Ernst-Abbe-Platz mit Skulptur und Menschen
Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena erstellt jährlich den Thüringen-Monitor im Auftrag der Landesregierung. Bildrechte: MDR/Theresa Köhler

Universität Jena Thüringen-Monitor: Fremdenfeindlichkeit in Thüringen gestiegen

Fast jeder zweite Thüringer teilt fremdenfeindliche und nationalistische Einstellungen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung der Universität Jena, dem sogenannten Thüringen-Monitor, der am Dienstag in Jena vorgestellt wurde. Demnach liegt der Anteil bei 47 Prozent und hat sich seit 2016 um zehn Prozentpunkte erhöht. Dagegen verharren laut Umfrage neonazistische Einstellungen bei einem Anteil von acht Prozent.

Ernst-Abbe-Platz mit Skulptur und Menschen
Die Friedrich-Schiller-Universität in Jena erstellt jährlich den Thüringen-Monitor im Auftrag der Landesregierung. Bildrechte: MDR/Theresa Köhler

Im Thüringen-Monitor analysieren die Wissenschaftler seit der Jahrtausendwende jährlich im Auftrag der Landesregierung die Einstellungen und Meinungen der Bürger im Freistaat. In diesem Jahr wurden dafür in einer Juli-Woche 1.057 wahlberechtigte Thüringer befragt.

Bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstag sagte Marion Reiser, Wissenschaftlerin der Friedrich Schiller-Universität Jena, es gehe vor allem darum, junge Menschen zu erreichen. Aufklärungen und Prävention seien kein Allheilmittel, aber nachweislich die besten Methoden gegen Fremdenfeindlichkeit, so die Wissenschaftlerin weiter. Dabei zeige es sich, dass gerade die Heimatliebe zu Thüringen einer der Hauptgründe für die gestiegene Fremdenfeinlichkeit ist.

Dieser enge Bezug zum eigenen Dorf sei nicht förderlich beim Umgang mit Zuwanderern und Flüchtlingen. 47 Prozent der Thüringer haben demnach eine Tendenz zur Fremdenfeindlichkeit. 20 Prozent neigen zum Rechtsextremsimus. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich diese Zahlen in den vergangenen Jahren verfestigt haben. Seit dem Jahr 2000 wird der Thüringen-Monitor alljährlich von Wissenschaftlern der Uni Jena im Auftrag der Landesregierung erstellt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. November 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 20:50 Uhr

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94 Kommentare

09.11.2018 22:07 martin 94

@92 roca: Ihre Ablehnung der allgemeingültigen Definition hat mich nicht überrascht. Können Sie mit differenzierten Aussagen trotz (angeblichem) wissenschaftlichen Hochschulstudium nicht umgehen und haben deshalb versucht mich in die von Ihnen gewählte Schublade einzusortieren oder sind Ihnen die Argumente ausgegangen, so dass Sie sich auf die Diffamierung verlegen müssen?

Übrigens finde ich es recht erfreulich, dass ich viele heimatverbundene Thüringer kenne, die sich nicht durch Rassismus, Nationalismus und/oder Fremdenfeindlichkeit auszeichnen.

Letzte Frage an Sie für heute Abend: Wen meinen Sie eigentlich mit "wir"? Oder ist das einfach nur ein Pluralis excellentiae?

09.11.2018 13:29 Eulenspiegel 93

Hallo Agnostiker 85
„Das Problem ist nur, dass viele Fremde unsere Heimat, Ihr Dorf, Ihre Stadt und sogar Ihre Familie haben- und nach ihren kulturellen Beduerfnissen umgestalten wollen.“
Genau da fängt die Verdrehung schon an.
Richtig muss es heißen:
„Das Problem ist nur, dass viele Fremde unsere Heimat, Ihr Dorf, Ihre Stadt und sogar Ihre Familie haben- und nach ihren kulturellen Beduerfnissen mitgestalten wollen.“
Und bitteschön das ist das Recht aller Deutschen Staatsbürger, auch die mit Migrationshintergrund. Das Recht sein soziales Umfeld, seine Stadt, sein Land mit zu gestalten

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