Friedenskirche und Jentower in der Jenaer Innenstadt.
Sowohl den Standort Jena als auch die Firma insgesamt sehen Insider nicht als gefährdet an. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Wirtschaft Intershop - Chef begrüßt Übernahmeangebot

Friedenskirche und Jentower in der Jenaer Innenstadt.
Sowohl den Standort Jena als auch die Firma insgesamt sehen Insider nicht als gefährdet an. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Intershop-Chef Jochen Wiechen hat das Übernahmeangebot zweier Frankfurter Beteiligungsunternehmen mittlerweile begrüßt. Die Investoren seien Aktionäre des Unternehmens und damit keine Unbekannten, sagte er dem MDR Thüringen. Das Angebot zeige, dass Intershop mit seiner Strategie auf dem richtigen Weg sei, nämlich Produkte über Internet-Clouds anzubieten. Die Investoren unterstrichen nun mit ihrem Angebot ihr Vertrauen in das Unternehmen.

Auch Arbeitsplätze sieht der Intershop-Chef nicht in Gefahr. Im Gegenteil: Intershop stelle weiter ein und expandiere sogar. Den Aktionären riet der Intershop-Chef, sie sollten das Angebot genau prüfen. In einer ersten telefonischen Stellungname,einige Stunden zuvor, hatte sich der Intershop-Chef von dem Übernahmeangebot noch überrascht gezeigt. Wiechen kündigte eine entsprechende Presserklärung für den Montagmorgen an.

Internet Chef Jochen Wieche vor dem Reichstagsgebäude
Intershop-Chef Jochen Wieche, hier während eines Schaltgespräches mit dem MDR Thüringen Journal, zeigte sich erst überrascht und dann zuversichtlich. Bildrechte: MDR Thüringen

Insider sehen Intershop nicht in Gefahr

Jenas Finanzdezernent Benjamin Koppe (CDU) erklärte in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters Thomas Nitzsche, dass die Intershop Communications AG sinnbildlich für die digitale Wirtschaft der Stadt stehe. "Jena hat Intershop immer unterstützt und wird alles dafür tun, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben", sagte er auf Anfrage von MDR THÜRINGEN.

Derzeit entsteht in Jena ein neues Bürohochhaus. Intershop will dort mit dem neuen Firmensitz einziehen. Für die Stadt Jena gilt das als Prestigeprojekt. Finanziell ist sie jedoch nicht an Intershop beteiligt.

Insider sehen Intershop nicht in Gefahr. Sollte die Übernahme durch die Shareholder Value Beteiligungen AG und die Shareholder Value Management AG gelingen, dann werde Intershop eher für einen Weiterverkauf an einen größeren Investor fit gemacht, hieß es. Demand-Software-Unternehmen mit konstanten, wenn auch geringen Renditen, seien in den einschlägigen Portfolios sehr beliebt.

Intershop werde aber mit großer Sicherheit in Jena bleiben. Der Standort sei durch das vergleichsweise hohe Fachkräfteangebot viel zu wichtig.

mehrere Münzen liegen auf einem Papier, welches einen (Aktien)-Kurs anzeigt.
Das Kaufangebot für die Aktien liegt knapp unterhalb des Börsenkurses. Bildrechte: colourbox.com

Am Freitagabend hatten zwei Frankfurter Beteiligungsunternehmen angeboten, sämtliche Aktien der Intershop Communications AG in Jena zu kaufen. Sie bieten derzeit 1,39 € pro Aktie. Das liegt unterhalb des derzeitigen Börsenkurses. Noch sind 62 % der Aktien in Streubesitz, werden also von Privatanlegern gehalten. Die beiden Beteiligungs-Gesellschaften sind schon mit rund 27% an Intershop beteiligt.

Das Unternehmen war zuletzt immer wieder in die Verlustzone geraten und musste frisches Kapital besorgen. Seit Jahren erhalten die Aktionäre keine Dividenden mehr. Am kommenden Mittwoch will Intershop seine Jahresbilanz 2018 vorlegen.

Intershop vermietet und verkauft Software für den Onlinehandel und beschäftigt rund 340 Mitarbeiter.

Intershop Communications Die Intershop Communications AG ist ein Unternehmen, das E-Commerce-Lösungen anbietet. Der Hauptsitz der Firma ist in Jena im Jentower, dem ehemaligen Intershop Tower.
Gründer: Stephan Schambach
Gründung: 1992
Zentrale: Jena
Tochterunternehmen: Intershop Communications Limited, Intershop Communications, Inc.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Thüringen Journal | 16. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2019, 09:22 Uhr

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1 Kommentar

17.02.2019 09:34 Norbert L. 1

Das Titelbild zeigt das Jenaer Rathaus und nicht die Friedenskirche.

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