Jena Was Sie noch über den Bürgerdialog mit Kanzlerin Merkel wissen wollten

Nach dem Bürgerdialog der Bundeskanzlerin in Jena haben uns viele Zuschriften und Kommentare erreicht. Einige Bemerkungen zeigen, dass bei Ihnen Fragen offen geblieben sind, die wir mit den folgenden Zeilen ausräumen wollen. Sie können uns selbstverständlich weitere Fragen stellen. In ihrem Podcast vom 5. Mai 2018 hatte die Kanzlerin zum Bürgerdialog eingeladen.

Merkel Podcast Screen
In ihrem Podcast vom 5.5.2018 hatte die Kanzlerin auch online zum Bürgerdialog eingeladen. Bildrechte: bundeskanzlerin.de

Wer hatte eingeladen?

Gastgeber war das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, kurz Bundespresseamt (BPA). Auch der Veranstaltungsort wurde von der Berliner Behörde ausgesucht. Im Vorfeld hatte sich das BPA an regionale Medien mit der Bitte um Kooperation gewandt.

Wer wurde wie ausgewählt?

OTZ Screen
Auch Online hatte die Ostthüringer Zeitung (OTZ) für die Veranstaltung mit Kanzlerin Merkel in Jena geworben. Bildrechte: otz.de

Die Ostthüringer Zeitung (OTZ) und die Thüringische Landeszeitung (TLZ) haben die Plätze für die Veranstaltung verlost, MDR THÜRINGEN hat diese Verlosung lediglich redaktionell beworben.

Insgesamt haben sich rund 430 Thüringer bei den Zeitungen gemeldet, die Namen von 80 Bewerbern wurden danach an das Bundespresseamt weitergegeben. Dort fand nach eigenen Angaben nur eine Sicherheitsüberprüfung und eine Rückfrage zur Teilnahmebestätigung statt. Daraufhin wurden alle 80 Personen nach Jena eingeladen, gekommen sind letzlich 57.

Wurde Einfluss auf die Fragen genommen, die gestellt wurden?

Laut BPA wurde vorab nicht erfragt, was die Themen der einzelnen Teilnehmer waren. Die einzige Vorgabe war, dass sie sich im Rahmen der "Leitfragen" zu Europa bewegen. ("Wie erleben Sie Europa in ihrem Alltag? Welche Rolle spielt Europa für Deutschland insgesamt? Wie sollte Europa in Zukunft aussehen?").

Welchen Zweck hatten die Workshops vor dem Gespräch mit der Kanzlerin?

Das Bundespresseamt hatte gleich zu Veranstaltungsbeginn zu sogenannten Vorbereitungsworkshops geladen, um den Gästen das Lampenfieber zu nehmen. Die Gesprächsrunden dienten laut BPA der Sortierung von Themenkomplexen, dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Umgang mit dem Mikrofon. Auch hier seien keine Fragen vorgegeben worden. Es habe ein "Briefing" (Anleitung) gegeben, wie man die Fragen am Besten formuliert, weil der Zeitrahmen der Veranstaltung begrenzt war.

Was passiert nach der Veranstaltungsreihe?

Während der Veranstaltungen wird Protokoll geführt. Danach bekommen die Teilnehmer Feedback-Formulare ausgehändigt, in denen sie ihr persönliches Fazit abgeben können. Diese Dokumente sollen nach Abschluss der Reihe "von unabhängigen Dienstleistern wissenschaftlich ausgewertet" werden. Das BPA wird die persönlichen Daten der Teilnehmer gemäß neuer Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) löschen.

Das Bundespresseamt betont, dass der Zugang zu allen Bürgerdialogen frei sei, dass allein das Los über die Teilnahme entscheide und dass die Fragen ohne Einfluss des Amtes gestellt werden durften. Weitere Informationen bietet es hier an.

Quelle: MDR THÜRINGEN

AKTUELLES AUS THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 14. August 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2018, 14:37 Uhr

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11 Kommentare

17.08.2018 16:36 Fragender Rentner 11

Konnten nicht die Fragen stellen, die sich gestern Abend bei der Sendung des ZDF ab 22:15 Uhr ergeben haben.

Wäre mal interessant gewesen was sie geantwortet hätte.

17.08.2018 14:00 Anne 10

"nach eigenen Angaben", "nach eigenen Angaben nur eine Sicherheitsüberprüfung" "Laut BPA", "Das Bundespresseamt betont,"

Die würden natürlich auch nie die Wahrheit biegen und etwas flunkern. ;)

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