Erlebnis- und Freizeitbad in Zeulenroda/Triebes
Im Waikiki sollen die Bade-Freuden bleiben, die Kosten aber sinken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zeulenroda Badewelt Waikiki wird modernisiert

Die Badewelt Waikiki in Zeulenroda bleibt geöffnet, trotz angekündigter monatelanger Schließzeit. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Viele Gäste haben das offenbar noch nicht mitbekommen. Was ist da passiert?

von Marian Riedel

Erlebnis- und Freizeitbad in Zeulenroda/Triebes
Im Waikiki sollen die Bade-Freuden bleiben, die Kosten aber sinken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schon im Juli 2017 war es spruchreif geworden: Das Tropenbad soll saniert werden. Dem MDR THÜRINGEN sagte der damalige Zeulenrodaer Bürgermeister Dieter Weinlich: "Wir rechnen mit einer Schließzeit von 1zwölf bis 18 Monaten." Nach dieser Ankündigung begannen die ersten Mitarbeiter, sich nach neuen Arbeitsplätzen umzusehen. Auch viele Besucher schauten sich wohl schon mal um - nach anderen Bädern in Thüringen, Sachsen und Franken. Fakt ist: Die Gästezahlen sind im Waikiki in den letzten Monaten spürbar zurückgegangen. Und das macht dem neuen Geschäftsführer der Badewelt durchaus Sorgen. Detlev Lüke sagt: "Wir müssen jetzt immer wieder darauf hinweisen: Leute, wir sind noch am Markt, uns gibt es noch!"

Gut in Schuss, aber mit Schwachstellen

Lüke kann man durchaus als Branchenkenner bezeichnen. Er sammelte Erfahrungen beim Bau eines Bades in Oranienburg, im Betrieb des brandenburgischen Tropical Islands und beim Berliner Bäderbetrieb. Im Herbst trat Detlev Lüke seine Arbeit in Zeulenroda an. Und stellte sofort fest, dass das Waikiki sich in einem erstaunlich guten Zustand befindet. "Wenn man bedenkt, dass das Bad 20 Jahre alt ist - da haben die Kollegen, die das betrieben und gepflegt haben, sehr gute Arbeit geleistet", sagt Lüke. Aber natürlich kennt er auch die Schwachstellen. Die alte Verglasung ist energiewirtschaftlich unvorteilhaft. Auch bei der Heiz- und Wassertechnik gäbe es inzwischen wohl energiesparendere Anlagen. Und ja, die Glaskuppel des Tropenbades sei halt auch mit dem vor 20 Jahren vorhandenen Material gebaut worden - da bestehe Modernisierungsbedarf. "Aber die Kuppel, die man öffnen kann, ist unser Alleinstellungs-Merkmal. Und das will ich behalten", sagt Lüke. Mit neuem Material.

Zahlen, die zum Handeln zwingen

Die klare Ansage war nötig. Denn mittlerweile kursierten schon Vorschläge, Glasflächen mit Beton zu ersetzen und die Kuppel ganz zu beseitigen. Es gab sogar die Idee, das Bad trockenzulegen und anders, vielleicht als eine Art Stadthalle, umzubauen. Hinter all den Szenarien steckt die Sorge, die Kosten des Badbetriebes könnten die Stadt Zeulenroda ruinieren. Immerhin müssten schon jetzt 850.000 bis 900.000 Euro Zuschuss im Jahr gezahlt werden, hatte im Sommer kurz nach seiner Wahl der neue Bürgermeister Nils Hammerschmidt in einem Zeitungsbericht gesagt. Er wies aber auch darauf hin, dass Schließung und Rückbau auch Kosten in Millionenhöhe verursachen würden. Deshalb sei "eine Ertüchtigung" die bessere Lösung. An die 200.000 zahlende Gäste pro Jahr hatte das Waikiki schon - jeder Besucher weniger schmälert die Einnahmen. Das macht die Sache auch nicht gerade besser.

Neu rechnen, Gäste halten

Geschäftsführer Lüke überzeugt Stadtrat und Aufsichtsrat davon, dass es sinnvoll sei, das Waikiki jetzt nicht dicht zu machen. Er sagte zu, im Januar 2019 seine Vorschläge konkret zu machen: Kosten-Ansätze für die Modernisierung, Termine für einzelne Maßnahmen, Informationen über mögliche Fördermittel. Das Ziel: Den größten Teil der notwendigen Arbeiten ohne Komplettschließung erledigen. Mit einem Baubeginn ab 2020. Auf diese Weise bleibt den Bade- und Saunafans das Waikiki fürs ganze Jahr 2019 erhalten. Thüringens einziges Bad, das Erholung mit einem Hauch Südsee-Flair bietet, will in dieser Zeit noch attraktiver für Gäste werden. Das Kursangebot von Baby bis Senior soll erweitert werden. Schon in wenigen Wochen können Kinder lernen, wie Meerjungfrauen durchs Wasser zu gleiten. Ab sofort gibt es neue Ticketangebote und eine Waikiki-Club-Karte. Jetzt hoffen Lüke und sein Team, dass sich diese Nachricht rasch rumspricht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2018, 10:17 Uhr

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