Ein Mitarbeiter der Jenoptik AG steht am 22.07.2015 im Kundenapplikationszentrum des Unternehmens in Jena (Thüringen).
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Technologiekonzern aus Jena Jenoptik peilt neue Rekorde an

Der Technologiekonzern Jenoptik hofft 2019 auf sein drittes Rekordjahr in Folge. Trotz Brexit, schwächelnder Konjunktur und Stopp des bundesweit ersten Streckenradars blickt der Konzern selbstbewusst in die Zukunft.

Ein Mitarbeiter der Jenoptik AG steht am 22.07.2015 im Kundenapplikationszentrum des Unternehmens in Jena (Thüringen).
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Für 2019 erwartet Jenoptik erneut ein Rekordjahr. Konzern-Chef Stefan Traeger sagte am Donnerstag, eine schwächelnde Konjunktur und der Brexit würden das Wachstum des Technologiekonzerns nicht stoppen. Sein Konzern stehe zwar für offene Märkte. Das Unternehmen sei aber darauf vorbereitet. Negative Folgen sehe Traeger nur für Geschäfte direkt in Großbritannien. Speziell dort entwickelt Jenoptik Software unter anderem für automatische Fahrzeugerfassung.

2019 werde bei den Erlösen nun ein Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich angepeilt. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle weiter zulegen. Der Jenaer Technologiekonzern will auch weiteres Personal einstellen. Der Jenoptik-Chef sagte, speziell am Standort Jena würden Mitarbeiter gesucht. Der Konzern könne nur mit neuen Fachkräften wachsen. Derzeit arbeiten weltweit knapp über 4.000 Mitarbeiter für Jenoptik.

Mehr Dividende für Jenoptik-Aktionäre

Nach einem deutlichen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis zahlt der Technologie- und Rüstungskonzern Jenoptik für das vergangene Jahr mehr Dividende. Für 2018 sollen die Anleger 35 Cent je Aktie bekommen. Das sind fünf Cent mehr als ein Jahr zuvor. Damit würden 20 Millionen Euro an die Aktionäre ausgeschüttet, zu denen über einen staatlichen Fonds auch das Land Thüringen gehört.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Stefan Traeger, steht am 11.05.2017 in Jena (Thüringen) auf dem Dach des Unternehmenssitzes.
Jenoptik-Chef Stefan Traeger auf dem Dach des Firmensitzes in Jena (Archivbild). Bildrechte: dpa

Im vergangenen Jahr stieg der Konzernumsatz um 11,6 Prozent auf 834,6 Millionen Euro. Angetrieben wurden die Geschäfte vor allem von einer hohen Nachfrage aus der Halbleiterausrüstungsindustrie sowie der Auslieferung von Mautkontrollsäulen. Der Vorsteuergewinn legte um 21,6 Prozent auf 94,9 Millionen Euro zu. Der Gewinn nach Steuern wuchs von 72,5 Millionen Euro auf 87,4 Millionen Euro.

Stopp für Streckenradar

Den Stopp des bundesweit ersten von Jenoptik installierten Streckenradars sieht der Konzern nach eigenen Angaben gelassen. Das Verwaltungsgericht Hannover hatte den weiteren Betrieb untersagt.

Beim Streckenradar wird das Durchschnitts-Tempo auf einer bestimmten Strecke gemessen. Dazu werden kurzzeitig auch die Nummernschilder erfasst. Ein Gericht untersagte deshalb den Test bei Hannover. Niedersachsen will jetzt gesetzlich nachbessern.

"Das Urteil wird uns in der Geschäftsentwicklung 2019 nicht besonders tief treffen", sagte Traeger. "Wir werden jetzt abwarten, was in Deutschland passiert." In anderen Ländern wie Österreich und der Schweiz sei Streckenradar zur Tempokontrolle erfolgreich im Einsatz.

Jenoptik erhielt im November 2018 die deutsche Zulassung für das Streckenradar durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Ein Bereich des Thüringer Optik- und Elektronikkonzerns ist auf Anlagen zur Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung im Straßenverkehr spezialisiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit | 21. März 2019 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2019, 16:03 Uhr

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1 Kommentar

23.03.2019 07:42 D.o.M 1

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, bzw das Jahr vor seinem Ende. Die aktuellen Zahlen legen andere Prognosen für 2019 nahe, als die hier verkündeten

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