"Kombinat 01" Flexible Büroflächen für Startup-Unternehmen bald im Jenaer Westbahnhof

Mit 800 Quadratmetern Bürofläche und 80 Arbeitsplätzen soll das "Kombinat 01" in Jena eines der größten Coworking-Angebote im Freistaat werden. Profitieren sollen Gründer und Startups, etwa aus der IT-Branche.

Zwei Männer arbeiten an einer Holzverkleidung.
Eines soll es im "Kombinat 01" nicht geben: biederen Bürocharme. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Jena West - nach Fahrgastzahlen der meistfrequentierte Bahnhof Thüringens. Und demnächst wahrscheinlich auch der kreativste. In Kürze eröffnet hier ein neuer Coworking-Space namens "Kombinat 01" - mit 800 Quadratmetern Bürofläche und 80 Arbeitsplätzen einer der größten im Freistaat.

Noch wird fleißig gewerkelt - bald aber arbeiten hier Softwareentwickler oder Social-Media-Manager Seit an Seit. Junge Gründer und Startups können sich hier Arbeitsplätze, Büros oder Besprechungsräume mieten - tage- oder wochenweise. Alles ganz flexibel - mit viel hipper Atmosphäre und ohne drögen Bürocharme. Sogar eine große Terrasse mit Blick auf die Stadt wird es geben.

Ein leeres Dachgeschoss.
Der Dachstuhl des Westbahnhofs wird ausgebaut. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

"Kombinat 01" ist ein alter Hase auf dem Coworking-Markt. Bereits vor sieben Jahren war das "Kombinat Süd" auf dem ehemaligen Schott-Gelände die erste Adresse, wenn es um Mietbüros ging. Doch das musste weichen zugunsten von Zeiss' neuem Forschungscampus. Aus "Kombinat Süd" wurde "Kombinat 01" Mitgründer Benny Beyer ist begeistert von der neuen Location im Westbahnhof: "Sowohl Infrastruktur als auch Anbindung sind natürlich hervorragend. Und es ist ein altes denkmalgeschütztes Gebäude, das den Charme, den wir so bevorzugen, ganz natürlich inne hat."

Jena mangelt es an Gewerbeflächen für die IT-Branche

Zehn Jahre standen große Teile des Westbahnhofs leer. Zuletzt residierten hier Bundespolizei, Deutsche Bahn, der Jenaer Modellbahnclub und ein versprengter Student, der in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebte. Der neue Coworking-Space ist eine klassische Win-Win-Situation. Dem Westbahnhof wird neues Leben eingehaucht und die dynamische Gründerszene bekommt dringend benötigten Büroraum. Denn der ist in Jena knapp und teuer. Die Leerstandsquote liegt bei unter zwei Prozent. Viele Büroflächen gehen unter der Hand weg.

Das Wachstum der IT-Branche wird auch durch die fehlenden Gewerbeflächen ausgebremst. Vor allem Startups und Freiberufler brauchen flexible Lösungen. Manchmal wird wochenlang allein oder in kleinen Teams gearbeitet - zu Spitzenzeiten brauchen sie mehr Platz und häufig auch Besprechungsräume.

"Kombinat 01" verlegt sich jedoch nicht allein auf die Vermietung von Arbeitsfläche. Flankiert werden soll das Ganze durch individuelle Betreuungen, Gründerberatungen und Unterstützung bei der Suche nach Investoren und Risikokapitalgebern. Benny Beyer hat dafür eine Ausbildung zum Businesstrainer gemacht. Gemeinsam mit dem jungen Startup-Spezialisten Yannik Rediske möchte er Workshops über erfolgreiches Gründungsmanagement anbieten. Die Klientel sitzt direkt im Haus oder kommt - natürlich - mit der Bahn.

Eine leere Dachfläche neben einem Backsteinbau.
Um dem Gedankenspiel freien Lauf lassen zu können, soll die Terrasse attraktiv gestaltet werden. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. Februar 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

ChristophJena vor 22 Wochen

Der Westbahnhof hat 5000 Fahrgäste täglich. Weimar oder Erfurt haben wirklich nicht mehr, obwohl viele Jenaer dort in die Fernzüge umsteigen?

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