Polizei und Staatsanwaltschaft haben die meisten Täter ermittelt Erste Urteile gegen kriminelle Jugendliche in Jena

160 Straftaten werden einer Gruppe von 17- bis 21-Jährigen in Jena vorgeworfen, die Hälfte davon geht auf das Konto von Migranten. Die Strafverfolger zogen am Dienstag eine erste Bilanz ihrer Ermittlungsarbeit.

Einsatzwagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht bei einem Einsatz.
Immer wieder hatten kriminelle Jugendliche in Jena für Polizeieinsätze gesorgt (Symbolbild). Bildrechte: IMAGO

Bei den straffällig gewordenen Jugendlichen in Jena gibt es keine Hinweise auf Bandenstrukturen. Das hat der ermittelnde Staatsanwalt Rainer Leicht am Dienstag in Jena bekräftigt. Bei den 24 Wiederholungstätern aus Syrien, Irak, Afghanistan und Deutschland handele es sich um "keine homogene Gruppe oder Gang", sagte Leicht bei einem gemeinsamen Termin mit der Polizei Jena. Sie hätten sich nicht verabredet oder getroffen, um Straftaten zu begehen. Den 17 bis 21 Jahre alten jungen Männern werden Ladendiebstähle, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Beleidigung, Sachbeschädigung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und Landfriedensbruch vorgeworfen. Im Kern ermittelten die Beamten 24 Wiederholungstäter, zum Teil aus Syrien, Irak und Afghanistan.

Es sind auch etwa die Hälfte bei dieser Zahl (der Wiederholungstäter, d.Red.) deutsche Straftäter. Es handelt sich also nicht nur um Migranten.

Rainer Leicht, Staatsanwaltschaft Gera

Haftstrafen bis zu 18 Monaten ausgesprochen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden 83 Straftaten den Migranten zugeschrieben. Ursprünglich war von über 160 Fällen die Rede. Bis auf 29 sind alle diese Fälle aufgeklärt, die Täter ermittelt. Inzwischen seien vier der Verdächtigen rechtskräftig verurteilt worden. Dabei handele sich um Jugendliche, die besonders häufig auffällig geworden seien. Drei der Betreffenden hätten Haftstrafen von 16 beziehungsweise 18 Monaten bekommen. Zwei der jungen Männer hätten zu diesem Zeitpunkt bereits in U-Haft gesessen. Die ausgesprochenen Haftstrafen seien auf Bewährung ausgesetzt. Gegen zwei weitere Täter wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft angeordnet. Ein 17-Jähriger, der einem Opfer das Nasenbein gebrochen hatte, wurde in eine geschlossene Jugendeinrichtung verbracht. Gegen weitere 16 jungen Leute wurden Strafsachen gebündelt und angeklagt.

Vorwurf der Untätigkeit zurückgewiesen

Ein mehrstöckiges Gebäude.
In der Jugendstation Jena arbeiten Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen. Bildrechte: ARD.de

Die Strafsachen befinden sich bereits bei Gericht. Die Hauptverhandlungen am Amtsgericht sollen im April beginnen. Staatsanwaltschaft und Polizei widersprachen den Vorwürfen und der Kritik in der Öffentlichkeit, im Fall der Jugendlichen zu lax oder gar nicht reagiert zu haben. Die betreffenden 160 Straftaten ereigneten sich zwischen Sommer 2016 und Februar 2018. Polizei und Justiz registrieren im Stadtgebiet Jena bis zu 7.000 Straftaten im Jahr.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war davon die Rede, "nur die Hälfte" der Straftaten gehe auf das Konto von Migranten. Um Missverständnisse zu vermeiden haben wir den Artikel geändert.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Nachrichten | 12. März 2018 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 20:28 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

42 Kommentare

15.03.2018 18:15 martin 42

@41 Dorfbewohner: Nicht alles, was Sie nicht verstehen (wollen) ist sinnfrei.

Was mich zu solchen Aussagen qualifiziert? Sehr einfach: Kenntnisse und Erfahrungen.

[MDR THÜRINGEN: Nachdem die Qualifikation geklärt wurden, kommen Sie bitte wieder auf das Thema zurück.]

15.03.2018 17:54 Dorfbewohner 41

@39

Ein absolut sinnfreier Beitrag!

Was qualifiziert Sie denn eigentlich zu solchen Aussagen?

Mehr aus der Region Jena - Eisenberg

Mehr aus Thüringen

brennende Scheune. Feuerwehr im Vordergrund löscht.
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Im Erfurter Ortsteil Kerspleben ist in der Nacht zu Dienstag eine Scheune komplett niedergebrannt. Wie ein Polizeisprecher sagte, waren in dem Gebäude landwirtschaftliche Maschinen abgestellt.

Di 25.09.2018 10:45Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/video-234102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video