Ernst-Abbe-Sportfeld Modell vorgestellt: So soll das neue Stadion in Jena aussehen

Überdacht, funktional und näher am Fußball dran - so soll sich das neue Stadion in Jena künftig präsentieren. Mehr als 15.000 Zuschauer werden dann im Paradies Platz finden. Am Mittwoch wurde das Modell des künftigen Ernst-Abbe-Stadions erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das neue Fußballstadion in Jena
Entwurf für das Ernst-Abbe-Sportfeld: Für das Stadion sind fast 50 Millionen Euro veranschlagt. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

Nachdem im vergangenen Dezember der Jenaer Stadtrat dem Umbau des Ernst-Abbe-Sportfeldes (EAS) in ein für die Deutsche Fußball Liga taugliches Stadion zu gestimmt hatte, war klar: Das Paradies erhält ein neues Stadion. In den kommenden drei Jahren wird auf dem alten EAS ein modernes, alle Plätze überdachendes Fußballstadion entstehen. Nach Aussagen von Andreas Kuhn, Geschäftsführer der Ernst-Abbe-Sportfeld Betriebsgesellschaft, ist das Stadion aufgrund seiner Größe von 15.100 Zuschauern zweitligatauglich.

Umbau im Ernst-Abbe-Sportfeld startet noch im Herbst

Es bietet unter anderem 800 VIP-Gästen Platz, außerdem wird es acht Logen für noch einmal 112 Gäste geben. Neben den 9.200 Sitzplätzen wird es für die Anhänger des FC Carl Zeiss Jena auch 4.800 Stehplätze geben. Komplettiert wird der Zuschauerbereich für die Gästefans - er umfasst rund 1.500 Stehplätze.

Mögliche Saale-Hochwasser bedacht

Insgesamt sprechen die Planer, Architekten und Bauherren von einem homogenen Stadionrund unter Erhaltung der Westtribüne (jetzige Haupttribüne), die während der Bauarbeiten grundlegend saniert werden soll. Die ersten Bagger sollen noch in diesem Herbst anrollen und ihre Arbeit am T-Gebäude, dem Platzwartbereich und Nachwuchsleistungszentrum beginnen. Danach folgen Osttribüne (heute Gegentribüne) und der gesamte Südbereich des EAS. Die heutige Haupttribüne wird komplett überarbeitet und soll das künftige Nachwuchsleistungszentrum beheimaten. Mit Blick auf die nahegelegene Saale werden im neuen Stadion alle Funktionsräume 1,20 Meter über der Spielfeldhöhe gelagert sein, um eventuelle Hochwasserschäden weitestgehend auszuschließen.

Ernst-Abbe-Sportfeld
So sieht das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena bislang aus. (Archivfoto) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

50 Millionen Euro für Stadion in Jena

Die Kosten von rund 50 Millionen Euro teilen sich private Investoren (ELEX/Roland Duchâtelet und Jenaer Unternehmer unter Führung der Jenarena GmbH) mit 34 Millionen, Fördermittel des Landes von elf Millionen und drei Millionen Euro, die von Seiten der Stadt in das Projekt fließen. Die Gesamtinvestitionen einschließlich der Leichtathletikanlage und umfassender Infrastrukturarbeiten belaufen sich auf 48,8 Millionen Euro. In den Verträgen mit der Stadionbetreibergesellschaft wurden zahlreiche finanziellen Sicherungssysteme eingebaut, die die Stadt vor Mehrbelastungen schützen sollen, falls es während der Bauarbeiten zu Schwierigkeiten kommt.

Ernst-Abbe-Sportfeld: Umbauten über die Jahre

Am 30. Juni 2023 soll das Stadion feierlich übergeben werden. Das wäre dann genau 99 Jahre nach dem ersten Richtfest einer Holztribüne im Paradies. Im Laufe der Jahre hatte das Ernst-Abbe-Sportfeld mehre Neuerungen und Umbauten erfahren. So wurde 1995 die Flutlichtanlage eingeweiht, drei Jahre später die alte Holztribüne mit ihren 420 Sitzplätzen abgerissen. 1998 war es dann so weit, eine neue überdachte Tribüne bot 4.020 Zuschauern Platz.

2009 gab es erste Pläne und vollmundige Versprechen, ein neues Stadion zu bauen, diese wurden aber immer wieder aus sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen und finanziellen Gründen zerredet oder verschwanden in den Schubläden. Nach der Jahrhundertflut von 2013 hatten Statiker die Flutlichtmasten für nicht mehr standsicher befunden und so wurden die vier Masten abgerissen.

Mit diesem Stadionneubau wird das dritte Großprojekt der Stadt in Angriff genommen - neben der Bebauung des Eichplatzes und der Errichtung des neuen Hochschulcampus auf dem Inselplatz.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. September 2020 | 12:00 Uhr

40 Kommentare

Chris vor 3 Wochen

Das Erfurter Stadion hat soviel gekostet und sieht noch aus wie vorher. Das Jenaer Stadion sieht komplett neu aus. Außerdem sind die geringfügig höheren Kosten gegenüber von Erfurt aber mit weitaus mehr planerischen Details rund um das Stadion eingeschlossen. Das eigentliche Stadion Kostet auch nur 40 Mille.
Desweiteren lest Euch mal die ganze Idee dahinter durch. Im Jenaer Stadion gibt es ein Konzept um auch den FCC zu entlasten. Es wurde nicht ohne Grund ein ganzes Jahrzehnt an der Umsetzung geplant und eine einzige Ausschreibung gemacht.

SitBull vor 3 Wochen

Voll das Schnäppchen. Da kriegt man ja sonst nur einen halben Havertz. Einfach Bild bei Stepstone posten und eine Fußballmannschaft und Investoren europaweit ausschreiben. Ist halt nur blöde, dass sich in Thüringen keiner mehr so richtig für Fußball interessiert.

Chemieschwein vor 3 Wochen

Union hats vorgemacht mit der Alten Försterei,bei Chemie wird es genauso, ein behutsamer Umbau der Alten Substanz, um auch Geschichte und Tradition zu erhalten und nicht sonen sterilen viel zu teueren Komerztempel sich hinzustellen, ein anderer Standort hätte das begründet, aber mitten ins Risikoflutgebiet, das erschließt sich mir nicht.. Mal schauen wer die kosten übernimmt wenn das neue Stadion absäuft...

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