Mitgliederversammlung Aufsichtsrat kritisiert gewaltbereite Fans des FC Carl Zeiss Jena

400 Mitglieder waren am Sonnabend bei der Mitgliederversamlung des FC Carl Zeiss Jena. Es ging um die finanzielle Lage und um die Ausrichtung des Vereins. Und es gab Kritik an Fans des FCC.

Fans Carl Zeiss Jena
Bild aus dem Jahr 2018: Fans des FC Carl Zeiss Jena klettern beim Spiel gegen Hansa Rostock in den Innenraum und provozieren eine Spielunterbrechung. Bildrechte: imago/Picture Point

Auf der Mitgliederversammlung des FC Carl Zeiss Jena am Sonnabend war es sehr entspannt. Streit, Disharmonien oder gar Untergangsszenarien wie bei den Konkurrenten Erfurt und Nordhausen gab es an diesem Nachmittag in Jena nicht. Aber jedes der knapp 400 anwesenden FCC-Mitglieder wusste natürlich, dass auch sein Verein finanziell an einem seidenen Faden hängt.

Der Vorteil beim Jenaer Verein: jeder weiß das, und es wurde auch klar formuliert. Sowohl Präsident Klaus Berka als auch der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH, Chris Förster, hielten mit den Zahlen nicht hinter dem Berg: Ein Minus von 1,5 Millionen Euro in jeder Saison ist, wie Förster es beschrieb, ein strukturelles Defizit. Die hohe Summe entsteht in erster Linie durch laufende Kosten und ist durch die mangelnde Einnahmen nicht aufzufangen.

Alle Hoffnung liegt im neuen Stadion

Im Gegensatz zu den Rivalen aus Erfurt und Nordhausen haben die Jenaer aber ihren belgischen Investor. Der hat den Jenaern in den letzten Jahren knapp sechs Millionen Euro überwiesen, ohne sie zurück zu fordern. Tenor: Das ist sehr großzügig von "unserem Roland Duchâtelet". Wie aus dem Aufsichtsrat aber zu hören war, kann das nicht ewig so laufen. Also legen die Jenaer alle Hoffnungen auch in das neue Stadion, so der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Willi Opitz. Dann könnten neue Sponsoren gewonnen werden, mehr Zuschauer in das überdachte Areal kommen - und die Werbebanden wären für Fernsehsender attraktiver.

All das funktioniert nur, wenn auch die Profis modernen und erfolgreichen Fußball spielen. Auch das war Thema auf der Mitgliederversammlung. Und natürlich hoffen nicht nur die 4.000 eingetragenen Zeiss-Mitglieder auf den Klassenerhalt in der dritten Liga, sondern alle, die mit dem Verein verbunden sind oder in verantwortlichen Positionen arbeiten.

Frauenfußball und E-Sports sollen stärker betont werden

Um so mehr hofft man, dass mit dem heute neu gewählten Aufsichtsrat mehr Schwung ins Paradies kommt. Dass die Aufsichtsratsmitglieder, wie es einige Kandidaten bei ihrer Vorstellung sagten, ihre Netzwerke zu Gunsten des Vereins nutzen, damit mehr Geld in die Kasse kommt. Außerdem wollen Verein und Spielbetriebs GmbH noch enger zusammenarbeiten. Der Frauenfußball soll gestärkt werden und moderne Sportarten wie E-Sports eine noch größere Bedeutung erhalten.

Mitgliederversammlung des FC Carl Zeiss Jena e.V. am 19.1.2019 in der Mensa am Zeiss Werk Jena.
Erneut trafen sich die Mitglieder des FC Carl Zeiss Jena in der Mensa des Studierendenwerks Thüringen zur Mitgliederversammlung. Bildrechte: imago/Christoph Worsch

Aus den Reihen der Supporter kam die Forderung, endlich die Montagsspiele abzusetzen, weil sie eine immense Belastung für die Fans sind, vor allem wenn es um Auswärtsspiele geht.

Außerdem wurde der Vorschlag gemacht, dass es wieder einen Sportdirektor brauche, um erfolgreicheren Fußball zu spielen als in der Hinrunde. Der Trainer allein, könne diese Aufgabe nicht umfassend wahrnehmen, so ein Vereinsmitglied.

"Gewalt und ungemessenes Verhalten schaden Marke FCC"

Kritik von Seiten des Aufsichtsrates gab es aber auch an einem Teil der Fans, der immer wieder durch Gewalt und unangemessenes Verhalten auffällt. Das schade dem Ansehen des FC Carl Zeiss und der Marke FCC, nicht zuletzt schmälere es die Vereinskasse.

Am Ende der Mitgliederversammlung flatterte die Nachricht herein, dass die Profis des FC Carl Zeiss Jena in einem Testspiel gegen Lok Leipzig mit 2:1 gewonnen hatten. Das lässt hoffen für den kommenden Samstag, wenn es mit in Jena gegen Preußen Münster in die Rückrunde geht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Januar 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

MDR-Team vor 44 Wochen

Hallo Exilante, danke für den Hinweis, Ihre Kritik ist berechtigt. Wir haben den Text feingeschliffen und geben weiter, dass Sie sich Nachfragen gewünscht hätten. Allerdings sei zur Verteidigung des Kollegen eingewandt, dass es sich bei einer Mitgliederversammlung eher nicht anbietet, den Ablauf durch das Ansprechen einzelner Anwesender durcheinanderzubringen. Diese haben an dem Tag was anderes zu tun, als mit uns zu reden.

Exilante vor 44 Wochen

Liebe Redaktion, vielen Dank für den Bericht, allerdings bitte das nächste Mal noch mal Gegenlesen vorm Freischalten. Da passen die Überschriften auf Artikel- und Startseite nicht zusammen (geht es jetzt um die Finanzen oder um gewaltbereite Fans (in Jena eigentlich Gottseidank keine so große Nummer), auch stilistisch und orthographisch ist hier (neben fehlendem kritischen Nachfragen) noch ein bissel Luft nach oben.

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