Kommunalpolitik Jena muss Kredite für Großprojekte aufnehmen

Auch die Boomstadt Jena kommt momentan nicht ohne fremde Finanzierung aus. Für eine neue Schwimmhalle, neue Straßenbahnen und die Erneuerung der Energienetze muss die Stadt Kredite aufnehmen.

Eine Straßenbahn auf dem Campus der Universität Jena.
Der Jenaer Nahverkehr will seine Straßenbahnflotte erneuern. Bildrechte: imago/Bild13

Die Stadt Jena und die Stadtwerke müssen ihre millionenschweren Projekte mit einem Kredit realisieren. Das erklärte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP). Die neue Schwimmhalle in Lobeda, der Kauf neuer Straßenbahnen, die laufende Erneuerung der Energienetze und die Investition in erneuerbare Energien könnten die Stadt rund 400 Millionen Euro kosten. Diese Summe müsse zu einem großen Teil fremdfinanziert werden. Wie hoch der Kredit ausfallen wird, ließ Nitzsche noch offen.

So will der Jenaer Nahverkehr in den kommenden drei Jahren seine komplette Straßenbahnflotte mit 33 Fahrzeugen erneuern. Das würde laut Unternehmen insgesamt 153 Millionen Euro kosten. Davon fließen mehr als 118 Millionen Euro in die neuen Wagen. Knapp 35 Millionen Euro werden für die Überarbeitung der Infrastruktur im Streckennetz und im Betriebshof benötigt.

Der neue OB von Jena, Thomas Nitzsche, vor der Tür des Rathauses.
Jena Oberbürgermeister Thomas Nitzsche Bildrechte: MDR/Anke Preller

Das Land hat für die Großinvestition Fördermittel in Aussicht gestellt. 24 Fahrzeuge sollen mit 40 Millionen Euro gefördert werden. Ob das Geld kommt, ist unklar. Der Jenaer Nahverkehr hatte sich eine deutlich höhere Unterstützung durch den Freistaat erhofft.

Um die neue Schwimmhalle in Jena-Lobeda wurde lange gerungen. Entstehen soll sie bis Ende 2022 auf dem Gelände des ehemaligen Kulturhauses. Das 50-Meter-Becken mit einem beweglichen Boden soll rund 14 Millionen Euro kosten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 15. Januar 2020 | 19:30 Uhr

7 Kommentare

WackerundJena vor 28 Wochen

Sorry wenn ich es so sage aber Jena hat echt viel zu bieten. Auch wenn irgendetwas dir fehlen sollte aber wir haben auch gut angebunden Nachbarstädte zum besuchen. Nur weil Jena eine Boomtown ist, heißt es lange nicht, dass es hier alles geben muss. Jeder will in einer Stadt leben die Schuldenfrei ist aber wenn für DEIN Soziales Bedürfnis gespart werden soll, dann kotzen natürlich wieder alle Betroffenen.
Du kannst nicht alles haben....
Hat jeder gutverdienende immer ein Haus? Fährt jeder ein Lamborgini? Du willst doch auch nicht über deine Verhältnisse leben, sondern Schulden begleichen und bis zur Schuldenfreiheit moderat leben.....!!!!!!
Denk erstmal nach bevor du nur meckern kannst.....

mowz_art vor 28 Wochen

Ja, in das Theaterhaus passen etwa 50 bis 100 Leute rein. Welcher Nachteil ergibt sich jetzt daraus (für Sie) ? Der Platz davor wird als urbaner Raum genutzt, beispielsweise um Boule zu spielen oder um sich zu treffen. Ja, es gibt auch einen (provisorischen) Parkplatz mit Bratwurstbude, alternativ mit Karmelitenklosterruine.

Zur Info: Auch dieser Vorplatz wird in den kommenden Jahren neu gestaltet werden. Die Bauarbeiten dazu haben bereits begonnen und es soll ein Neubau für die Bibliothek und eine Heimstatt für den Bürgerservice entstehen.

Den Vergleich mit Berlin-Schöneberg nach Berlin Mitte habe ich noch nie gehört.

Bei Freibädern sieht es in der Tat duster aus. Das ist ein Manko der auch mir fehlt.

pauhep vor 28 Wochen

Ich kotz mich nicht über meine Heimat aus. Ich wundere mich nur über die Diskrepanz, dass Jena einerseits schon seit Jahrzehnten die Boomtown des Ostens ist, das München des Ostens, das Silicon Valley des Ostens, Havard des Ostens usw., aber andererseits bei der Stadt verhältnismäßig wenig passiert.

Und ich bin mit meinem Leben nicht unzufrieden, es findet ja nicht in Jena statt.

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