäre auch ein Scanner für die Eintrittskarten. Zusammen will man die Krise als Chance begreifen und handeln statt klagen.

Binnen weniger Wochen hatten sich die drei Partner gefunden und ein Konzept auf dem Boden gestampft, das schon in der kommenden Bundesliga-Saison einsetzbar sein könnte. RB Leipzig hatte ja bereits angekündigt, unbedingt wieder vor Zuschauern spielen zu wollen. Beim Hygienekonzept könnte jetzt Technik aus Thüringen helfen.

Container auf einem Industriegelände
In Harth-Pöllnitz werden gebrauchte Seecontainer für ein zweites Leben umgebaut. Bildrechte: MDR/Florian Girwert

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Juli 2020 | 21:00 Uhr

3 Kommentare

Lothar Thomas vor 3 Wochen

Auch umgebaute Seecontainer können in ihrem 2. Leben noch zu etwas gut sein.

Wenn sich dadurch die Seuche eindämmen lässt um so besser.

Vor allem zeigt es sich hier doch wieder einmal, dass es im Osten immer noch findige Köpfe gibt und nicht Alle in den Westen abgewandert sind.

Vielleicht baut die Firma ja auch mal einen Container für Trump, damit der die Gefährlichkeit des Virus akzeptiert.
Aber der will ja dann die ganze Produktion für sich haben.

Eine gute Entwicklung, macht weiter so.

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MDR-Team vor 3 Wochen

Beifuß ist ein völlig harmloser Begriff, den Sie uns doch nicht hätten vorenthalten müssen ;-) https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/vis_a_vis/202007/06/peter-seeberger-kraut-gegen-corona-beifuss-einjaehrig-artemisia-annua.html

part vor 3 Wochen

Ich hoffe nur das das Max- Plank- Institut in Podsdam bald Ergebnisse zu einem Heilkraut liefert, das sich selbst aussät und das seit mindestens 4000 Jahren Geschichtsschreibung in Anwendung ist, damit nicht noch mehr Wirtschaftszweige neben den Pharmakonzernen sich eine goldene Nase verdienen oder Entwicklungen in falsche Richtungen lenken.

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