Ärzte Corona-Leugner: Landesärztekammer Thüringen ermittelt gegen zwei Mediziner

Mediziner sollen gegen Corona-Regeln demonstriert und die Pandemie geleugnet haben. Außerdem geht es um falsche Masken-Atteste. Nun ermittelt die Landesärztekammer gegen Ärzte aus Thüringen. 22 Hinweise gegen Kammermitglieder liegen vor.

Eine Krankenpflegerin arbeitet in Schutzkleidung in einem Krankenzimmer auf der Intensivstation des Uniklinikums.
Schutzausrüstung ist aktuell Pflicht - einige Mediziner sehen das offenbar anders. Bildrechte: dpa

Die Landesärztekammer Thüringen ermittelt gegen zwei Thüringer Ärzte wegen ihrer Haltung in der Corona-Pandemie. Insgesamt lägen 22 Hinweise gegen Kammermitglieder vor, die geprüft würden, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Es geht um zwei "berufsrechtliche Ermittlungsverfahren". Die Ärzte sollen an Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen teilgenommen, die Gefahren durch die Pandemie geleugnet, Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt und sich unkollegial verhalten haben. In einem Fall laufe parallel zum Berufsrechtsverfahren ein strafrechtliches Verfahren wegen des Ausstellens falscher Masken-Atteste, so die Landesärztekammer.

Für Schlagzeilen hatte im Herbst die Einleitung des Berufsrechtsverfahrens gegen den AfD-Bundestagsabgeordneten und Arzt Robby Schlund aus Gera gesorgt, das eines von den zwei eingeleiteten Verfahren ist. Dabei geht es um ein Plakat, auf dem der Berliner Virologe Christian Drosten in Sträflingskleidung mit der Aufschrift "Schuldig" zu sehen ist. Schlund hatte dieses auf einer Corona-Demonstration in Berlin im vergangenen Sommer getragen. Die ärztliche Berufsordnung verpflichtet Mediziner, sich untereinander kollegial zu verhalten. In der Landesärztekammer sind 13.000 Mediziner Mitglied, Ruheständler eingeschlossen.

Schilder mit Foto-Montagen von Drosten (l-r), Söder, Restle, Lauterbach, Esken und anderen mehr in Sträflingskluft und mit dem Wort "schuldig" werden von Teilnehmern der Demonstration hoch gehalten.
Schilder mit Foto-Montagen von Drosten (l-r), Söder, Restle, Lauterbach, Esken und anderen mehr in Sträflingskluft und mit dem Wort "schuldig" werden von Teilnehmern der Demonstration hoch gehalten. Bildrechte: dpa

Die Landesärztekammern in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen beschäftigen sich inzwischen mit insgesamt mehr als 80 Beschwerden über Mediziner, die die Corona-Pandemie verharmlosen oder leugnen. Oftmals beziehen sich die Vorwürfe auf das Ausstellen falscher Maskenatteste, das Leugnen oder Herunterspielen der Gefahren des Virus oder das Nicht-Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Praxis.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa,ifl

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. Februar 2021 | 12:00 Uhr

23 Kommentare

part vor 2 Wochen

Der Indizienwert steigt in Thüringen gerade wieder an, wo alles wegtaut. Na, vielleicht kommen manche endlich mal dahinter, was zur Ursache beitragen könnte, aber wohl nicht sein darf?

Karl Schmidt vor 2 Wochen

"Es richt nach dem Ende von Weimar es sei den, wir können normal miteinader reden und nicht gleich jeden Stigmatisieren der keine politisch Korrekte Meinung hat".

Ach, deshalb darf ich nicht mit 240 km/h über unser Betriebsgelände fahren.

5parteitag vor 2 Wochen

Hat jemand eine andere Meinung wird er verfolgt egal auf welcher Ebene!
Beginnt es wider" nein" es hat schon lange begonnen. Es richt nach dem Ende von Weimar es sei den, wir können normal miteinader reden und nicht gleich jeden Stigmatisieren der keine politisch Korrekte Meinung hat.

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