Nach Randalen im Mai Polizei durchsucht Wohnungen von FC Carl Zeiss Jena-Anhängern

Beamte der Kriminalpolizei Jena haben am Mittwoch Wohnungen von Fußballanhängern des FC Carl Zeiss Jena durchsucht, teilte die Polizei mit. Unter anderem sicherten die Beamten dabei szenetypisches Material. Das liefere Hinweise auf Graffiti-Straftaten sowie Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz wegen illegaler Pyrotechnik. Polizeiangaben zufolge wurden außerdem digitale Speichermedien, elektronische Geräte, Schriftstücke und weitere Funde sichergestellt.

Das Amtsgericht Gera hat die Durchsuchungen per Beschluss genehmigt. Nach Polizeiangaben sind vier Wohnungen von Angehörigen der Jenaer Fußballszene in Jena, Freienorla und Zeulenroda-Triebes durchsucht. Die Beamten suchen dort nach Beweisen für Landfriedensbruch.

Wasserwerfer der Polizei im Innenraum des Ernst Abbe Sportfeldes.
Vor dem Spiel gegen den TSV 1860 München im Mai 2019 gab es mehrere Ausschreitungen von Fans in Jena. Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

Auch Ermittlungen gegen Polizisten

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs beim Heimspiel des FC Carl Zeiss Jena gegen den TSV 1860 München Mitte Mai. In diesem Zusammenhang wird einer Polizeisprecherin zufolge aber auch gegen fünf Polizeibeamte ermittelt, die "nicht rechtmäßig gehandelt haben könnten". Einen entsprechenden Anfangsverdacht hätten Hinweise aus der Fanszene ergeben, woraufhin Anzeigen durch die Sonderkomission "Fußball" der Landespolizeiinspektion Jena eingeleitet worden seien.

Anhänger von Carl-Zeiss-Jena hatten damals unter anderem Polizisten angegriffen und mit Steinen beworfen. Außerdem warfen sie die Scheibe eines Polizeifahrzeugs ein und stahlen Gegenstände. Rund 500 Fans hatten eine Polizeikette durchbrochen. 14 Polizisten wurden damals verletzt.

Einheitliche Regelungen für Fanmärsche

Fans des FC Carl Zeiss Jena vor dem Spiel in der Innenstadt.
Fanmarsch der FC Carl Zeiss Jena-Fans vor dem Spiel gegen den TSV 1860 München Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

Inzwischen hat die Stadt Jena am Mittwoch gemeinsam mit dem FC Carl Zeiss und der Polizei angekündigt, die Logistik rund um die Heimspiele zu optimieren. Demnach sollen die Fanmärsche auf einer Standardroute von der Innenstadt zum Stadion einen geordneten Rahmen bekommen.

Oberbürgermeister Thomas Nitzsche sagte, das sei ein wichtiger Schritt, damit der Fußball positiv wahrgenommen werde, er habe eine hohe Imagerelevanz für die Stadt. Laut Polizei sind Einsätze so besser planbar. Die Regelung eröffne die Möglichkeit, dass die Polizei zurückhaltend handele, so der Chef der Landespolizeiinspektion Jena, Lutz Schnelle.

Die Allgemeinverfügung ist für alle kommenden Heimspiele des FCC gültig. Sie tritt vor dem nächsten Heimspiel gegen den MSV Duisburg am 28. September in Kraft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/jml/kie

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Die Nachrichten | 18. September 2019 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2019, 18:39 Uhr

7 Kommentare

Steffen-Das Original vor 8 Wochen

Ich vermute mal, bei den 5 Polizisten wird demnächst auch bald die Bude auf den Kopf gestellt werden. Das mit dem Pyro ist sowieso nur heiße Luft, da der Besitz auch das Jahr über nicht verboten ist. Und die 4 Strafverbrecher werden die Polizei ja nicht mit einer brennenden Fackel begrüßt haben? Hätte man damals die Ultras einfach marschieren lassen, wäre nie was passiert, jetzt ist jedes Spiel auch für die Polizei ein Hochsicherheitsspiel.

Hobosapiens vor 8 Wochen

"Übrigen steht es ja im Text: Es geht um die Durchsuchung der Wohnung, um die Gegenstände zu finden, die gestohlen worden sind." Hab den Text jetzt mehrfach gelesen, wo soll das stehen? Da steht "Die Beamten wollen dort Beweise für den Landfriedensbruch finden."
Das sind ganz sicher keine zwei paar Stiefel, Polizeigewalt findet im Rahmen der Dienstausübung statt, z.B. bei einer Hausdurchsuchung statt. Man MUSS also Polizeigewalt in Verbindung/Kontext mit Dienstausübung bringen, sondern ist der Polizist halt einfach nur eine Privatperson und die Polizeigewalt einfach nur Gewalt (Körperverletzung)... merken Sie selbst das Ihre Aussage nicht richtig ist, oder soll ich weiter ausführen?
Des weiteren soll die Polizei ermitteln und wenn sie nichts findet diese Ermittlungen einstellen. Ihr letzter Satz zeigt, dass es Ihnen nicht um Recht haben, nicht um Recht geht.

Hobosapiens vor 8 Wochen

Klasse Kommentar! Mir ist durchaus klar das es so ist, das es um Beweissicherung geht, nur leider schreibt das der MDR nicht, sondern das Beweise gesucht werden (nicht gesichert).
Was wollen Sie mir eigentlich sagen? Sicherlich sind Richter nicht Exikutive oder Legislative, dass die Judikative aber durchaus ein Parteibuch haben kann und das diese aus welchen Gründen auch immer nicht immer richtig urteilt ist ihnen hoffentlich auch klar. Man muss ja keine Gesetze brechen, sondern diese nur entsprechend (nicht) ausnutzen, bzw etwas freier Auslegen.
"Das sollte man eigentlich wissen." Ist das irgendwo festgeschrieben was man wissen soll, oder bestimmen Sie das für die Allgemeinheit? Aber genau mit dieser Herangehensweise zeigen Sie ja, dass es bei den Beschuldigten, Judikative und Exekutive immer noch um Individuen geht, die nicht frei von Selbstüberschätzung und Fehlern sind. Das sollte man eigentlich wissen.

Kleiner Tipp:
Ob Sie es mit Senf machen ist mir eigentlich wurscht.

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