Unbekannte Welten entdecken Faszination Weltall in Thüringen: Raumfahrt boomt

"Astro-Alex" Alexander Gerst kommt am Freitag nach Erfurt. An seiner Seite die Astronauten-Legende Ulf Merbold. Der gebürtige Ostthüringer Merbold war während seiner aktiven Zeit dreimal im Weltall. Gemeinsam präsentieren die beiden im Steigerwaldstadion eine Show des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Anlass der ersten Mondlandung vor 50 Jahren. Es ist die Deutschlandpremiere der Show.

von Astrid Mudra

Der Astromaut Alexander Gerst ist in einem Raumanzug außerhalb der ISS zu sehen.
Der Astronaut Alexander Gerst bei einem Einsatz außerhalb der ISS. Bildrechte: Alexander Gerst

Dass die Deutschlandpremiere nach Thüringen kommt, hat gute Gründe. Einst wurde in Jena die Multispektralkamera gebaut. Heute ist Jena das "Optical Valley". Vom Weltall aus gesehen leuchtet die Stadt und die umgebenden Berge grün und braun und violett. Die hyperspektrale Aufnahme entstand in 400 Kilometern Entfernung an Bord der Internationalen Raumstation ISS mit dem neuen Instrument DESIS. Mitarbeiter des Jenaer Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF haben die Hyperspektral-Optik aus 235 Kanälen entwickelt.

Thüringer Raumfahrt-Adressen

Thüringen ist wichtiger Standort der Raumfahrtforschung mit zahlreichen Zulieferern, Forschungseinrichtungen, der Universität und seit kurzem auch mit einem neuen Institut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR): "Man geht natürlich gerne in eine wissenschaftlich gut strukturierte Landschaft. Die ist hier mit Sicherheit gegeben" , sagte DLR-Vorstand Professor Hansjörg Dittus bei einem Expertentreffen in Jena. Eine reiche Forschungslandschaft und eine große Universität sei nötig für den Nachwuchs.

Aus Jena kommt das Wissen, sich im Weltall zurechtzufinden. Das Raumfahrtunternehmen Jena-Optronik GmbH beliefert fast alle großen Raumfahrtmissionen mit Sensoren.

Die Optronik ist darin Weltmarktführer. Geschäftsführer Dietmar Ratzsch spricht von dem "Geheimnis", dass in Jena im Bereich Optoelektronik, Lasertechnologie, Präzisionsmechanik einfach alles vorhanden sei, was weltweit gut und teuer ist.

Aus Jena kommt das Wissen, sich im Weltall zurechtzufinden

Dietmar Ratzsch, Jena-Optronik GmbH
Reinraum bei der Airbus-Tochter Jena-Optronik in Jena
Reinraum bei der Jena-Optronik. Bildrechte: MDR/Marian Riedel

Ein Sternsensor der Jena-Optronik startet in Kürze mit dem ersten deutschen EDRS-Satelliten zur "Datenautobahn" im All.

Wenn im kommenden Jahr die NASA mit der Mars Rover Mission zum roten Planeten aufbricht, werden Sensoren aus dem Leibniz Institut IPHT an Bord der Sonde sein, wie schon bei zahlreichen Missionen zuvor - kleine High-Tech-Bauteile für die Raumfahrt aus Jena.

Raumfahrer gesucht

Für die Reisen in neue abenteuerliche Welten werden Raumfahrer gesucht. Nicht nur für die Reisen im All, sondern auch für die technischen Entwicklungen auf der Erde. Die Raumfahrt boomt, auch hierzulande.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Juni 2019 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Juni 2019, 08:58 Uhr

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1 Kommentar

07.06.2019 13:40 Andreas Heller 1

Vielen Dank für den interessanten Artikel. Einen Korrekturvorschlag habe ich allerdings. Die ISS Umkreist die Erde in einer Entfernung von etwa 400 Kilometern, nicht 400.000 Kilometern.

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