Fußball Finanzielle Lage beim FF USV Jena bleibt angespannt

Nach der drohenden Pleite vor einem Jahr geht es beim FF USV Jena finanziell nur langsam bergauf. Wie der Vereinsvorsitzende Torsten Rödiger bei der Mitgliederversammlung des Frauenfußball-Bundesligisten am Donnerstag erklärte, konnten in den vergangenen sechs Monaten zwar rund 50.000 Euro Schulden aus den vergangenen Jahren getilgt werden. Allerdings fehlen aktuell 30.000 bis 40.000 Euro, um die Saison bis Ende Juni finanziell abzusichern, wie Rödiger MDR THÜRINGEN sagte.

Gehälter von Spielerinnen und Trainern sicher

Die Gehälter von Spielerinnen und Trainern sowie die Sozialbeiträge könnten jedoch gezahlt werden. Der Vorstand hofft, dass die Gläubiger einen Aufschub gewähren, falls der Verein das Geld nicht auftreiben kann. Eine Insolvenz wie in der vergangenen Saison, wo es laut Rödiger "ums nackte Überleben" ging, drohe aber nicht. Mit einer groß angelegten Kampagne hatten Fans und Vorstand damals rund 90.000 Euro Spenden gesammelt.

USV-Jena-Trainer Christopher Heck bei der Ansprache zum Trainingsauftakt
Die Gehälter von Spielerinnen und Trainern können gezahlt werden. (Archivbild) Bildrechte: Hannes Seifert / FF USV Jena

Fusion mit FC Carl Zeiss Jena als Option

Aktuell hat der FF USV Jena knapp 450.000 Euro Schulden. 300.000 Euro hatte der belgische Investor Roland Duchâtelet den Jenaerinnen geliehen. Das Geld muss der Verein laut Vorstand nur zurückzahlen, wenn sich die wirtschaftliche Situation wesentlich verbessert. Das sei in naher Zukunft eher unwahrscheinlich, sagte Rödiger vor den gut 40 Vereinsmitgliedern. Duchâtelet gilt als jemand mit Herz für den Frauen-Fußball, der sich eine Fusion von USV und Männer-Drittligist FC Carl Zeiss, wo er ebenfalls finanziell involviert ist, vorstellen kann. Laut Rödiger solle eine solche Fusion nach der Präsidiumswahl beim FCC weiter besprochen werden. USV-Geschäftsführer Christoph Schliewe sagte dem MDR: "Wir verschließen uns dem nicht, aber dafür müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden." Derzeit gibt es eine "deutschlandweit einmalige" (Schliewe) Kooperation im Nachwuchsbereich mit dem FCC. So trainieren Top-Talente bei den Jungs mit. Frauen-Fußball wird beim Drittligisten bereits gespielt: Als der USV in finanzielle Schwierigkeiten steckte, übernahm der FCC eine Mannschaft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. Januar 2020 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 14:47 Uhr

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