Ein gerissenes Schaf liegt auf einem Feld.
Ein mit großer Wahrscheinlicheit vom Wolf gerissenes Schaf. Bildrechte: Gerd Steuding

Wölfe in Thüringen Thüringer "Riss-Beauftragter" kündigt Job

Für die Schäfer rund um Ohrdruf ist Uwe Müller "der" Thüringer Beauftragte für Wolfsrisse. Er kam, wenn getötete Tiere gefunden wurden. Nun hat Müller gekündigt. Wegen "unüberwindbaren Probleme mit seinem Arbeitgeber".

Ein gerissenes Schaf liegt auf einem Feld.
Ein mit großer Wahrscheinlicheit vom Wolf gerissenes Schaf. Bildrechte: Gerd Steuding

Uwe Müller hat beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) gekündigt. Zu den Gründen sagte er, dass es von Seiten des Arbeitgebers Redeverbote und neue Prämissen gebe. Seit Anfang des Jahres sei es Linie im TLUBN, "unbequeme Leute" auszuschalten. Und er habe sich vor den Kommunisten nicht verbogen, auch von den Grünen lasse er sich nicht verbiegen. Das TLUBN ist dem Grünen-Umweltministerium von Anja Siegesmund untergeordnet

Gutachter geschätzt bei Tierhaltern

Der Wolfsrissgutachter Müller hatte seit inkrafttreten des Wolfsmanagementplan in Thüringen vor allem die von der Ohrdrufer Wölfin und ihrem Nachwuchs verursachten Risse begutachtet. Bei den Thüringer Tierhaltern rund um Ohrdruf war die Arbeit des Experten geschätzt. In seinen Gutachten befürwortete Müller häufig einen finanziellen Ausgleich vom Land für gerissene Tiere.

Circa 80 gerissene Tiere

Die Anzahl der getöteten Tiere wird vom Landesamt auch regelmäßig und zeitnah veröffentlicht. Der Statistik erfasst in diesem Jahr bisher 64 Vorfälle, bei den rund 80 Schafe, Ziegen, Fohlen oder Kälber von Wölfen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit von Wölfen gerissen wurden. Die betroffenen Tierhalter können auf Entschädigung hoffen, wenn sie bestimmte Schutzvorkehrungen einhalten.

Großes Vertrauen in Bissgutachter

Bei der Einordnung der Risse - war es der Wolf Ja oder Nein - vertraut das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz nahezu ausschließlich auf die Bissgutachter. Eine gentechnische Analyse wird zusätzlich beauftragt, wenn es notwendig und sinnvoll erscheint. Diese Analysen kosten zusätzliches Geld. In 22 Fällen der 64 dokumentierten Fälle hat das Landesamt in diesem Jahr die Genetiker bemüht. Auch wenn die Proben für eine klare Analyse nicht mehr verwertbar waren, wurden die Fälle so behandelt, wie sie der Bissgutachter eingeordnet hatte. In der Mehrzahl der Fälle als Wolfsriss.

14 Rissgutachter in Thüringen

Ein gerissenes Schaf liegt auf einem Feld.
Ein gerissenes Schaf liegt auf einem Feld. Bildrechte: Gerd Steuding

Das TLUBN und das Umweltministerium legen Wert darauf, dass Müller nicht alleine als Rissgutachter in Thüringen unterwegs ist oder war. Insgesamt gebe es "fünf behördliche und neun ehrenamtliche" Rissgutachter und Gutachterinnen im Land, heißt es auf Anfrage. Auf die von Müller geäußerten Vorwürfen wollten weder Ministerium noch das Landesamt näher eingehen. Das TLUBN verweist aber auf eine Geschäftsordnung des Hauses, in der die "Kommunikation nach außen" geregelt sei.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs/mis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. September 2019 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 18:07 Uhr

20 Kommentare

Fbach vor 12 Wochen

Wenn Ideologie zur Bewertungsgrundlage von Sachverhalten wird, dann gute Nacht. Frau oder Herr mattotaupa hat am Ende seines Textes zum Mittel der Ironie gefunden, um mich so richtig zu treffen. Das möchte ich nicht unwidersprochen lassen. Zum einen ist es wohl besonders peinlich, wenn die eigene Ausgangsposition schlichtweg falsch ist. Zum anderen werden Sie in einer Form beleidigend, die einfach unappetitlich ist .Damit meine ich Ihren Vorwurf, dass Sie mich in die Nähe von Nazis rücken.
Vor Zeiten stand ich vor dem Schornstein eines Kz, durch den der letzte Rest eines menschlichen Körpers gejagt worden ist. Einst die Oma meiner Frau. Haben Sie ähnliches auch erlebt?
Vor Jahren stand ich heulender Weise im Innenhof von Yad Vashem. Sie auch?
Schämen Sie sich. Wenn Sie es können.

Ekkehard Kohfeld vor 12 Wochen

"Fazit: Wer den Wolf hier haben will, der sollte dafür sorgen, dass auffällige Tiere rigoros gejagt werden."

Ja und was macht man mit den gefährdeten Menschen
wenn es nach den Wolfslobbyisten geht wahrscheinlich auch bejagen den der Wolf wahr ja vor uns da,stören in der grünen Welt ja nur.

Querdenker vor 12 Wochen

Es ist gut, wenn in der Presse über Wolfsrisse berichtet wird. Nicht selten meldet sich dann aber zeitgleich ein „Experte“ (oder Lobbyist?), der dann sein Märchen vom Wolf erzählt und dabei das Rotkäppchen weg lässt.

Der Wolf kann, insbesondere bei der dichten Besiedlung in Deutschland, auch im Einzelfall Menschen angreifen. Es ist nur die Frage der Zeit, wann es passiert. Und anders als beim zahmen Haustier, wo es einen Tierhalter gibt, haftet für das wilde Raubtier Wolf niemand. Wenn wir so viele Wölfe wie zahme Hunde hätten, dann gäbe es jeden Tag Tote.

siehe „zeit Raubtiere Angriffe durch gesunde, nicht hungrige Wölfe“

Zitat: „… 273 getötete Kinder in drei indischen Bundesstaaten in den Jahren 1980 bis 2000.“

Die Hauptbeute der Wölfe sind junge, alte, kranke oder schwache Tiere.

siehe „rbb Wolf greift in Polen Kinder an“

Fazit: Wer den Wolf hier haben will, der sollte dafür sorgen, dass auffällige Tiere rigoros gejagt werden.

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