Energie TEAG liefert Fernwärme in Jena und startet Kraftwerksumbau

Die Stadtwerke Jena-Pößneck werden in den nächsten zwei Jahrzehnten Fernwärme von der Thüringer Energie AG für die Versorgung von Wohnungen und Unternehmen in der Region beziehen. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichneten Vertreter beider Unternehmen am Mittwoch in Jena. Die Thüringer Energie AG (TEAG) begann anschließend symbolisch mit dem Umbau ihres Heizkraftwerkes in Jena.

Drei Männer sitzen nebeneinander an einem Tisch.
Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Dirkes und Thomas Zaremba und TEAG-Vorstandssprecher Stefan Reindl (v.l.) unterzeichnen den Liefervertrag für Fernwärme. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, Thomas Zaremba, sagte vor der Vertragsunterzeichnung, sein Unternehmen versorge in Jena 60 Prozent der Wohnungen sowie fast 150 Unternehmen mit Fernwärme. Der Vertrag mit der TEAG sichere diese Versorgung für weitere 20 Jahre. Beide Unternehmen arbeiteten in diesem Bereich bereits seit 1991 zusammen. Der neue Vertrag besiegele nicht nur die weitere Kooperation, sondern auch eine Partnerschaft für den Klimaschutz. Geplant sei, durch die Modernisierung des TEAG-Kraftwerkes dessen CO2-Ausstoß deutlich zu verringern. Fernziel sei, künftig Fernwärme ausschließlich auf der Basis von Erneuerbaren Energien zu produzieren. Laut Zaremba beziehen die Jenaer Stadtwerke derzeit 98 Prozent ihrer Fernwärme von der TEAG, der Rest kommt aus der Biogasanlage Zwätzen sowie von der Solarthermie-Anlage in Winzerla.

Das TEAG-Heizkraftwerk in Jena
Seit 1972 in Betrieb: Heizkraftwerk Jena Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

TEAG-Vorstandssprecher Stefan Reindl sagte, der neue Vertrag sei Grundlage für die Modernisierung des Kraftwerks in Jena. Geplant seien Investitionen von rund 70 Millionen Euro. Vorgesehen ist, das Kraftwerk mit sechs neuen Motoren auszurüsten, die durch die Verbrennung von Erdgas Wärme erzeugen. Einen solchen Motor aus finnischer Produktion hatte die TEAG vor einigen Wochen bereits in ihrem Kraftwerk in Bad Salzungen in Betrieb genommen. Nach Angaben von TEAG-Vorstand Andreas Roß sollen die neuen Motoren den CO2-Ausstoß des Kraftwerks halbieren, weitere Maßnahmen zur Reduzierung seien für die Zukunft geplant. Die neue Anlage soll im Jahr 2021 in Betrieb gehen.

Vier Männer stehen vor einem Schornstein mit Presslufthammern.
Kratzen am Monstrum: Stadtwerke- und TEAG-Vorstände begannen symbolisch mit dem Abriss des 225 Meter hohen Schornsteins aus Braunkohle-Zeiten. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Erster Abschnitt des Umbauprojekts im Heizkraftwerk ist der Abriss eines der beiden Schornsteine. Der 225 Meter hohe, fast 40 Jahre alte Schlot soll Stück für Stock abgetragen werden. Die beiden Schornsteine waren Ende der 1970er-Jahre bei der Umstellung des Kraftwerkes von Erdöl auf Braunkohle errichtet worden. Mit ihrer außergewöhnlichen Höhe von 225 und 185 Metern sollten sie die Luftbelastung in der Stadt Jena möglichst gering halten. Der Abriss des größeren der beiden Schornsteine wird laut TEAG etwa ein Dreivierteljahr dauern.

TEAG-Vorstandschef Reindl sagte, mit dem Abriss des Schornsteins werde symbolisch der Kohleausstieg Thüringens vollzogen. Ziel sei es, den Anteil des in Thüringen erzeugten Stroms aus Erneuerbaren Energien weiter zu erhöhen. "Je mehr Strom aus Erneuerbaren wir in Thüringen erzeugen, umso weniger braucht das Land Kohlestrom aus der Lausitz", sagte Reindl.

Computeranimation des TEAG-Heizkraftwerks in Jena
Sechs neue Erdgasmotoren sollen das künftige Herzstück des Heizkraftwerks sein. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 27. Juni 2018 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2018, 20:18 Uhr

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3 Kommentare

28.06.2018 19:35 Klaus Schäfer 3

Herr Hotzelt,danke für die Richtigstellung in Bezug der Schornsteine.

28.06.2018 10:22 U.Hotzelt Jena, Ehem.Maschinist im Kraftwerk. 2

Der kleine 180 m Schornstein wurde ab 1968 gebaut für die 1.Ausbaustufe auf Basis schweres Heizöl. Er ist gegenwärtig noch ab und zu in Betrieb für den Kessel 2 (123t/h) auf Erdgasbasis.
Seit über 20 Jahren (1994) wird in Jena keine Braunkohle mehr verbrannt !!!!
Die grössere Esse heisst seit dem im Volksmund Sodaschornstein,weil er nur So Da steht. U.H.

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