Bahnverkehr Jena weint dem ICE eine Träne nach

In Jena haben Bahn-Aktivisten den letzten ICE von München nach Berlin durch das Saaletal mit einer ironischen Demonstration verabschiedet. Der ICE 1000 lief um 21:08 Uhr in den Bahnhof Jena-Paradies ein. Die Demonstranten schwenkten Papiertaschentücher und hielten ein Transparent mit einer ICE-Zeichnung und dem Schriftzug "abgehängt" hoch. Auf dem Transparent aufgedruckt waren die Namen jener Städte, die durch die neue ICE-Strecke Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg ihre Anbindung an den Bahn-Fernverkehr weitgehend verlieren. Neben Jena sind das in Thüringen Saalfeld und Weimar, in Sachsen-Anhalt Naumburg und Weißenfels sowie in Bayern Lichtenfels.

Bei der Abschiedsdemo dabei waren auch Darsteller der Kunstaktion "Bewegtes Land". Als "Rocco" hatten sie sich auf der Saalebahn zwischen Jena und Naumburg Wettläufe mit den Zügen geliefert. Diesmal rannten die "Roccos" auf dem Bahnsteig.

Bahnverkehr Mach's gut, ICE: Die Taschentücher-Demo von Jena in Bildern

Auf dem Bahnhof Jena-Paradies haben Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" den letzten regulären ICE München-Berlin durch das Saaletal mit einer ironischen Demonstration verabschiedet.

Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" verabschieden auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies den letzten regulären ICE München-Berlin durch das Saaletal.
Vor der Ankunft des ICE 1000 München-Berlin in Jena: Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" zur Abschiedsdemo auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies. Demonstranten halten ein Transparent mit einer ICE-Zeichnung und dem Schriftzug "abgehängt" hoch. Auf dem Transparent aufgedruckt sind die Namen jener Städte, die durch die neue ICE-Strecke Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg ihre Anbindung an den Bahn-Fernverkehr weitgehend verlieren. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" verabschieden auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies den letzten regulären ICE München-Berlin durch das Saaletal.
Vor der Ankunft des ICE 1000 München-Berlin in Jena: Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" zur Abschiedsdemo auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies. Demonstranten halten ein Transparent mit einer ICE-Zeichnung und dem Schriftzug "abgehängt" hoch. Auf dem Transparent aufgedruckt sind die Namen jener Städte, die durch die neue ICE-Strecke Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg ihre Anbindung an den Bahn-Fernverkehr weitgehend verlieren. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Letzter regulärer ICE München-Berlin durch das Saaletal läuft in den Bahnhof Jena-Paradies ein. Auf dem Bahnsteig schwenken Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" Papiertaschentücher.
Der ICE fährt ein. Bahnfans werden bemerken, dass es sich gar nicht um einen herkömmlichen ICE-Triebzug handelt, sondern um einen lokbespannten Zug, der früher als Metropolitan zwischen Köln und Hamburg verkehrte. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
 Letzter regulärer ICE München-Berlin durch das Saaletal läuft in den Bahnhof Jena-Paradies ein. Auf dem Bahnsteig schwenken Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" Papiertaschentücher.
Winke, winke: Die Demonstranten schwenken Taschentücher zum Abschied. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mitglieder und Sympathisanten des Bündnisses "Fernverkehr für Jena" schwenken auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies Taschentücher für den letzten regulären ICE München-Berlin durch das Saaletal.
In Jena halten ab jetzt nur noch wenige Fernzüge auf der Nord-Süd-Verbindung. Morgens und abends kommt jeweils ein ICE aus Berlin an und fährt in die Gegenrichtung ab. Außerdem gibt es Mittags ein IC-Zugpaar, das zwischen Leipzig, Nürnberg und Karlruhe unterwegs ist. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Darsteller der Kunstaktion "Bewegtes Land" verabschieden auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies den letzten regulären ICE München-Berlin durch das Saaletal.
Die "Rocco"-Darsteller der Kunstaktion "Bewegtes Land" aus dem Sommer 2017 waren auch am Start. Mit dem Projekt hatte das Künstlerduo Datenstrudel aus Berlin im Sommer entlang der Bahnstrecke Naumburg-Jena eine Performance für Zugreisende veranstaltet. Die "Roccos" lieferten sich Wettläufe mit den Zügen.

Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger
Performance-Darsteller "Rocco" rennen auf dem Gegenbahnsteig des Bahnhofes Jena-Paradies.
Die "Roccos" rennen noch einmal gegen den Zug - und bringen Demonstranten und Reisende zum Schmunzeln. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Alle (6) Bilder anzeigen

In Jena halten ab jetzt nur noch wenige Fernzüge auf der Nord-Süd-Verbindung. Morgens und abends kommt jeweils ein ICE aus Berlin an und fährt in die Gegenrichtung ab. Außerdem gibt es Mittags ein IC-Zugpaar, das zwischen Leipzig, Nürnberg und Karlsruhe unterwegs ist.

Auf der neuen Strecke durch den Thüringer Wald rollen die Züge

Seit Sonntagmorgen ist die neue ICE-Strecke durch den Thüringer Wald regulär in Betrieb. Der erste ICE fuhr um 6.30 Uhr am Berliner Hauptbahnhof nach München ab. In der Gegenrichtung startete der erste Zug um 6.55 Uhr auf dem Münchner Hauptbahnhof. Die beiden Züge kamen jeweils pünktlich an.

Mit der neuen Streckenführung verringert sich die Fahrzeit auf der 623 Kilometer langen Verbindung München-Berlin beträchtlich. Die schnellsten Züge ("Sprinter"), die auf einigen Abschnitten 300 km/h fahren und unterwegs nur in Halle, Erfurt und Nürnberg halten, schaffen die Distanz in 3:55 Stunden. Normale ICE-Fahrten mit mehr Zwischenhalten dauern 4:30 Stunden bis 4:45 Stunden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2017, 13:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

10.12.2017 23:58 Klecks 5

Nawien..vielleicht sehen Sie sich die Karte auch noch mal kurz an, wäre hilfreich vor solchen Aussagen ;)

10.12.2017 17:59 Nawienn 4

Dieses Kleinstaaterei Denken ist wirklich vom feinsten.
Da fährt doch wirklich kein ICE mehr über Jena Paradies
unglaublich für die gesamte Stadt,ob da wirklich jemand zugestiegen wäre ??
Einigen Bürgern sollte man wirklich kostenlos eine Deutschlandkarte
zukommen lassen, um zu verdeutlichen warum der Trassenverlauf so ist.
Noch besser wäre es, den Verlauf der Autobahnen sich anzuschauen
um das Muster zu verstehen,wie man von A nach B und weiter nach C und D
kommt.
Ziemlich bitter für einige,aber Bitterfeld liegt ganz wo anders.

Mehr aus der Region Jena - Eisenberg

Mehr aus Thüringen

Zwei Bienen 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK