Photonik in der Infektionsforschung Neues Leibniz-Forschungszentrum in Jena geplant

In Jena soll ein neues Leibniz-Zentrum zur Erforschung von Infektionskrankheiten entstehen. Der Bund investiert dafür 150 Millionen Euro. Im Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) entwickeln Wissenschaftler aus unterschiedlichen Forschungsfeldern künftig gemeinsam lichtbasierte Technologien für eine bessere Diagnostik und Therapie von Infektionskrankheiten.

Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT)
Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien in Jena. Bildrechte: Sven Döring/ Leibniz-IPHT

Lichtbasierte, also photonische Verfahren messen schnell und berührungslos und tragen dazu bei, besser zu verstehen, wie Mikroben den Menschen krank machen, wie sich der Körper wehrt und wie sich diese Prozesse beeinflussen lassen. "Wir tragen dazu bei, Lösungen in diagnostische Geräte und Therapieansätze zu überführen, damit sie schneller vom Labor ans Krankenbett gelangen", sagt Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien.

Dafür bündelt das neue Zentrum die in Jena vorhandenen Kompetenzen auf den Gebieten der Optik und Photonik sowie der Infektionsforschung. Eine solche Forschungsinfrastruktur spiele "für die Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Deutschland" eine Schlüsselrolle, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Im neuen LPI, das auf dem Gelände des Uniklinikums Jena in Lobeda-Ost entstehen wird, sollen mehr als 60 neue Arbeitsplätze am Forschungsstandort Jena entstehen. Bei dem Wettbewerb des Bundesbildungsministeriums hatten sich elf Forschungsprojekte beworben. Neben dem Projekt in Jena kamen das Klimaforschungsprojekt Actris-D in Leipzig sowie das Ernst-Ruska-Centrum 2.0 für höchstauflösende Elektronenmikroskopie in Jülich in Nordrhein-Westfalen zum Zuge.

Entwurf des LPI-Gebäudes in Jena
Entwurf des LPI-Gebäudes in Jena Bildrechte: MDR/Leibniz-IPHT

2026 ist als Startpunkt anvisiert

Bis die ersten Projekte im neuen Forschungsgebäude starten, werde es mindestens bis 2026 dauern, sagte ein Sprecher des Leibniz-Instituts MDR THÜRINGEN. Der Antrag auf die Fördermittel stamme aus dem Jahr 2014. Damals waren für die Bauvorbereitung drei Jahre veranschlagt worden und weitere fünf Jahre Aufbauphase, ehe das neue Zentrum voll arbeitsfähig ist. Nun werde angestrebt, die Abläufe zu straffen. Zur Herausforderung könnten dabei die gestiegenen Baupreise werden: Im ursprünglichen Antrag waren 35 Millionen Euro Baukosten und weitere 32 Millionen für die Ausstattung eingeplant. Der Betrieb des neuen Leibniz-Zentrums sei dann für zehn Jahre aus Bundesmitteln gesichert. Danach sollen sich die Forschungsvorhaben aus Drittmitteln finanzieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. September 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 19:53 Uhr

2 Kommentare

Stealer vor 9 Wochen

@critica: Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien bzw. sein Vorgänger befindet sich seit 1992 in Jena, ebenso die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Und da es um medizinische Forschung geht, hat es einen Grund, warum es auf dem Klinikumsgelände steht.

Es macht keinen Sinn, so ein Zentrum irgendwo als Fremdkörper zu errichten und es hätte dann auch nicht den Zuschlag bekommen.

Critica vor 9 Wochen

Muss dieses Forschungsinstitut eigentlich zwigend in Jena stehen? Für die Wirtschaft gut wäre sicher auch ein Standort in Sömmerda, Sondershausen, Bad Frankenhausen, Gera oder Altenburg.
Immer wieder Jena. Mich würde hier sehr die Antwort des Wirtschaftsministeriums interessieren.

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