Julia Hauck Geschäftsführerin von Refugio
Julia Hauck Geschäftsführerin von Refugio Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Traumatisierte Flüchtlinge Verein Refugio ist in finanziellen Schwierigkeiten

Das psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge "Refugio" in Thüringen ist in finanziellen Schwierigkeiten. Das sagte Geschäftsführerin Julia Hauck MDR THÜRINGEN.

Julia Hauck Geschäftsführerin von Refugio
Julia Hauck Geschäftsführerin von Refugio Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es habe in diesem Jahr weniger EU-Fördergelder gegeben. Bei der Landesförderung fehle ihrem Verein die Planungssicherheit, die für langfristige Angebote wie Sozialberatung und Psychotherapie notwendig ist. Der Bereich der Therapien stünde derzeit auf der Kippe, denn das Land wolle sie in Zukunft nicht mehr fördern.

Das Thüringer Gesundheitsministerium teilte auf MDR-Anfrage mit, soweit bei Angeboten von Refugio eine Leistungsverpflichtung dritter Kostenträger vorliege, sei eine freiwillige Landesförderung haushaltsrechtlich ausgeschlossen. Flüchtlinge könnten sich mit der 2017 eingeführten Gesundheitskarte an niedergelassene Therapeuten wenden, die über die Krankenkasse abgerechnet würden. "Alle übrigen psychosozialen Beratungs- und Unterstützungsangebote sind durchaus durch das Gesundheitsministerium förderfähig und werden auch gefördert", heißt es weiter.

350 Menschen auf der Warteliste

Therapieraum in der Erfurter Beratungsstelle von Refugio
Therapieraum in der Erfurter Beratungsstelle von Refugio Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Refugio-Geschäftsführerin Julia Hauck sieht hier Schwierigkeiten. Flüchtlinge hätten bei niedergelassenen Therapeuten kaum eine Chance auf einen Therapieplatz. Die Wartelisten seien lang, die Therapeuten oft nicht auf schwersttraumatisierte Menschen, die Krieg, Folter und Terror überlebt hätten, spezialisiert. Viele Therapeuten würden auch nicht mit Dolmetschern arbeiten.

Die Zulassung für die Krankenkassenabrechnung sei für ihren Verein nur für einen kleinen Teil der Angebote möglich. Im Moment müsse Refugio wegen der angespannten finanziellen Situation mit weniger Mitarbeitern auskommen. Für die Betroffenen sei die Situation sehr gefährlich, so die Refugio-Geschäftsführerin. "Es gibt ja auch immer wieder in Thüringen Suizide, es gibt unheimlich viele schwere Fälle, die immer wieder in die Kliniken müssen." Bei Nicht-Behandlung bestehe die Gefahr, dass sich Erkrankungen chronifizierten. Aktuell gebe es bei Refugio einen Aufnahmestopp. 350 Menschen stünden mittlerweile auf der Warteliste des Vereins.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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brennende Scheune. Feuerwehr im Vordergrund löscht.
Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Im Erfurter Ortsteil Kerspleben ist in der Nacht zu Dienstag eine Scheune komplett niedergebrannt. Wie ein Polizeisprecher sagte, waren in dem Gebäude landwirtschaftliche Maschinen abgestellt.

Di 25.09.2018 10:45Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/erfurt/video-234102.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2018, 20:11 Uhr

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13 Kommentare

04.09.2018 09:00 Jakob 13

@6 - REXt:

Wie Recht Sie haben!

03.09.2018 21:30 Zurückgelassener 12

Ich bin an Krebs erkannt, bekam unter
anderem eine Überweisung zur
Psychotherapeutischen Behandlung.
Innerhalb von 2 Jahren ist es mir nicht
gelungen eine entsprechende Stelle zu
bekommen. Es gab für Mitteldeutsche
einheimische keine Anlaufstellen zur
Hilfe, von denen ich Kenntnis erhalten
habe. Deswegen freue ich mich als
jahrelanger Beitragszahler in die
Sozialsysteme, das selbige Situationen
für Merkels Fachkräfte besser organisiert wird.

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