Uniklinikum Jena Jenaerinnen wollen beliebteste Pflegeprofis werden

Sie sind das beliebteste Pflege-Team Thüringens, nun wollen sie Deutschlands beliebteste Pflegeprofis werden: Eine dankbare Mutter hat das Team der Frühgeborenen-Station am Uniklinikum Jena für den Preis angemeldet.

von Olaf Nenninger

Ganz vorsichtig löst Schwester Anne die Klebestreifen an der winzigen Windel. Max muss gewickelt werden. So ist das eben bei Säuglingen. Doch die Kinderkrankenschwester arbeitet mit sparsamen Handbewegungen, denn viel Platz hat sie nicht. Ihre Arme stecken in den runden Öffnungen des Inkubators - früher auch gern als Brutkasten bezeichnet.

Max, der nun seine frische Windel bekommt, ist gerade einmal fünf Tage auf der Welt. Als er geboren wurde, war er zwölf Wochen zu früh dran. Max ist winzig und wiegt gerade einmal 1160 Gramm. "Aber er ist stabil", sagt Schwester Anne, während sie ihre Hände wie eine kleine Mauer um den Körper des Frühgeborenen legt. "So geben wir den Kindern Halt. Das haben sie gerne. Schließlich wäre Max unter normalen Umständen jetzt noch im Bauch der Mama."

Halt für Kinder und Eltern

Halt geben die Schwestern auf der neonatologischen Station am Uniklinikum Jena auch den Eltern der Frühgeborenen. "Sie sorgen sich natürlich sehr. Da versuchen wir schon, Trost und Zuversicht zu spenden. Und natürlich zeigen wir ihnen auch, wie sie in dieser Phase mit ihren Kindern umgehen müssen. Für fast alle ist es ja das erste Mal", erklärt Schwester Victoria am Empfang. Gerade hat sie ein Telefonat mit einer Mutter beendet, die wissen wollte, wie es ihrem Kleinen geht.

Streicheleinheiten für ein Frühchen
Frühgeborene haben einen harten Start ins Leben. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rund um die Uhr kümmern sich 50 Schwestern auf der Station um Frühgeborene und schwertkranke Säuglinge. 24 Bettchen gibt es hier, 21 davon sind zur Zeit belegt - ungewöhnlich viele. Woran das liegt, darüber kann nur spekuliert werden. Manche schieben es auf den Wetterumschwung. Etwas mehr als die Hälfte der kleinen Patienten liegt im Intensivbereich. Sie sind oft bereits in der 24. oder 25. Woche geboren wurden. Die Spätstarter unter den Frühgeborenen werden in der so genannten Intermediate Care versorgt - einer Art Zwischenstation auf dem Weg zur normalen Kinderstation.

Mutter meldet Team für Pflegepreis an

Auffällig sind die vielen Babyfotos und Dankschreiben an den Wänden. Denn ohne die fürsorgliche Arbeit der Kinderkrankenschwestern hätten die meisten der fast 600 Kinder, die hier jedes Jahr gepflegt werden, nicht überlebt. Eine dankbare Mutter hat das Team der "Station E120 neonatologische Intensivstation & Intermediate Care Station" vor Wochen für den Bundeswettbewerb "Deutschlands beliebteste Pflegeprofis" vorgeschlagen. Die Jenaer Krankenschwestern vertreten hier die Thüringer Pflegeprofis. Im Finale müssen sie sich starker Konkurrenz aus den übrigen 15 Bundesländern stellen.

Zur Zeit steht das Team vom Jenaer Uniklinikum auf einem guten 5. Platz. Aber noch kann abgestimmt werden - allerdings nur noch am heutigen 30. September! Und das geht mit wenigen Klicks unter deutschlands-pflegeprofis.de.

Vielleicht zieht das Team Jena noch an der Konkurrenz vorbei. Verdient hätten sie es. Außerdem winken 2.000 Euro Preisgeld für die Stationskasse. Dafür würden die Schwestern dann gern den Kabarettisten und Mediziner Eckart von Hischhausen auf ihre Station einladen. Könnte lustig werden.

Ein Gruppenbild von neun lächelnden Krankenschwestern in einem Krankenhausgang. Mit ihren Händen formen sie Herzen.
Die Schwestern auf der "Frühchen-Station" im Jenaer Uniklinikum haben ganz viel Herz. Bildrechte: MDR/Olaf Nenninger

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 30. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2019, 16:22 Uhr

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