Zwei Wissenschaftler in einem Labor
Die Jenaer Alternsforscher (links Danny Schnerwitzki) haben eine unerwartete Entdeckung gemacht. Bildrechte: MDR/Susan Minard

Unsichere Beine liegen in den Genen Jenaer Alternsforscher entdecken neue Gen-Funktion

Jahrelang untersuchten die Jenaer Alternsforscher ein Gen, das eine große Rolle bei der Entwicklung der Nieren spielt. Völlig überraschend entdeckten sie nun, dass das Gen auch das Laufverhalten und Bewegungsabläufe steuert.

Zwei Wissenschaftler in einem Labor
Die Jenaer Alternsforscher (links Danny Schnerwitzki) haben eine unerwartete Entdeckung gemacht. Bildrechte: MDR/Susan Minard

Forscher vom Jenaer Leibniz-Institut für Alternsforschung haben eine wichtige und unerwartete Funktion eines Gens entdeckt. Das sogenannte WT1-Gen steuert das Laufverhalten und rhythmische Bewegungen. Fehlt es im Rückenmark, dann treten motorische Störungen auf. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "Life Science Alliance" veröffentlicht.

WT1-Gen gilt als gut erforscht

Für die Jenaer Alternsforscher waren diese Erkenntnisse völlig überraschend. Denn das WT1-Gen galt eigentlich als gut erforscht. Seit etwa 30 Jahren ist bekannt, dass es eine maßgebliche Rolle bei der Ausbildung der Nieren spielt. Störungen im Entwicklungsprozess führen bei Kindern zu Nierenkrebs.

Rückmarks-Querschnitt wird untersucht
Rückmarks-Querschnitt: Zufällig fanden die Forscher dort das WT1-Gen. Bildrechte: MDR/Susan Minard

Eher zufällig fanden die Jenaer Alternsforscher das Gen auch im Rückenmark und im Gehirn. Hier sorgt es dafür, dass sich Nervenzellen korrekt ausbilden und sich miteinander verbinden. Die Alternsforscher untersuchten Mäuse, denen das Gen fehlte. Das Ergebnis: Das Zusammenspiel von Vorder- und Hinterbeinen funktioniert nicht mehr reibungslos. Die Mäuse zeigen ein verändertes Laufverhalten. Die Verweildauer ihrer Gliedmaßen in der Luft ist verzögert und deshalb laufen sie langsamer.

Die Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Alternsforschung forschen gemeinsam mit Kollegen der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der schwedischen Universität Uppsala und dem Helmholtz Zentrum München. Das Leibniz-Institut für Alternsforschung in Jena widmet sich seit 2004 der biomedizinischen Alternsforschung. Über 330 Mitarbeiter aus 30 Nationen forschen hier zu molekularen Mechanismen von Alternsprozessen und alternsbedingten Krankheiten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 29. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2018, 11:58 Uhr

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