"Stunde der Gartenvögel" Teilweise dramatischer Vogel-Rückgang in Thüringen

In Thüringen gibt es offenbar deutlich weniger Gartenvögel. Diesen Schluss lässt das Ergebnis der diesjährigen "Stunde der Gartenvögel" zu - eine Zählaktion, die der Naturschutzbund NABU jährlich initiiert.

Ein Mehlschwalbenpaar beim Nestbau.
Dieses Mehlschwalbenpaar baut ein Nest. Warum ausgerechnet diese Art so stark abgenommen hat, soll jetzt untersucht werden. Bildrechte: imago/blickwinkel

Demnach wurden in diesem Jahr nur halb so viele Mehlschwalben und Mauersegler gezählt wie im vergangenen Jahr. Bei den Rauchschwalben lag der Rückgang bei 32 Prozent. NABU-Sprecher Jürgen Ehrhardt sagte MDR THÜRINGEN, die Tendenz zeige sich seit Jahren, in diesem Jahr habe es aber einen "wirklich krassen Einbruch" gegeben. Offensichtlich mache sich der Insektenschwund nun dramatisch bemerkbar. Der Haussperling bleibt der häufigste Gartenvogel in Thüringen, die Sichtungen gingen aber auch hier leicht um drei Prozent zurück.

Zählhilfe für Gartenvögel der NABU
Eine Stunde lang sollte man die Vögel an einem Platz zählen. Bildrechte: Sebastian Hennigs

Mehr als 2.800 Naturfreunde in Thüringen hatten sich in diesem Jahr an der Aktion beteiligt, das waren 400 mehr als im Vorjahr. Aus mehr als 1.750 Gärten wurden dem NABU über 64.000 Vögel gemeldet. Deutschlandweit zählten 75.000 Menschen mit.

Klaus Lieder, Sprecher des Landesfachausschusses Ornithologie im NABU Thüringen, sagte, die Resonanz zeige, wie sehr das Thema Artenschutz die Menschen bewegt. Gezählt wurde vom 10. bis 12. Mai.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Juni 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juni 2019, 18:17 Uhr

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11 Kommentare

07.06.2019 13:25 martin 11

@6 nachdenker: Die jährlich 1.200 t Insekten, die vermutlich von den Windrädern geshreddert werden, stellen ca. 0,2 oder 0,3 % der Menge dar, die jährlich als Futter vertilgt wird - sie haben also kaum einen signifikanten Einfluss in der Fläche.

Bei den anderen Punkten gebe ich Ihnen Recht.

Bei "Insektensterben durch Lichtverschmutzung" erinnere ich mich an einen Beitrag, der davon berichtete, dass an einer der "Drei Gleichen" die nächtliche Beleuchtung abgeschaltet wurde: Ein erheblicher Teil eines seltenen Insekts (Käfer?) wurde vom Licht angelockt und vor der Paarung gefressen. Ob das eine lokale Besonderheit war/ist oder ob das ein generelles Problem ist, vermag ich nicht einzuschätzen.

07.06.2019 13:14 Wehe 10

Mich wundert nur, dass noch keiner schrieb, RRG sei an allem Schuld.

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