Kommunale Unternehmen Kritik an Ablösung der Stadtwerke-Bosse in Jena

1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 840 Millionen Euro Bilanzsumme: Der Unternehmensverbund Stadtwerke Jena ist alles andere als ein Zwerg unter den kommunalen Unternehmen. Die langjährigen Geschäftsführer sollen 2021 ihre Posten räumen - aus Gründen, die die Stadt nur vage begründet. Jetzt regt sich Kritik an der Entscheidung.

In Jena gibt es Kritik an der bevorstehenden Ablösung der langjährigen Stadtwerke-Chefs. Thomas Zaremba und Thomas Dirkes sollen ihre Posten als Geschäftsführer der Gruppengesellschaft Stadtwerke Jena GmbH sowie der Energietochter Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH im kommenden Jahr räumen - angeblich "planmäßig".

Eine Straßenbahn auf dem Campus der Universität Jena.
Straßenbahn in Jena: Der Nahverkehrsbetrieb gehört zu den Stadtwerken. Bildrechte: imago/Bild13

Grünen-Fraktion: "Würdelos" und "scheinheilig"

Die Grünen-Fraktion im Jenaer Stadtrat bezeichnete den Abgang der beiden Manager am Freitag als "würdelos" und "scheinheilig". Oberbürgermeister Thomas Nitzsche habe noch vor zwei Wochen den Jahresabschluss und das erfolgreiche Geschäftsergebnis der Stadtwerke gelobt. Weder sei die "Entlassung" der beiden Geschäftsführer in einem demokratischen Gremium diskutiert noch der Stadtrat darüber informiert worden.

Zudem, so Grünen-Fraktionschef Heiko Knopf, sei die Stadt Pößneck in die Personalentscheidung offenbar nicht einbezogen gewesen. Pößneck hält über seine Stadtmarketinggesellschaft 5,9 Prozent der Anteile an der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, die Stadt Jena über die Stadtwerke Jena GmbH den Mehrheitsanteil. Knopf sprach von Intrigen und einem "kopflosen Führungsstil".

Abkehr vom Prinzip der Doppelspitze geplant

Die Stadt Jena und die Stadtwerke hatten die Personalie am Mittwoch verkündet. Zur Begründung hieß es, es sei eine "Neuausrichtung der Führungsstruktur" beabsichtigt. Insbesondere sei eine "Abkehr vom Prinzip der Doppelspitze in Personalunion der Geschäftsführungen von Stadtwerke Jena Gruppe und der Stadtwerke Energie" geplant. Zu dieser Neuausrichtung gebe es unterschiedliche Auffassungen.

Bei den Unternehmen des kommunalen Verbunds Stadtwerke Jena arbeiten nach dessen Angaben 1.600 Menschen. Die Bilanzsumme liegt bei 840 Millionen Euro im Jahr, der Überschuss bei 30 Millionen Euro. Zur Stadtwerke-Gruppe gehören neben der Energietochter unter anderem auch die Wohnungsgesellschaft Jenawohnen, der Nahverkehrsbetrieb Jenah und die Bädergesellschaft. Zaremba ist seit 2010 Geschäftsführer von Gruppen-GmbH und Energietochter, Dirkes seit 2012.

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. November 2020 | 13:00 Uhr

1 Kommentar

pepe79 vor 8 Wochen

Jenas Oberbürgermeister ist also nicht nur in Sachen Corona inkompetent und jemand dessen Worten man nicht trauen kann.
Dieser Mann gehört abgelöst!

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