Covid-19 Mediziner von Uni Jena warnt vor Corona-Langzeitfolgen

Nach einer Corona-Erkrankung hat mehr als die Hälfte der Betroffenen noch mit erheblichen Spätfolgen zu kämpfen. Das Universitätsklinikum in Jena hat eigens dafür eine Post-Covid-Ambulanz eingerichtet.

Prof. Dr. Andreas Stallmach, Klinikdirektor Innere Medizin, Universität Jena
Prof. Dr. Andreas Stallmach, Klinikdirektor Innere Medizin an der Universität Jena, warnt vor Corona-Spätfolgen. Bildrechte: MDR/ Universitätsklinikum Jena

Das deutsche Gesundheitssystem muss sich nach Einschätzung des Jenaer Mediziners Andreas Stallmach auf anhaltende Belastungen durch Covid-19-Patienten einstellen. Schon gut ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie zeige sich, dass viele Betroffene nach der Erkrankung noch lange mit erheblichen Spätfolgen zu kämpfen haben, sagte Stallmach.

Der Arzt koordiniert die im Sommer eingerichtete Post-Covid-Ambulanz am Jenaer Universitätsklinikum. Dort wurden bisher rund 40 Patienten betreut. Die Warteliste reicht aktuell bis Ende November.

Dauerhafter Antikörperschutz noch unklar

Stallmach spricht von zwei Gruppen an Hilfesuchenden. Die einen wollten nach einer überstandenen Infektion wissen, ob sie weiter Antikörper haben und vor einer erneuten Infektion geschützt sind. "Ob ein solcher Schutz besteht, ist nicht sicher zu sagen", betont Stallmach.

Auch beim Robert Koch-Institut heißt es, dass der Patient bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 zwar Antikörper bildet. "Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird."

Viele Patienten mit schwerem Verlauf haben Folgeschäden

Die andere, größere Gruppe seien jene Patienten, die zwar eine Corona-Erkrankung überwunden, aber mit deren Langzeitfolgen zu kämpfen haben, berichtet Stallmach. Die Folgen reichten von Atemnot über Konzentrationsstörungen und Depressionen bis hin zu Magen- und Darm-Beschwerden.

Die Viren könnten nahezu alle Organe befallen, entsprechend könnten an nahezu allen Organen Folgeschäden auftreten, so der Mediziner.

Der Experte schätzt, dass mehr als die Hälfte derer, die wegen Covid-19 in einer Klinik behandelt werden mussten, Folgeschäden haben. Es gebe aber auch Menschen mit leichtem Krankheitsverlauf, die mit Spätfolgen zu kämpfen hätten. Sie alle bräuchten individuelle Hilfe.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. September 2020 | 14:30 Uhr

15 Kommentare

mattotaupa vor 10 Wochen

der ihrerseits als beleg genannte artikel stellt eine genverändernde wirkung eines impfstoffes als unwahrscheinliche möglichkeit dar (welche letztlich wohl auch zur immunantwort führen würde), sie hingegen stellen die existenz eines genverändernden impfstoffes als tatsache dar. verstehendes lesen beginnt in klassenstufe 3 ... war gestern im elternabend thema (obwohl wg. corona-fernunterricht dies ja auch in klasse 2 definitiv schon nötig war) ... "besser informiert" echt jetzt?

mattotaupa vor 10 Wochen

"Einige Bürger verreisen lieber" das reisen selbst würde ich jetzt nicht verteufeln, da es meiner meinung nach auf das WIE und WOHIN ankommt. fahre ich mit dem eigenen pkw zu ner ferienwohnung in brandenburg ist es wohl weniger riskant als mit dem kaffee-fahrt-bus nach tschechien oder dem flieger nach malle ins massenhotel. "nehmen eine Erkrankung bewusst oder unbewusst in Kauf." bei der aktuellen nachrichtenlage würde ich von bewußtem risiko ausgehen. "Und dann haben sie lange Zeit mit den Spätfolgen zu kämpfen." leider bleibt das virus nicht bei denen, die unbedingt erkranken wollen, sondern befällt in der folge oft auch andere. die durchaus vorkommenden glimpflich verlaufenen fälle sind dann wieder bestätigung für alle, welche auch jemanden kennen, dessen schwager nen freund hat, dessen cousine nen krassen unfall ohne gurt überlebte oder als kettenraucherin 90 jahre alt wurde. betroffene kommen meiner meinung nach zu selten zu wort (heute ein bericht von nem geraer in der welt).

mattotaupa vor 10 Wochen

"Ich bin nur etwas besser informiert." also diese bescheidenheit rührt mich richtig. mal abgesehen davon, daß sie es nicht mal schaffen einen kommentierten artiekl zu lesen und weiterhin von lungenentzündung reden ... ja klar, voll informiert und vor allem "besser".

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