Neugeborenes in einer Glasbox
Der Neovital-Sensor könnte die Untersuchungen künftig vereinfachen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neue Sensoren aus Jena Forscher können Neugeborene ohne Kabel überwachen

Forscher aus Jena haben einen neuen Sensor entwickelt, um die Körperwerte von Neugeborenen und vor allem Frühgeborenen zu erfassen. Mit der Methode könnten lästige Kabel bald der Vergangenheit angehören.

von Olaf Nenninger

Neugeborenes in einer Glasbox
Der Neovital-Sensor könnte die Untersuchungen künftig vereinfachen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn es Kindern kurz nach der Geburt nicht gut geht, müssen meist ihre sogenannten Vitalparameter beobachtet werden. Dazu gehören die Herzfrequenz, der Blutsauerstoffgehalt und das Atemvolumen. Das bedeutet, dass die Neu- oder Frühgeborenen verkabelt werden müssen - mit Klebchen, Klammern und Schläuchen. Das bedeutet Stress für die Kinder und das Pflegepersonal.

Ein Forscherteam aus Jena hat nun einen Sensor entwickelt, der die lästigen Kabel überflüssig macht. Das Gerät kann mehrere Meter entfernt von den kleinen Patienten aufgestellt werden. Die Forscher kombinieren für den Neovital-Sensor zwei Messmethoden: sogenannte nano-optische Filter und die 3D-Messtechnik.

So funktioniert der Sensor

Eine Spezialkamera zeigt, welche speziellen Eigenschaften die Haut des Kindes hat. Daraus errechnet ein Computer die chemische Zusammensetzung des Blutes und gibt sehr genaue Informationen über dessen Sauerstoffgehalt und das Atemvolumen.

Neugeborenes in einer Glasbox
Die Daten dieses Neugeborenen werden mittels Neovital-Sensoren erfasst. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Da sich die Farbe der Haut rhythmisch verändert, kann der Computer auch die Herzfrequenz des Kindes bestimmen. Gleichzeitig verfolgt eine weitere Kamera die Haltung des Kopfes und damit bestimmter Bereiche im Gesicht. Denn die Messungen müssen immer an der gleichen Stelle vorgenommen werden - am besten an den Wangenknochen und der Stirn.

Künftig könnten Neovital-Sensoren also die Verkabelung von Patienten überflüssig machen. Der Aufenthalt im Sichtfeld des Gerätes genügt dann, um die wichtigsten Vitaldaten eines Menschen auf einem Monitor zu zeigen. Für ihre Forschung wurden die Wissenschaftler vom Abbe Center of Photonics mit dem Edmund Optics Educational Award ausgezeichnet. Im Januar präsentieren sie den Neovital-Sensor auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Danach beginnen die ersten Tests am Uniklinikum Jena.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Dezember 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 15:52 Uhr

1 Kommentar

Elsburg vor 4 Tagen

Elsburg

Überlebenswichitige Basidinformationen zu Neugeborenen kabelfrei auf optischem Wege iVm EDV-Rechner zu überwachen ist großartig.

Hoffentlich wird die bald beginnende klinische Erprobungsphase auch anwendungsmäßig erfolgreich, ggf sogar mit Kalibrierung einzelner Wertekurven ggf mit Vernüpfungsabgleichen für weitere Parameter, die direkt (noch) nicht so ohne weiteres direkt festgestellt werden können.

Vom Preis der Apparatur wird's dann wohl abhängen, ob für die Anfangslebens-monate prophylaktisches Vorbeugen bzw Warnen bei Atemstillstand
~plötzlichem Kindstod~
wirksam helfen +gar völlig ausschließen kann - ggf mit sofortigem automatischen Elektro-Impuls zum quasi unterbrechungsfreiem Weiteratmen.

Oh, das wäre wunderschön im wahrsten Wortsinne - tiefe Täler mit viel Tränen +Trauer ersparen - glückliche Familien erhalten!
Den Forschern weiter glückliche Hand vom Schöpfer durch deren Intelligenz +Fleiß sicher geführet - Lobet den HERRN +diese modernen Adlerfittiche ..

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