Person hält Beutel mit gespendetem Blut
Krankenhäuser in Thüringen versuchen, mit einem Patienten-Blut-Management die Zahl der Bluttransfusionen zu senken. (Symbolfoto) Bildrechte: imago/PhotoAlto

Krankenhausreport 2019 Blut sparen: Bewussterer Umgang mit Transfusionen angemahnt

Die Krankenkasse Barmer fordert ein Umdenken im Umgang mit Bluttransfusionen in Thüringer Kliniken. Demografiebedingt spenden im Freistaat immer weniger Menschen Blut. Die Zahl der nötigen Konserven könnte laut einem aktuellen Report allerdings deutlich gesenkt werden.

von Michael Hesse

Person hält Beutel mit gespendetem Blut
Krankenhäuser in Thüringen versuchen, mit einem Patienten-Blut-Management die Zahl der Bluttransfusionen zu senken. (Symbolfoto) Bildrechte: imago/PhotoAlto

Der Barmer-Krankenhausreport 2019 rät zu einem bewussteren Umgang mit Blutkonserven. Allein 2017 sind in Deutschland mehr als 3,2 Millionen Blutkonserven eingesetzt worden. Das ist europäisches Spitzenniveau. Die Ärzte in den Niederlanden kommen mit etwa der Hälfte aus. Im bundesdeutschen Vergleich steht Thüringen im Mittelfeld: 2017 wurden bei 6,5 Prozent aller Operationen Bluttransfusionen gegeben.

Bluttransfusionen bergen Risiken - Kliniken in Thüringen reagieren

Barmer-Landeschefin Birgit Dziuk sagte MDR THÜRINGEN, durch Transfusionen könne ohne Zweifel Leben gerettet werden. Bluttransfusionen seien aber auch mit einem hohen Risiko für Patienten speziell mit Blutarmut verbunden. So sind Infektionen, weitere Krankheiten und eine deutliche höhere Sterblichkeit mögliche Folgen einer Übertragung.

Aus Sicht von Dr. Ansgar Raadts vom Universitätsklinikum Jena ist jede Bluttransfusion eine Art Minitransplantation, auf die der Körper reagiert. Raadts geht daher sparsam mit der Ressource Blut um. Das Klinikum in Jena wendet dabei das sogenannte "Patient Blood Management" an. Die Krankenhäuser in Eisenberg, Apolda und Gotha handeln laut Barmer-Abfrage auch danach.

Patienten-Blut-Management soll Zahl der benötigten Konserven reduzieren

Das Behandlungskonzept ermöglicht schon im Vorfeld einer planbaren Operation, Blutmangel bei einem Patienten zu erkennen und zu behandeln. Aus Sicht der Krankenkasse sollten zudem während einer OP blutsparende Techniken wie minimalinvasive Eingriffe und blutstillende Mittel eingesetzt werden. Die Barmer rät den Ärzten auch, das Blut der Patienten aufzufangen, zu waschen und wieder zuzuführen.

Die Krankenkasse will mit dem im Krankenhausreport vorgestellten medizinischen Konzept für mehr Patientensicherheit bei Bluttransfusionen sorgen. Indem körpereigene Blutreserven gestärkt werden, heißt es im Vorwort, sollen Fremdbluttransfusionen unnötig werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2019, 17:00 Uhr

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