Wirtschaft Krise der Autobranche: Jenoptik kündigt Stellenabbau an

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Automobilbrache machen sich auch beim Technologie-Konzern Jenoptik bemerkbar. Im Vergleich zu 2019 sank der Umsatz im dritten Quartal deutlich. Der Auftragseingang der Thüringer hat sich indes wieder stabilisiert. Dennoch ist der Abbau von Arbeitsplätzen im Gespräch.

Der Thüringer Technologie-Konzern Jenoptik hat im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Das Ergebnis habe mit gut 176 Millionen Euro zwar über dem der Vorquartale gelegen, aber 13 Prozent niedriger als im vergleichbaren Zeitraum 2019, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Auftragseingang bewege sich derzeit aber auf dem Vorjahresniveau.

Auftragseingang wieder stabilisiert

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Verunsicherung in der Automobilindustrie seien spürbar gewesen und hätten den Geschäftsverlauf im dritten Quartal beeinflusst, heißt es. Dass sich der Auftragseingang im dritten Quartal wieder stabilisiert habe und das Ergebnis spürbar besser sei als in den Vorquartalen, stimme für die kommenden Monate zuversichtlich, sagte der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Stefan Traeger.

Neue Strukturen und den Abbau von Stellen

Jenoptik reagiert auf die sinkenden Aufträge aus der Automobilindustrie mit Umstrukturierungen, die zu Arbeitsplatzverlust führen werden. Betroffen sei hauptsächlich der Bereich industrielle Messtechnik, sagte der Vorstandsvorsitzende Traeger. Es gebe Gespräche mit dem Betriebsrat. Die Kosten in diesem Bereich müssten der Umsatzentwicklung angepasst werden. Grund sei weniger die Corona-Pandemie, sondern die Investitionszurückhaltung der Automobilindustrie.

"Es ist nicht so, dass wir jetzt Massenentlassungen vorhaben", sagte Traeger. "Es gibt punktuelle Anpassungen." Der gesamte Bereich Messtechnik beschäftigt nach seinen Angaben im In- und Ausland 500 bis 800 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Wie viele Arbeitsplätze wegfallen könnten, wollte Traeger mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht sagen. Insgesamt hat der Jenoptik-Konzern rund 4000 Beschäftigte. Davon seien derzeit 400 bis 600 in Kurzarbeit, allerdings nicht zu 100 Prozent.

Jenoptik verspricht sich Stärkung der Optik-Sparte

Für das Gesamtjahr peilt Jenoptik zusammen mit der im September mehrheitlich übernommenen Trioptics GmbH (Wedel) einen Umsatz zwischen 755 und 775 Millionen Euro an. Jenoptik verspricht sich von dem Zukauf eine Stärkung seiner Optik-Sparte und seiner internationalen Präsenz.

Die norddeutsche Firma hat rund 400 Beschäftigte. Der Jenoptik-Konzern erwirtschaftet etwa drei Viertel seines Umsatzes im Ausland.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. November 2020 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

winfried vor 2 Wochen

Stellenabbau bei Jenoptik, ich finde, das war vorauszusehen.
Ein Management das in diesen Zeiten "seinen" Job nicht macht, gehört entlassen.

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