Bahngipfel Ostthüringen Rot-Rot-Grün investiert Millionen in Fernzüge

Die Thüringer Landesregierung hat angekündigt, auf eigene Kosten zusätzliche Züge beauftragen zu wollen, damit Jena weiter an den Fernverkehr angebunden bleibt. Darauf habe sich das Kabinett in seiner Sitzung am Dienstag verständigt, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) auf dem "Bahngipfel Ostthüringen" in Jena.

Ein neuer Doppelstock-IC fährt in die Station (Flughafen Leipzig-Halle) in Schkeuditz (Sachsen) hinein.
Ein Doppelstock-IC der Deutschen Bahn Bildrechte: dpa

Laut Ramelow sollen auf der Strecke Saalfeld-Jena-Leipzig ab Ende 2018 im Zwei-Stunden-Takt Züge fahren. Diese Verbindung will das Land bis 2023 finanzieren. Danach wird die Deutsche Bahn nach jetzigem Planungsstand eine Fernverkehrsverbindung von Nürnberg über Jena nach Leipzig anbieten. Laut Thüringer Verkehrsministerium kostet die Leistung das Land bis Dezember 2023 insgesamt 33,9 Millionen Euro. Das Ziel: acht schnelle Zugpaare pro Tag.

Nach Angaben von Ramelow soll Jena auch nach der Inbetriebnahme der ICE-Trasse Erfurt-Nürnberg am 10. Dezember möglichst gut an den Fernverkehr angebunden bleiben. Ziel sei, Jena zu einem IC-Kreuz auszubauen. Ab Dezember 2018 sollen dann auf der Ost-West-Achse Ost- und Mittelthüringen über die Mitte-Deutschland-Verbindung mit Nordrhein-Westfalen verbunden werden. Die Nord-Süd-Achse wird der Bahn zufolge dann mit der Verbindung Nürnberg-Jena-Leipzig ergänzt. Durch die Freigabe der neuen ICE-Trasse durch den Thüringer Wald am 10. Dezember wird Jena fast komplett vom ICE-Verkehr angeschnitten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 29. November 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2017, 20:04 Uhr

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11 Kommentare

01.12.2017 14:25 IC-Freunde 11

@ Redaktion: In Ihrem Beitrag sagen Sie zu Beginn "Trotz kürzerer Reisezeit fühlen sich viele Jenaer abgehängt". Das ist, wie Horst sagt, tatsächlich nicht korrekt. In den 2000er Jahren - kurz nachdem die Bahn mit Millionen Euro vom Land den jetzt abgehängten Paradiesbahnhof neu gebaut hatte - war 3:20 Stunden die normale ICE-Reiezeit nach München. Und zwar jede Stunde. Jetzt haben die Jenaer drei Mal am Tag mit dem ICE-Sprinter und Umsteigen in Erfurt die Chance, schneller zu sein. 15 Mal klappt das eben nicht. Über Erfurt nach Berlin stimmt "schneller" leider auch nich.

01.12.2017 09:08 Horst 10

Wie kommt der MDR zu der Behauptung, mit Umsteigen in Erfurt wäre man schneller? Es reicht doch ein Blick in die Bahnauskunft, um zu sehen, dass das nicht stimmt. Im Gegenteil sind die Verbindungen nach Berlin über Erfurt mit 2:48h am langsamsten, selbst mit zweimal Umsteigen ist man über Halle noch schneller. Lediglich die 3 täglichen Sprinterverbindungen sind mit 2:13h über Erfurt schneller (wenn man den Anschluss bekommt, 4 min Umteigezeit), abr alle zusammen sind imme rnoch langsamer, als es von Jena aus vor ein paar Jahren noch direkt ging: 2:07h. Ähnlich München: dorthin geht es über Erfurt zwar im Vergleich zu heute schneller, aber im Vergleich zu den Direktverbindungen der 2000er (3:20) sind wir auch regelmäßig langsamer. Lediglich die 3 Sprinter sind mit 2:55 wirklich 25 min schneller. Aber 3 solche Schwalben machen keinen Sommer; guter Journalismus sollte sich nicht an der Bauernfängerei der DB betreiben.

Anm.d.Red.: Es ist keine Behauptung, wenn Sie selber in Ihrem Kommentar die schnelleren Verbindungen benennen können.

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