Sarah O Connnor mit Pflanzen
Der Brexit brachte Sarah O'Connor nach Jena. Hier fand sie hervorragende Forschungsbedingungen vor. Bildrechte: MDR/Susan Minard

Jena Wissenschaftlerin erforscht Arzneipflanzen für Krebstherapie

Der drohende Brexit brachte Sarah O'Connor nach Jena. Hier fand sie hervorragende Forschungsbedingungen vor. Im Gepäck hatte sie ihr Team und mehrere Millionen Forschungsgelder. Am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie forscht sie nun an pflanzlichen Substanzen für die Krebstherapie.

Sarah O Connnor mit Pflanzen
Der Brexit brachte Sarah O'Connor nach Jena. Hier fand sie hervorragende Forschungsbedingungen vor. Bildrechte: MDR/Susan Minard

Sarah O´Connor forscht an Substanzen gegen Krebs, bringt Forschungsmillionen nach Jena und gehört als erste Frau zum Direktorium des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie. Die US-Amerikanerin Sarah O´Connor leitet seit Juli die neue Abteilung für Naturstoff-Biosynthese. Die Abteilung wurde extra für sie geschaffen. Die Chemikerin untersucht Arzneipflanzen. Spannend sind für sie die Stoffe, die die Pflanzen selbst bilden. Dabei interessiert sie ihr medizinisches Potential.

Madagaskar-Immergrün für die Krebstherapie

Beispielsweise produziert das rosafarbene Madagaskar-Immergrün eine Substanz, die bereits in der Krebstherapie Anwendung findet. Zusammen mit ihrem Team untersucht die Amerikanerin, wie die Pflanze solche Substanzen herstellt und was in ihrem Inneren abläuft. Sarah O´Connor will die genetischen Bausteine der Pflanze verstehen und sie so verändern, dass sie noch nützlicher für den Menschen werden.

Pflanzen mit rosa Blüten in Gewächshaus
Diese rosa blühende Pflanze wird bereits in der Krebstherapie angewandt. Bildrechte: MDR/Susan Minard

Brexit treibt Forscherin nach Jena

Von Haus aus ist Sarah O´Connor Chemikerin. Seit 2011 war sie Projektleiterin am John Innes Centre in Norwich, Großbritannien. Im November 2018 wurde sie von der Max-Planck-Gesellschaft zum Wissenschaftlichen Mitglied ernannt. Nach Jena brachte sie alle Forschungsprojekte und fast ihr komplettes Team mit.

Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena
Das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena Bildrechte: dpa

Ein Grund dafür war der Brexit und die unsicheren Zukunftsaussichten für Wissenschaftler, ein anderer sind die hervorragenden Forschungsbedingungen innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft. Hier kann Sarah O´Connor langfristig forschen und viel besser experimentieren.

Forschungsmillionen im Gepäck

Doch Sarah O´Connor selbst ist auch ein Gewinn für Jena. Die Chemikerin ist nicht nur mehrfach ausgezeichnet, sie bringt auch Forschungsmillionen nach Jena. 2018 erhielt Sarah O´Connor eine europäische Forschungsförderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Mit dem "ERC Advanced Grant" werden herausragende Spitzenforscher unterstützt.

Am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie hat sie viel vor. Insgesamt will sie sich fünf bis sechs verschiedenen Arzneipflanzen widmen. Diese produzieren Substanzen, die nicht nur bei Krebserkrankungen helfen, sondern auch bei Diabetes oder bei Herzproblemen eingesetzt werden können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. November 2019, 05:00 Uhr

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