Ärztegewerkschaft Marburger Bund 50 Ärzte streiken am Uniklinikum Jena

Bessere Arbeitsbedingungen fordern bundesweit Ärztinnen und Ärzte - auch in Jena. Ihr beruflicher Einsatz mit zu vielen Bereitschafts- und Wochenenddiensten gehe häufig zu Lasten der Familien und der eigenen Gesundheit, kritisieren sie.

Männer und Frauen in weißen Kitteln und Warnwesten stehen vor einem Gebäude.
Dienstagvormittag versammelten sich die streikenden Mediziner vor dem Haupteingang des Klinikums. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Am Universitätsklinikum Jena haben sich am Dienstagmorgen etwa 50 Ärztinnen und Ärzte einem Warnstreik angeschlossen. Sie folgten damit einem bundesweiten Aufruf der Ärztegewerkschaft Marburger Bund.

Die Mediziner fordern bessere Arbeitsbedingungen, einen adäquaten Freizeit- und Urlaubsausgleich und sechs Prozent mehr Gehalt. Ihr beruflicher Einsatz - unter anderem zu viele Bereitschafts- und Wochenenddienste - gehe zu häufig zu Lasten der Familien und der eigenen Gesundheit, teilten die zumeist jüngeren streikenden Ärzte in Jena mit.

Die Versorgung der Patienten sei durch den dreistündigen Warnstreik kaum beeinträchtigt gewesen, sagte ein Mediziner gegenüber MDR THÜRINGEN. Das bestätigte eine Sprecherin des Uniklinikums.

Die Mediziner wollen mit dem Ausstand Druck machen in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Ländern. Diese dauern laut Gewerkschaft bereits seit November vergangenen Jahres an. Bisher hätten die Länder aber keine Bereitschaft gezeigt, die Arbeitsbedingungen der Mediziner zu verbessern, sagte der Marburger-Bund-Vize Andreas Botzlar.

Tarifvertrag für Beschäftigte im Pflegedienst

Bereits am Montag haben das Universitätsklinikum Jena und die Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag unterzeichnet. Dabei geht es in erster Linie um die Beschäftigten im Pflegedienst, wie beide Seiten mitteilten. Für sie gibt es nun feste Personalschlüssel für jede Station. Zusätzliche Stellen sollen laut Vertrag zum Beispiel in der OP- und Anästhesiepflege geschaffen werden.

Der Tarifvertrag sei ein Meilenstein bei der Entlastung der Mitarbeiter, sagte Jens Maschmann, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum. Wegen der Situation am Arbeitsmarkt befürchtet Maschmann aber, dass die vereinbarten zusätzlichen Stellen nicht kurzfristig besetzt werden können.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Februar 2020 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2020, 11:27 Uhr

1 Kommentar

ottovonG vor 8 Wochen

50 Nasen bei wieviel tausend Ärzten streiken, das wird dem UKJ imponieren, zudem die meisten eh Zivil unter dem Kittel trugen und wohl im Dienstfrei zu Streik kamen. Der Marburger bund voN Chefärzten und Funktionären (Montgommery) durchsetzt wird nicht viel bewegen, die Bundesländer sind pleite, das Ausbeuter und Lehenherrschaftssystem an den Unikliniken ungebrochen. Nach dem Motto, "willst du Ausbildung dann zeigte Engagement und mach Überstunden". Solange die kein Chefarzt anordnet werden sie weder in Zeit noch Geld vergütet. Die Unikliniken verstoßen damit natürlich gegen geltendes EU-Recht, aber anders als bei Ameos stört es kein Schwein und das Geld neue Stellen zu besetzen ist nicht vorhanden.

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